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14.05.2013

13:49 Uhr

Wachsendes Online-Geschäft

Versandbuchhandel muss weiter einstecken

Günstiger und bequemer: Der Bücherverkauf im Internet macht dem klassischen Versandbuchhändlern immer mehr zu schaffen. Der Verkauf über Kataloge und Mailings geht weiter zurück. Amazon trumpft auf.

Paket von Amazon: 2012 wuchs der Online-Bücherversand weiter. ap

Paket von Amazon: 2012 wuchs der Online-Bücherversand weiter.

UlmDer traditionelle Versandbuchhandel wird weiterhin vom Online-Bücherversand abgedrängt. 2012 musste das Versandgeschäft - wie Katalogverkauf - mit 450 Millionen Euro Umsatz Einbußen von etwa sechs Prozent verkraften, wie der Bundesverband deutscher Versandbuchhändler am Dienstag in Ulm mitteilte. „Das war erneut ein sehr schwieriges Jahr“, sagte Geschäftsführerin Verena Hofmeier. Der Versandbuchhandel inklusive Online setzte 2012 insgesamt etwa 2,6 Milliarden Euro um.

Der Online-Versand legte erwartungsgemäß mit moderatem Wachstum wieder zu. Mit etwa 1,6 Milliarden Euro ging der Löwenanteil von insgesamt 2,15 Milliarden Euro an den Internet-Versandriesen Amazon. „Der Marktführer dominiert mittlerweile über alle Maßen“, sagte Hofmeier. Erstmals gebe es verlässliche Zahlen zu Umsatz von Amazon in Deutschland. Außerordentlich gut entwickelte sich der Verkauf von E-Books, der Umsatz stieg 2012 um 125 Prozent auf 106 Millionen Euro.

Warum die Deutschen Online-Shopper sind

Eine Welt ohne Online-Shopping?

„Aus heutiger Sicht wäre das der Weg zurück in die Steinzeit“, lautete eine Antwort auf diese Frage. E-Commerce hat sich fest in den Alltag der meisten Menschen integriert. Die Deutschen sind insgesamt besonders positiv eingestellt. 61 Prozent der Deutschen Online-Shopper möchten auf diese bequeme Art des Einkaufs nicht mehr verzichten.

Faktor Zeit

„Zu den Zeiten einkaufen, die in mein Leben passen“ nennen in Deutschland vier von fünf Konsumenten als wichtigsten Vorteil. Eine echte Zeitersparnis haben 57 Prozent festgestellt. Mehr Zeit zu haben, empfinden dabei die meisten Deutschen als eine Entlastung im Alltag: 63 Prozent geben an, „viel weniger Stress beim Einkaufen als früher in der Stadt“ zu haben. 55 Prozent geben an, sich entspannter zu fühlen.

Faktor Angebotsvielfalt und Preis

„Genau das Produkt, das ich suche“ finden in der Regel zwei Drittel der Online-Shopper. Und zwar sehr schnell und zum günstigsten Preis. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) gibt an, im Internet oft besonders individuelle Produkte zu finden, 62 Prozent schätzen es, dass sie Produkte finden, „die man im Geschäft beziehungsweise via Katalog nicht bekommen würde“.

Faktor Selbstbestimmung

Die Mehrheit der Käufer erlebt sich im Internet als „empowered consumer“. Zwei Drittel der Online-Shopper halten sich für besser informiert über Angebote und Preise als früher, nutzen gerne Bewertungen anderer Kunden und meinen, dass Konsumenten heute durch Kommentarfunktion und Empfehlungen beim Online- Kauf viel mehr Einflussmöglichkeiten haben.

Quelle: Studie im Auftrag der Deutschen Post: Einkaufen 4.0  - der Einfluss von E-Commerce auf Lebensqualität und Einkaufsverhalten

Die anderen Mitspieler neben Amazon, wie zum Beispiel die Versandhändler Weltbild und Buch.de, erlösten zusammen etwa 550 Millionen Euro. Amazon kommt damit auf einen Marktanteil von etwa 74 Prozent des gesamten Online-Versandbuchhandels, wie Hofmeier sagte.

Rückläufig entwickelten sich weiterhin die Umsätze bei den Buchclubs, sie erlösten etwa zehn Prozent weniger als im Vorjahr. So konzentriere sich etwa der Bertelsmann-Club auf Kostenmaßnahmen und investiere in den Ausbau des Geschäftes mit elektronischen Büchern.

Die Mitgliederzahl des Bundesverbandes sank 2012 von 143 auf 136 Händler. Das spiegele die veränderte Marktlage mit den neuen Handelswegen, digitalen Produkten und einem dominanten Platzhirschen im Online-Geschäft wider, wie es beim Verband weiter hieß.

Von

dpa

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