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18.11.2013

07:33 Uhr

Wal-MArt

Fabriken in Bangladesch scheitern bei Sicherheitstests

Nach dem tragischen Einsturz eines Fabrikkomplexes mit mehr als 1000 Toten ließ US-Einzelhandelskonzern Wal-Mart seine Lieferanten in Bangladesch überprüfen. Das Ergebnis: Von 75 Fabriken fielen zehn durch.

Mitarbeiter einer Textilfabrik in einem Vorort von Dhaka in Bangladesch: Bei einem Test fielen zehn von 75 überprüften Fabriken durch. dpa

Mitarbeiter einer Textilfabrik in einem Vorort von Dhaka in Bangladesch: Bei einem Test fielen zehn von 75 überprüften Fabriken durch.

New YorkBei Sicherheitsüberprüfungen im Auftrag des US-Einzelhandelskonzerns sind zehn von 75 Textilfabriken in Bangladesch durchgefallen. Insgesamt sollten von Bureau Veritas an die 200 Fabriken in Bangladesch überprüft werden, die für Wal-Mart produzieren. Die Untersuchung ist nach dem Einsturz des Rana-Plaza-Fabrikkomplexes in Auftrag gegeben, bei dem im April mehr als 1100 Menschen ums Leben kamen.

Bei den Tests durchgefallene Fabriken hätten bereits Verbesserungen durchführen lassen. Vor Wal-Mart hatten bereits europäische Bekleidungsfirmen ein System von Fabrikinspektionen eingeführt. Nordamerikanische Einzelhändler haben eine eigene Allianz geschmiedet und einen Fonds geschaffen, aus dem Verbesserungen der Sicherheitsmaßnahmen in den Fabriken bezahlt werden.

Die größten Textilhändler in Deutschland

Rang 10

Tchibo / Ernsting's Family
Die Unternehmen aus Hamburg und Coesfeld teilen sich den zehnten Platz mit einem Umsatz von 1,01 Milliarden Euro. Damit schlugen sie 2014 aber etablierte Modefilialisten wie Esprit, Inditex oder den Onlinehändler Zalando.

Quelle: „Textilwirtschaft“

Rang 9

Aldi-Gruppe
Die beiden Discounter (Aldi Nord/Aldi Süd) erzielten 2013 einen geschätzten Textilumsatz von 1,04 Milliarden Euro, ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr. Damit kann Aldi Rang neun verteidigen.

Rang 8

Lidl
Die Neckarsulmer liegen mit einem Textilumsatz von rund 1,08 Milliarden Euro auf Rang acht.

Rang 7

Tengelmann
Die Mülheimer, die rund 82 Prozent der Billig-Kette Kik besitzen, erwirtschafteten 2014 einen geschätzten Jahresumsatz von rund 1,3 Milliarden Euro, ein leichtes Plus zum Vorjahr.

Rang 6

Peek & Cloppenburg
Die Düsseldorfer belegen in der Rangfolge der größten Textileinzelhändler in Deutschland mit einem Jahresumsatz von 1,34 Milliarden Euro Platz sechs.

Rang 5

Karstadt
Deutlich geschrumpft ist erneut der Umsatz bei Karstadt - nach „Textilwirtschaft“-Schätzung um mehr als 300 Millionen Euro auf 1,58 Milliarden Euro. Dennoch wird Platz fünf verteidigt.

Platz 4

Metro
Die Düsseldorfer Metro-Group schafft mit Textilien im Jahr 2014 geschätzte 2,25 Milliarden Euro Umsatz.

Platz 3

C&A
Noch ein Düsseldorfer Unternehmen - mit einem Jahresumsatz von 2,9 Milliarden Euro ist C&A der drittgrößte Textileinzelhändler in Deutschland. Allerdings sind die Einnahmen seit Jahren rückläufig.

Platz 2

H&M
Die schwedische Modekette H&M steigert den Umsatz 2014 deutlich. Die Erlöse belaufen sich in Deutschland auf 3,8 Milliarden Euro.

Platz 1

Otto
Der größte Textileinzelhändler in Deutschland bleibt der Hamburger Versandhändler Otto Group mit einem Textil-Jahresumsatz von 4,2 Milliarden Euro im Jahr 2014.

Bangladesch ist einer der größten Lieferanten für globale Textilunternehmen, weil seine Löhne zu den geringsten in der Welt zählen. Vergangene Woche stimmten Fabrikbesitzer einer Erhöhung des Mindestlohns um 77 Prozent für ungelernte Arbeiter auf 5300 Takas (49 Euro) im Monat zu.

Von

ap

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

18.11.2013, 08:04 Uhr

"Bei den Tests durchgefallene Fabriken hätten bereits Verbesserungen durchführen lassen. Vor Wal-Mart hatten bereits europäische Bekleidungsfirmen ein System von Fabrikinspektionen eingeführt. "

Wie muss das dann vorher ausgesehen haben?
Diese Menschenverachtung empfinde ich als widerlich, und das auch noch dafür um jede Menge Müll zu produzieren, der dann wieder an die Armsten durchgereicht wird.
So einen Kapitalismus will ich nicht, echter Wettbewerb sieht anders aus.

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