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18.02.2016

15:54 Uhr

Walmart schließt Filialen

Der Handelsriese hinterlässt verbrannte Erde

Ökonomen nennen es den „Walmart-Effekt“: Kommt der Shopping-Riese in eine Stadt, werden andere Geschäfte verdrängt. Geht er, bleibt oft verbrannte Erde zurück. Darunter leiden vor allem kleine Gemeinden.

154 der zuletzt 5310 US-Filialen des Einzelhandelsriesen machen dicht. AFP

Geschlossene Walmart-Filiale in Los Angeles

154 der zuletzt 5310 US-Filialen des Einzelhandelsriesen machen dicht.

New York/BentonvilleDer „Big Apple“ ist für Walmart tabu. Bürgermeister Bill de Blasio hat aus seiner Abneigung gegen den weltgrößten Einzelhändler nie einen Hehl gemacht: „Walmart gehört nicht nach New York City“, machte er 2014 direkt nach seinem Amtsantritt unmissverständlich klar. Die niedrigen Preise und Löhne würden den lokalen Einzelhandel und die Sozialstruktur kaputt machen.

Alle Versuche des Unternehmens, in der Ostküsten-Metropole Fuß zu fassen, scheiterten. Bis heute sind die „5 Boroughs“ – Manhattan, Brooklyn, Queens, die Bronx und Staten Island – Walmart-freie Zone.

Damit ist New York jedoch eine absolute Ausnahme. Die meisten US-Städte begrüßten den 1962 in Arkansas gegründeten Shopping-Riesen mit offenen Armen. Etliche von ihnen – vor allem kleinere Gemeinden in ländlichen Regionen – zahlen nun einen hohen Preis dafür: Nachdem die Mega-Präsenz und die niedrigen Preise von Walmart kleinere Wettbewerber aus dem Geschäft drängten, zieht sich der Konzern zurück. 154 der zuletzt 5310 US-Filialen machen dicht. Das hinterlässt vielerorts verbrannte Erde.

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Zu viel Krimskrams, keine Übersicht, wenig attraktive Filialen, und die Kunden wandern ins Internet ab – Walmart kämpft mit Problemen. Walmart hat die schleichende Bedrohung erkannt und geht nun zahlreiche Reformen an.

„Walmart hat uns ruiniert“, klagt Renee Ireland Smith im US-Sender Bloomberg TV. Sie betrieb das Lebensmittelgeschäft Town'n Country in der Kleinstadt Oriental in North Carolina. Der Absatz sei schlagartig um 30 Prozent gesunken, als Walmart im Mai 2014 eröffnet habe. Smiths Mutter, die Besitzerin des Ladens, hätte noch 100.000 Dollar an Ersparnissen investiert, um sich gegen die Übermacht aufzubäumen. Doch im Oktober gab die Familie auf. Und nun schließt auch Walmart.

Oriental ist kein Einzelfall. Vor allem das jähe Ende eines erst 2011 gestarteten Experiments mit „Walmart Express“ genannten Mini-Filialen hinterlässt mitunter tiefe Spuren. In vielen Provinzen – oftmals mit überwiegend älterer Bevölkerung – gibt es neben Walmart keine weiteren Einzelhändler oder Apotheken. Häufig ist der Konzern, der zugleich größter US-Arbeitgeber ist, auch eine der wichtigsten Steuerquellen der Gemeinden. Der Rückzug gleicht deshalb mitunter einem Kahlschlag.

Die größten Discounter der Welt

Platz 10

Dollar Tree belegt den zehnten Platz unter den weltgrößten Discountern. Das US-Unternehmen erwirtschaftete 2014 6,8 Milliarden Euro.

Quelle: Planet Retail/Statista

Platz 9

Auch aus Skandinavien kommt ein Discounter, der es unter die Top Ten der weltgrößten geschafft hat: Rema 1000 gehört zum Konzern Reitangruppen. 2014 setzte das Unternehmen sieben Milliarden Euro um.

Platz 8

2014 generierte der US-Discounter Family Dollar einen Umsatz von 8,3 Milliarden Euro.

Platz 7

Der siebtgrößte Discounter der Welt heißt Biedronka, ist in Polen aktiv, gehört aber der portugiesischen Gruppe JMR Jerónimo Martins Retails. 2014 setzte die Kette 9,3 Milliarden Euro um.

Platz 6

Die sechstgrößte Discountkette der Welt stammt aus Spanien. Das Unternehmen mit dem Namen Dia (zu Deutsch „Tag“) setzte 2014 10,3 Milliarden Euro um.

Platz 5

Auf dem fünften Platz findet sich ein deutsches Unternehmen: Der Discounter Penny, der zur Rewe-Gruppe gehört. 2014 betrug der Umsatz des Discounters 12,1 Milliarden Euro.

Platz 4

Der viertgrößte Discounter der Welt ist Netto. Die Kette gehört zur Edeka-Gruppe und erwirtschaftete 2014 einen Umsatz von 14,5 Milliarden Euro.

Platz 3

Die US-Kette Dollar General verkaufte 2014 Waren im Wert von 15,0 Milliarden Euro.

Platz 2

Der Discounter Lidl, der zur Schwarz Gruppe gehört, belegt im Ranking der weltgrößten Discounter mit großem Abstand zum Drittplatzierten den zweiten Platz. 2014 betrug der Umsatz der Supermarktkette 62,7 Milliarden Euro.

Platz 1

Aldi Nord und Süd sind gemeinsam auf Platz eins im Ranking der weltweit größten Discounter. 2014 verkauften die beiden deutschen Unternehmen Artikel im Wert von 65,9 Milliarden Euro.

Walmart-Chef Doug McMillon bedauert die Entscheidung, sieht jedoch keine Alternative: „Filialen zu schließen, ist nie einfach, aber es ist notwendig, damit das Unternehmen stark und gut aufgestellt bleibt.“ Sein Konzern baut nicht nur in den USA ab. Insgesamt werden weltweit 269 Filialen geschlossen, wie Walmart Mitte Januar ankündigte. Davon sind 16.000 Mitarbeiter betroffen.

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