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20.09.2013

12:58 Uhr

Warenhäuser

Karstadt behält einheitliche Geschäftsführung

Auch nach dem Verkauf der Premium- und Sporthäuser an die österreichische Signa-Holding sollen alle Karstadt-Sparten gemeinsam geführt werden. Weder die Berggruen-Holding noch die Signa-Holding wollten sich dazu äußern.

Signa-Gründer und Mehrheitsaktionär René Benko hatte am vergangenen Montag überraschend die Anteile der Premium- und Sporthäuser der Karstadt-Kette erworben. dpa

Signa-Gründer und Mehrheitsaktionär René Benko hatte am vergangenen Montag überraschend die Anteile der Premium- und Sporthäuser der Karstadt-Kette erworben.

Hamburg/EssenBei Karstadt sollen auch nach dem Verkauf der Premium- und Sporthäuser an die österreichische Signa-Holding alle Sparten laut einem „Spiegel“-Bericht weiter gemeinsam geführt werden. Das Nachrichtenmagazin berichtete, auch der Einkauf werde künftig zentral betrieben. Der Aufsichtsrat werde ebenfalls weiterhin für alle drei Bereiche verantwortlich sein. Ein Sprecher der Signa-Holding wollte den Bericht am Freitag nicht kommentieren. Von der Berggruen-Holding und Karstadt waren zunächst keine Stellungnahmen zu erhalten.

Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen hatte am vergangenen Montag überraschend bekanntgegeben, die Anteile der Premium- und Sporthäuser zu 75,1 Prozent an den österreichischen Immobilieninvestor René Benko übertragen zu haben. Im Zuge des Verkaufs sollen insgesamt 300 Millionen Euro an Investitionen in die Karstadt-Filialen fließen.

Karstadts Krisen-Chronik (Teil 1)

Keine Wende

Mit seinem früheren Mutterkonzern Arcandor war Karstadt 2009 in die Insolvenz gerutscht. Im Juni 2010 stieg Investor Nicolas Berggruen ein. Von seinem Einspringen wurde die Wende erhofft. Die Chronik der Krise.

1. September 2009

Für die wichtigsten Arcandor-Gesellschaften - darunter die Karstadt Warenhaus GmbH - wird das Insolvenzverfahren eröffnet.

1. Dezember

Zehn Karstadt-Standorte mit teils mehreren Häusern sollen nach Angaben der Insolvenzverwaltung geschlossen werden. Etwa 1200 Mitarbeiter sind betroffen.

15. März 2010

Beim Essener Amtsgericht wird ein Insolvenzplan vorgelegt. Am 12. April stimmen die Gläubiger dem Plan zu.

1. Juni

Von bundesweit 94 Kommunen haben bis auf drei alle einem Verzicht auf Gewerbesteuer zugestimmt. Die im Insolvenzplan geforderte Zustimmungsquote von 98 Prozent gilt damit als sicher.

7. Juni

Die vom Privatinvestor Nicolas Berggruen gesteuerte Berggruen Holding erhält vom Gläubigerausschuss den Zuschlag zur Übernahme. Einen Tag später unterschreibt Berggruen den Kaufvertrag unter Vorbehalt. Berggruen fordert vom Karstadt-Standortvermieter Highstreet deutliche Mietsenkungen.

14. Juni

Eine erste Verhandlungsrunde zu den künftigen Mieten endet ohne Ergebnis. Am 20. Juni lehnt Berggruen ein Angebot von Highstreet über Mietsenkungen von mehr als 400 Millionen Euro ab.

26. August

Berggruen hat sich mit der Essener Valovis-Bank geeinigt. Die Bank hatte Highstreet ein Darlehen über 850 Millionen Euro gewährt und dafür im Gegenzug 53 Waren-, Sport- und Parkhäuser als Sicherheit erhalten. Man habe sich unter anderem darauf verständigt, dass Berggruen dieses Darlehen bis 2014 ablösen könne, heißt es.

2. September

Die Highstreet-Gläubiger stimmen den von Investor Berggruen geforderten Mietsenkungen zu.

30. September

Das Essener Amtsgericht hebt das Insolvenzverfahren auf. Damit erhält Berggruen zum 1. Oktober die Schlüsselgewalt für die Karstadt Warenhaus GmbH. 40.000 Gläubiger verzichten auf zwei Milliarden Euro. Die Belegschaft verzichtet auf 150 Millionen Euro.

Laut „Spiegel“ entfällt allerdings nur die Hälfte davon auf die 86 „normalen“ Karstadt-Warenhäuser. Der Rest sei vor allem für die Premiumhäuser, zum Teil aber auch für die Sporthäuser bestimmt. Die Hälfte des Geldes sei bereits bis zum Jahresende fällig.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Sandra

20.09.2013, 14:25 Uhr

wieder eine Mauschelei bei Karstadt
wer kann überprüfen, ob das Geld tatsächlich investiert wird? Sind diese Karstadt noch bei jemanden glaubwürdig?
Berggruen hat mal wieder ein sehr gutes Geschäft gemacht, für 1 EUR 300 mio "erwirtschaftet"

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