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21.02.2017

15:59 Uhr

Walmart

In der Zange von Amazon und Aldi

VonGeorg Weishaupt

Warren Buffett hat seine Anteile an Walmart gerade drastisch reduziert. Jetzt zeigt sich, warum: Der Handelsriese kommt nicht richtig von der Stelle. Konzernchef Doug McMillon kämpft gleich an mehreren Fronten.

Das Image des Konzerns mit 2,2 Millionen Angestellten und über 500 Milliarden US-Dollar Umsatz war durch die Sparpolitik ramponiert. Reuters, Sascha Rheker

Walmart-Mitarbeiter

Das Image des Konzerns mit 2,2 Millionen Angestellten und über 500 Milliarden US-Dollar Umsatz war durch die Sparpolitik ramponiert.

DüsseldorfDer Milliardär hatte wohl eine Vorahnung. Vor einer Woche schockierte Warren Buffett die Öffentlichkeit mit der Nachricht, dass er seine Beteiligung an Walmart drastisch gekürzt hat. Da ahnte der 86-Jährige wohl schon, was diese Woche kommen würde: Der US-Handelsriese Walmart verdiente im vierten Quartal deutlich weniger als im Jahr zuvor. Der operative Gewinn sank um 6,6 Prozent auf 6,2 Milliarden US-Dollar. Der Umsatz stieg nur leicht um einen Prozentpunkt.

Walmart-Chef Doug McMillon übte sich unterdessen in Optimismus. „Wir hatten ein solides viertes Quartal“, sagte er bei Veröffentlichung der aktuellen Zahlen am Dienstag. „Wir verändern uns schnell, immer mehr ein digitales Unternehmen zu werden und die Kunden besser zu bedienen.“ Auch legte der Umsatz in den US-Läden im Quartal bis Ende Januar auf vergleichbarer Basis überraschend kräftig um 1,8 Prozent zu. Die Aktie legte vorbörslich mehr als zwei Prozent zu.

Walmart-Chef Doug McMillon: Im Namen der Familie

Walmart-Chef Doug McMillon

Premium Im Namen der Familie

Walmart ist der größte Arbeitgeber der Welt. Dahinter steht die Familie Walton. Ihr Statthalter krempelt den Handelsriesen um. Mit 16 hat er Regale eingeräumt, nun sorgt er dafür, dass die Mitarbeiter fair bezahlt werden.

In den USA macht Walmart jedoch weiterhin der Konkurrenzkampf mit dem digitalen Widersacher Amazon zu schaffen. Der versucht, mit einem immer schnelleren und umfassenderen Lieferservice zu punkten. Walmart hatte die Konkurrenz aus dem Online-Geschäft in den vergangenen Jahren lange Zeit vernachlässigt.

Walmart hatte zudem viele Jahre zu sehr darauf geschielt, seinen Aktionären Gewinne zu liefern. Der Familienkonzern, der den Nachfahren von Walmart-Gründer Sam Walton gehört, sparte an vielem, was ihn einst groß und berühmt gemacht hatte: an qualifizierten Mitarbeitern, an Service und Ausstattung. Die Folge: Der Umsatz des Konzerns sank zum ersten Mal in der Geschichte von Walmart.

Seit 2014, als er den Chefposten übernahm, kämpft Doug McMillon nun dafür, dass Walmart wieder an alte Erfolgszeiten anknüpfen kann. Er will den Service, eine der Stärken des Konzerns, wieder ausbauen. So führte er zum Beispiel die sogenannten Begrüßer wieder ein. Das sind Mitarbeiter, die jeden Kunden, der den Supermarkt betritt, fröhlich willkommen heißen. Diese Stellen hatte sein Vorgänger im Management vor drei Jahren abgebaut.

Das Image des Konzerns mit 2,2 Millionen Angestellten und über 500 Milliarden US-Dollar Umsatz war durch die Sparpolitik ramponiert. Kunden beschwerten sich über leere Regale und zu wenig Verkäufer. McMillon musste und muss nicht nur sein Image als US-Vorzeigekonzern polieren, sondern sich auch gegen immer stärkere Konkurrenten aus Ausland wehren.

Kommentare (1)

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Herr richard roehl

21.02.2017, 18:16 Uhr

Ist die Überschrift nicht ein bischen reisserisch? Aldi macht etwa 3% des Umsatzes von Walmart in den USA. Wie können die da Walmart gefährlich werden?

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