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25.11.2013

23:38 Uhr

Walmart

Was der Chef des weltgrößten Einzelhändlers vorhat

VonAxel Postinett

Walmart bekommt einen neuen Chef. Und der drängt ins Ausland und ins mobile Internet. Es bleibt ihm schlicht keine andere Wahl. Bis er in den Kampf gegen die Online-Konkurrenz tritt, ist aber noch ein wenig Zeit.

Filiale des US-Handelsriesen Walmart: Das Unternehmen bekommt einen neuen Chef – aber erst im Februar. AP

Filiale des US-Handelsriesen Walmart: Das Unternehmen bekommt einen neuen Chef – aber erst im Februar.

San FranciscoZum Beginn gibt es erst einmal eine Schonfrist. Das Weihnachtsgeschäft für den Handelsriesen Walmart wird so hart wie nie zuvor. Onlinehändler wie Amazon reißen immer mehr Geschäft an sich und große Wettbewerber im Einzelhandel haben die traditionelle Rabattschlacht am Regal schon weit vor dem berüchtigten „Black Friday“ eröffnet, dem größten Verkaufs-Event des Jahres mit Nachlässen von 50 Prozent und mehr. Aber der neue Chef Doug McMillon muss sein Amt erst am 1. Februar 2014 antreten, wenn die Schlacht unter dem Weihnachtsbaum geschlagen ist. Dann wird Mike Duke, der 63-jährige Präsident und CEO des weltgrößten Einzelhandelsunternehmens das Ruder an den 47-jährigen McMillon offiziell übergeben.

McMillon, der von 2006 bis 2009 das Clubgeschäft von Walmart, „Sam's Club“ mit 46 Milliarden Dollar Umsatz geleitet hat, erwarten schwere Aufgaben. Zum dritten Mal in Folge blieben die Quartalsergebnisse hinter den Erwartungen zurück. Für das wichtige Weihnachtsgeschäft sind die Prognosen enttäuschend. Die Umsätze in den US-Geschäften werden „eher unverändert“ zum Vorjahr liegen, musste Duke Mitte November den Anlegern mitteilen. Das Wettbewerbsumfeld „sowohl in den Ladengeschäften als auch online“ bleibe herausfordernd.

Gegenüber Vorjahr zog der Nettoumsatz im dritten Quartal 2013, das im Oktober endete, lediglich um 1,6 Prozent auf auf 114,9 Milliarden Dollar an. Im Heimatmarkt fiel der Umsatz auf vergleichbarer Basis zum Vorjahr sogar um 0,3 Prozent. Zum Vergleich: Forrester erwartet in seiner jüngsten Prognose für den US-Onlinehandel zu Weihnachten ein Plus von 15 Prozent auf 87,7 Milliarden Dollar. Ein Feld, auf dem McMillon mit Macht aufholen muss.

Größte Einzelhändler weltweit (Umsatz 2012)

Platz 10

Best Buy (USA)

Die US-Amerikaner aus Richfield, Minnesota, sind einer der führenden Anbieter für Unterhaltungselektronik. Der Umsatz im Jahr 2012 betrug 50,7 Milliarden Dollar.

Platz 9

Walgreens (USA)

Mit rund 7.000 Filialen in den USA und Puerto Rico, von denen ein Drittel 24 Stunden am Tag geöffnet sind, schafft es Walgreens unter die zehn größten Einzelhändler. Am Hauptsitz in Deerfield, Illinois, konnte man sich 2012 über einen Umsatz von 71,6 Milliarden Dollar freuen.

Platz 8

Home Depot (USA)

Die Amerikaner bezeichnen sich selbst als größte Baumarktkette der Welt. Was den Umsatz angeht, haben sie recht. Mit rund 74,8 Milliarden Dollar kann keine andere Baumarktkette mitthalten.

Platz 7

Tesco (Großbritannien)

Die blau-weiße Handelskette aus Cheshunt gehört schon seit Jahren zu den größten Supermarktkonzernen. Weltweit beschäftigen die Briten 520.000 Mitarbeiter und machten 2012 einen Umsatz in Höhe von 83,5 Milliarden Dollar. Das US-Geschäft mit 5.000 Beschäftigen will Tesco abstoßen.

Platz 6

Metro (Deutschland)

Der deutsche Handelsriese aus Düsseldorf ist der drittgrößte Einzelhändler Europas. International erreicht der Dax-Konzern mit einem Umsatz von 87,8 Milliarden Dollar im Jahr 2012 ebenfalls einen Spitzenplatz, auch wenn das Unternehmen mit Schwierigkeiten kämpft.

Platz 5

Kroger

Was als kleiner Lebensmittelladen in Cincinnati begann, ist mittlerweile einer der größten Supermarktketten der Welt. Im Jahr 2012 setzte der Lebensmittelhändler 96,8 Milliarden Dollar um.

Platz 4

Costco Wholesale (USA)

Die 500 Cash&Carry-Märkte der US-Großhandelskette sind in den USA weit verbreitet. Der Hauptsitz liegt in der Kleinstadt Issaquah bei Seattle im Bundesstaat Washington. Mit 99,1 Milliarden Dollar fiel der Umsatz auch 2012 gigantisch aus.

Platz 3

Carrefour (Frankreich)

Kein europäischer Einzelhändler ist größer als Carrefour. Mit fast 500.000 Mitarbeitern weltweit machten die Franzosen im Jahr 2011 einen Umsatz von 104 Milliarden Dollar.

Platz 2

CVS Caremark (USA)

In der Kleinstadt Woonsocket im US-Bundesstaat Rhode Island ist die drittgrößte Handelskette der Welt beheimatet. Der Drogerie- und Pharmahändler setzten im Jahr 2012 rund 123 Milliarden Dollar um.

Platz 1

Walmart (USA)

Unangefochten an der Spitze bleibt der Handelsgigant aus Bentonville, Arkansas. Gigantische 443,85 Milliarden Dollar setzte der Konzern 2012 um - bei einem Gewinn von 15,7 Milliarden Dollar. Weltweit beschäftigt der Konzern mehr als zwei Millionen Mitarbeiter.

Quelle: Eigene Recherche.

Der Wechsel an der Führungsspitze demonstriert einen Wandel der Prioritäten. McMillon ist derzeit verantwortlich für das internationale Geschäft, das rund 28 Prozent des Umsatzes ausmacht. McMillion, der 1984 in den Sommerferien erstmals in einem Wal Mart-Auslieferungslager gejobbt hatte und 2000 seine erste feste Stelle bei Wal Mart in Tulsa, Oklahoma, antrat, scheint der richtige Mann dafür: „Als Händler aus Überzeugung hat Doug nicht nur eine lange Historie in unserem Unternehmen, sondern auch ein Gespür dafür, was unsere Kunden weltweit in Zukunft erwarten“, so Chairman Rob Walton zu seiner Ernennung.

Das könnte Walmart in der Tat gut gebrauchen. Das internationale Geschäft enttäuschte mit 0,2 Prozent Plus auf 33 Milliarden Dollar. Währungsverluste und ein „schwieriges makroökonomisches Umfeld“ werden dafür verantwortlich gemacht. Rund 25 von knapp 400 Läden in China werden wegen Unrentabilität in den kommenden Monaten geschlossen. Auch 25 brasilianische Läden schließen ihre Pforten. Lag die Planung für neue Verkaufsflächen außerhalb der USA im September noch bei zwei Millionen qm, sind es jetzt nur noch 1,3 Millionen. Unter anderem, weil der Einstieg in den Einzelhandel in Indien erst einmal auf Eis gelegt worden ist.

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