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27.02.2013

16:20 Uhr

Wandelanleihe

Air Berlin sammelt 140 Millionen Euro ein

Air Berlin bleibt auf Sanierungskurs und braucht ein stärkeres Finanzpolster. Dafür hat die Fluggesellschaft eine Anleihe im Volumen von 140 Millionen Euro ausgeben, die in Aktien getauscht werden kann.

Mitarbeiterin der Fluggesellschaft Air Berlin am Flughafen Wien Schwechat. Die Airline will 120 Millionen Euro einsammeln. dapd

Mitarbeiterin der Fluggesellschaft Air Berlin am Flughafen Wien Schwechat. Die Airline will 120 Millionen Euro einsammeln.

FrankfurtDie angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin holt sich am Kapitalmarkt frisches Geld. Das Unternehmen habe eine Wandelanleihe platziert und damit 140 Millionen Euro eingenommen, teilte Air Berlin mit. Ursprünglich waren nur 120 Millionen Euro angepeilt - wegen der großen Nachfrage sammelte die Fluggesellschaft aber 20 Millionen Euro mehr ein. Die Schuldverschreibung wirft sechs Prozent Zinsen pro Jahr ab und kann später zu einem Preis von 2,82 in Air-Berlin-Aktien umgetauscht werden kann. Zum Vergleich: Am Mittwoch notierten die im SDax gelisteten Titel bei 2,30 Euro.

Die größten europäischen Billigflieger

Platz 10

Wizz Air: 42 Flugzeuge

Die ungarische Fluglinie Wizz Air hat ihr Streckennetz vor allem in Osteuropa. In Deutschland fliegt sie mit ihren 42 Airbus A320 die Flughäfen in Dortmund, Frankfurt-Hahn, Köln/Bonn, Lübeck und Memmingen an.

Quelle: DLR Low-Cost-Monitor 1/2014 (Stand: Frühjahr 2014). Es wurden ausschließlich in Deutschland operierende Airlines in das Ranking aufgenommen.

Platz 9

Jet 2: 49 Flugzeuge

Die britische Billig-Airline Jet 2 gibt es erst seit dem Jahr 2002, trotzdem hat sie mit 49 Flugzeugen eine der größten Flotten unter den europäischen Billig-Airlines. Mit ihren 38 Boeing 737-Maschinen und elf Boeing 757 fliegt die Airline viele Urlaubsziele im Mittelmeer und außerdem New York City an.

Platz 8

Germanwings: 55 Flugzeuge

Die Lufthansa-Tochter bleibt in den Top Ten der europäischen Billigflieger. Germanwings kommt der Aufstellung zufolge auf 55 Flugzeuge in der Flotte. Weil die Lufthansa allerdings noch weitere Flugverbindungen und Maschinen an die Tochter abgibt, wird die Zahl der Flieger noch zunehmen.

Platz 7

Flybe: 59 Flugzeuge

Die britische Airline Flybe betreibt mit 37 Maschinen die größte Flotte an Bombardier Dash Q8-400 Maschinen weltweit. Dazu kommen 22 Flieger von Embraer. Flybe hat seinen Sitz in Southampton und fliegt in Deutschland die Flughäfen in Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover und Stuttgart an.

Platz 6

Vueling: 72 Flugzeuge

Die spanische Fluggesellschaft Vueling startete im Jahr 2004. Die Flotte der Billig-Airline besteht aus Flugzeugen der Typen Airbus A320 und A319. Der Billigflieger gehört mittlerweile zur International Airline Group (IAG), der Mutter von British Airways und Iberia. Die Flotte wächst weiter – auch dank der Übernahme von Iberia-Verbindungen.

Platz 5

Air Berlin: 88 Flugzeuge

Die Netzwerk-Airline Air Berlin ist ebenfalls im Ranking vertreten – mit Strecken, die als Low-Cost-Flüge gelten (siehe Hinweis). Die Fluggesellschaft hat 41 Airbus A319, A320 und A321, 46 Boeing 737 und eine ATR in der Flotte.
Hinweis: Das DLR spricht bei Air Berlin von einer „Grauzone“, in der mehrere Geschäftsmodelle Anwendung finden. In das Ranking wurden nur die bisherigen Low-Cost-Strecken der in Air Berlin aufgegangenen Fluggesellschaften aufgenommen. Bei der Flotte verhält es sich offenbar ähnlich. Die komplette Flotte von Air Berlin finden Sie hier.

Platz 4

Norwegian: 91 Flugzeuge

Zu Norwegian gehören 87 Boeing 737 und vier 787, viele davon sind mit Portraits berühmter skandinavischer Persönlichkeiten geschmückt. Norwegian gehört damit mittlerweile zu den großen im europäischen Luftraum.

Platz 3

HOP!: 102 Flugzeuge

Die Fluggesellschaft ist neu im Ranking – und schießt gleich auf Rang drei vor. Das hat einen einfachen Grund: Der Zusammenschluss mehrerer ehemaliger französischer Regionalflieger unter dem Dach der Air France bedient erst seit kurzem den deutschen Markt.

Platz 2

Easyjet: 197 Flugzeuge

Die britische Fluglinie Easyjet ist die Nummer zwei der Billigflieger in Europa. Zu der wachsenden Flotte gehören 138 Airbus A319 und 59 Airbus A320.

Platz 1

Ryanair: 297 Flugzeuge

Mit einer Flotte von mehr als knapp 300 Flugzeugen ist Ryanair unumstritten die größte Billig-Airline in Europa. Und die Flotte wird noch größer: Bei Boeing haben die Iren zuletzt 175 neue Flugzeuge bestellt.

Die Aktionäre zeigten sich nicht begeistert von der Ankündigung. Im frühen Handel sackte die Aktie um mehr als fünf Prozent auf 2,23 Euro ab. Später erholte der Kurs sich wieder. Laut Bloomberg kommt Air Berlin derzeit auf eine Marktkapitalisierung von 260 Millionen Euro.

Dabei hatte Deutschlands zweigrößte Airline wieder positive Nachrichten verkündet: Erstmals seit 2007 hat Air Berlin im vergangenen Jahr wieder schwarze Zahlen geschrieben. Das ist vor allem dem harten Sparkurs und Großaktionär Etihad zu verdanken. Mit einem Darlehen und dem Kauf des Bonusprogramms der Berliner hatten die Araber der Airline finanziell unter die Arme gegriffen.

Zudem wurde im Herbst 2011 unter der Führung von Übergangschef Hartmut Mehdorn ein Schrumpfkurs eingeleitet, unrentable Routen gestrichen und die Flotte von 170 auf 155 Maschinen verkleinert. Mit dem Sparprogramm „Shape & Size“ hat die Airline nach eigenen Angaben rund 250 Millionen Euro eingespart.

Der neue Air-Berlin-Chef Wolfgang Prock-Schauer hatte zum Amtsantritt angekündigt, das Sanierungsprogramm „Turbine“ voranzutreiben. Im laufenden und im kommenden Jahr sollen insgesamt rund 400 Millionen Euro eingespart werden. 900 Mitarbeiter werden entlassen.. Prock-Schauer ist zuversichtlich, die Airline mit dem Sparprogramm "Turbine" wettbewerbsfähig aufzustellen und nachhaltig profitabel zu arbeiten.

Mit dem Gewinn sind die größten Probleme von Air Berlin allerdings noch nicht beseitigt: Immer noch trägt das Unternehmen einen Schuldenberg von 770,2 Millionen Euro (Vorjahr: 813 Millionen Euro) mit sich herum.

Von

rtr

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