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06.01.2004

19:10 Uhr

Wachstum in deutscher Service-Branche verlangsamt

Dienstleister trotz Dämpfer optimistisch

Die deutsche Dienstleistungsbranche blickt - trotz überraschend verlangsamter wirtschaftlicher Erholung in dem Sektor - so optimistisch wie seit mehr als dreieinhalb Jahren nicht mehr in die Zukunft. Grund dafür ist der weltweite Aufschwung.

HB BERLIN. Der Reuters-Service-Index sank auf 54,6 von 55,4 Zählern im November, wie das Forschungsinstitut NTC am Dienstag mitteilte. Mit deutlich über 50 Punkten signalisierte der Index jedoch zum fünften Mal in Folge, dass die Geschäfte der Dienstleister besser laufen. „Ausschlaggebend für das starke Wachstum in der Branche war die gestiegene Nachfrage der Kunden“, erklärte NTC. Volkswirte werteten die Daten als Beleg für die allmähliche Erholung der deutschen Konjunktur.

Der Geschäftszuwachs in Deutschland blieb jedoch hinter dem in anderen großen Länder der Euro-Zone - Frankreich, Italien und Spanien - zurück. Der Service-Index für das Währungsgebiet fiel dabei ebenfalls auf 56,6 von 57,5 Punkten. Von Reuters befragte Volkswirte hatten für den deutschen Index einen Anstieg auf 56,0 Zähler und für die Euro-Zone auf 57,8 Punkte erwartet. NTC zufolge verbesserte sich im Dezember insgesamt die Lage der Privatwirtschaft in der Euro-Zone. Die Einkaufsmanager-Indizes für die Industrie hatten eine beschleunigte Erholung angezeigt.

Die rund 500 befragten deutschen Dienstleister - zu der beispielsweise Hotels, Banken und Speditionen gehören - berichteten zum fünften Mal in Folge von besserem Neugeschäft, wenngleich sich der Auftragsanstieg etwas abschwächte. Auf Grund der anschwellenden Orderbücher vermeldeten die Firmen erstmals seit gut drei Jahren einen wachsenden Auftragsbestand. Dies sei ebenso wie die steigende Zuversicht ermutigend für die deutsche Wirtschaft insgesamt, sagte Bernd Weidensteiner von der DZ Bank. „Für die Konjunktur ist der Index ein weiterer Puzzle-Stein, dass sich die Lage verbessert und der Horizont aufhellt.“ Ökonomen gehen wie die Bundesregierung davon aus, dass die deutsche Wirtschaft 2004 nach drei Jahren der Stagnation wieder um etwa eineinhalb bis zwei Prozent wachsen wird.

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