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10.06.2014

14:40 Uhr

Wachsende Branche

Onlinehandel verdrängt traditionellen Versandhandel

Die Branche wächst, scheinbar grenzenlos: In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Umsatz der Versand-Händler mehr als verdoppelt. Davon profitieren nicht alle gleichermaßen, der E-Commerce verdrängt andere Formen.

Sie sind einer der größten Profiteure vom Trend der Konsumenten, Online zu bestellen: Der Onlineversandhandel Amazon, hier das Logistiklager in Pforzheim, kauft wie andere E-Commerce Unternehmen den klassischen Versandhändlern den Schneid ab. dpa

Sie sind einer der größten Profiteure vom Trend der Konsumenten, Online zu bestellen: Der Onlineversandhandel Amazon, hier das Logistiklager in Pforzheim, kauft wie andere E-Commerce Unternehmen den klassischen Versandhändlern den Schneid ab.

BerlinDer Online-Handel eilt von Rekord zu Rekord. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz im Vorjahresvergleich um über 40 Prozent auf 39,1 Milliarden Euro, wie der Branchenverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) am Dienstag mitteilte. In den vergangenen fünf Jahren kletterte der Umsatz damit um das Zweieinhalbfache: von 15,5, Milliarden Euro im Jahr 2009 auf 39,1 Milliarden Euro im Jahr 2013. Und auch die Erwartungen für die Zukunft sind laut Umfrage unter Entscheidungsträgern der Branche glänzend.

Das Geschäftsklima des interaktiven Handels - das sind Versandhandel und Online-Handel - habe im Frühjahr 2014 ein neues Rekordhoch erreicht und liege deutlich über dem Niveau der Gesamtwirtschaft, teilte der bevh weiter mit. Alle wichtigen Indikatoren wie Auftragseingang, Umsatz, Ertrag und Personalbestand seien wesentlich positiver als im Vorjahr. Die Erwartungen für die kommenden Monate seien weiterhin steigend.

Die Zahl der Unternehmen, die Waren per Post versenden, wuchs laut Verband in den vergangenen fünf Jahren um 14,5 Prozent auf 3200. Die Zahl der Beschäftigten wuchs um 5,8 Prozent auf rund 80.100.

Beim genaueren Hinsehen ergibt sich allerdings ein zweigeteiltes Bild: Während der Online-Handel boomt, geht der Umsatz im klassischen Versandhandel zurück. Er sank in den vergangenen fünf Jahren um knapp ein Drittel von 13,6 Milliarden Euro auf 9,2 Milliarden Euro, wie der bevh weiter mitteilte. Der Verband vertritt rund 330 Unternehmen: Versender mit Katalog- und Internet-Angebot, reine Internet-Händler, Teleshopping-Unternehmen, Apothekenversender und Verkäufer auf Online-Marktplätzen.

Der Umfrage unter mehr als 100 Managern der Branche ergab, dass der interaktive Handel die für ihn teuren Retouren weiter senken konnte. Derzeit berichte nur noch jedes sechste Unternehmen von steigenden Rücksendungen - vor allem Versender von Lebensmittel, Delikatessen, Wein, Tierbedarf, Möbel- und Dekorationsartikeln. In den Bereichen Technik oder Bekleidung dagegen sei die Rücksendungsquote gesunken - im Bereich Bekleidung demnach auf neun Prozent, im Bereich Technik auf zehn Prozent.

Die meisten Händler gingen für die kommenden Monate von einer gleich bleibenden Retourenquote aus, ergab die Umfrage. Obwohl sie ab diesem Freitag mit Inkrafttreten der europäischen Verbraucherrichtlinie die Kosten für Rücksendungen an die Kunden abwälzen dürfen, wollen die meisten Firmen (59 Prozent) dies nicht tun.

Die Umfrage gab der bevh bei der Boniversum GmbH in Auftrag. Die Auskunftei liefert Unternehmen auch Bonitätsinformationen über ihre Kunden.

Von

afp

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

11.06.2014, 12:41 Uhr

Onlinehandel = mehr Verkehr, Vernichtung der Umwelt, mehr Urlaubstagevernichtung durch Anwesenheitspflicht, kein Zwang zur Anpassung von Kleidergrößen!

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