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17.11.2011

17:39 Uhr

Warenhaus-Kette

Kaufhof droht der Ausverkauf

Mehrere Bieter wollen die Warenhaus-Kette Kaufhof übernehmen und haben ihren Hut in den Ring geworfen. Unterdessen beklagt Karstadt-Eigentümer und Kaufhof-Interessent Berggruen die Bevorzugung eines Konkurrenten.

Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen will auch Kaufhof übernehmen. dapd

Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen will auch Kaufhof übernehmen.

DüsseldorfEs geht um mehr als 100 Warenhäuser mit 23.000 Mitarbeitern in Deutschland. Und es geht um diejenigen, die den Verkauf in der Hand haben. In der Aufsichtsratssitzung der Metro AG kommen an diesem Freitag mehrere heiße Themen auf den Tisch. Der scheidende Vorstandschef Eckhard Cordes wird über den Stand des Verkaufsverfahrens für die Metro-Tochter Kaufhof informieren.

Im Mittelpunkt der Sondersitzung steht nach einer monatelangen Führungskrise die Wahl eines neuen Aufsichtsratschefs. Für dieses Amt kandidiert Franz Markus Haniel. Wahrscheinlich sitzt auch der Nachfolger von Cordes mit am Tisch. Mit Olaf Koch (41) und Joël Saveuse (58) haben zwei Mitglieder des anwesenden Vorstandes gute Chancen. Eine Entscheidung darüber, wer die Metro künftig führen wird und den Kaufhof verkaufen darf, wird aber noch nicht erwartet.

„Das sollte den Metro-Aufsichtsrat sehr interessieren, wenn er am Freitag tagt“, meint Nicolas Berggruen. Der Karstadt-Eigentümer will auch Kaufhof übernehmen. „Wir haben vor mehr als zwei Wochen einen sehr seriösen Vorschlag gemacht. Wir sind der logische Käufer, denn wir könnten die beiden großen deutschen Warenhausketten unter einem Dach bündeln“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ).

Doch Berggruen plaudert in dem Interview nicht. Berggruen klagt darüber, im Bieterrennen um den Kaufhof werde der Konkurrent Signa bevorzugt. Der Metro-Aufsichtsrat sei verpflichtet, für ein sauberen Verkaufsprozess zu sorgen, der allen seriösen Bietern Einblick in die Bücher gebe. Die österreichische Immobilienholding Signa um René Benko habe mit ihrer Unternehmensprüfung bereits riesigen Vorsprung.

Ohnehin sollte sich nicht mehr Cordes, sondern dessen Nachfolger um den Kaufhof-Verkauf kümmern, legt Berggruen im „FAZ“-Interview nach. Berggruen kontra Cordes - beide prallten im vergangenen Jahr aufeinander nach der Karstadt-Pleite. Während der Metro-Lenker mit einem Teil der Filialen die Metro-Tochter Kaufhof aufwerten wollte, setzte sich Berggruen mit der Karstadt-Komplettübernahme durch.

Kommentare (2)

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17.11.2011, 18:26 Uhr

Hallo vieleicht sollten Sie mal schreiben, dass Herr Urban schonmal im Kaufhof Vorstand war so in den 90 er Jahren.
MfG
Tip

Mr45654

17.11.2011, 18:53 Uhr

Ich frage mich, warum Herr Berggruen kein Konzept vorlegt. Was hat er denn vor. Die Arbeitnehmer bei Karstadt haben viel geblutet, um am Ende doch um ihren Job zittern zu müssen.
Bei Karstadt geleistet oder invesiert hat er auch nichts. Die Sanierung zahlen die Mitarbeiter, Lieferanten und Vermieter. Wenn 2013 die Bevorzugung aufhört und Karstadt sich wieder selber tragen muss, wird es spannend. Warum bietet er jetzt für den Kaufhof? Die Anwtort liegt auf der Hand, oder?

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