Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.09.2014

15:20 Uhr

Warenhauskette Kaufland

55.000 Austräger von Prospekten verlieren ihren Job

55.000 Zusteller der Kaufland-Kundenzeitung „TIP der Woche“ verlieren ihren Job. Die Prospekte sollen künftig über externe Dienstleister verteilt werden. Grund ist Unternehmensangaben zufolge die komplexe Organisation.

Kaufland verteilt bundesweit 20 Millionen Werbeprospekte pro Woche. dpa - picture-alliance

Kaufland verteilt bundesweit 20 Millionen Werbeprospekte pro Woche.

HeilbronnWerbeprospekte der Warenhauskette Kaufland sollen künftig nur noch über externe Dienstleister verteilt werden – Tausende Mini-Jobber verlieren deswegen bundesweit ihre Stelle. „Diese Entscheidung ist uns sehr schwer gefallen, war jetzt aber leider notwendig“, sagte Andreas Riekötter, Geschäftsführer des zur Kaufland-Gruppe gehörenden TIP Werbeverlags, am Donnerstag in Heilbronn bei Stuttgart.

Der Verlag trennt sich Riekötter zufolge von rund 55 000 Zustellern der Kundenzeitung „TIP der Woche“. Zumeist tragen Schüler, Studenten, Hausfrauen oder Rentner den Prospekt auf Minijob-Basis aus. Deren Tätigkeit soll ab November ausgelagert werden. Bisherige Zusteller können sich dem Verlag zufolge aber bei den künftigen Dienstleistern bewerben.

Rund 40 Prozent der Auflage werden den Angaben zufolge bereits jetzt durch externe Dienstleister zugestellt. Als Grund für die vollständige Umstellung nannte Kaufland die komplexe Organisation der Austräger, deren Zahl mit der Expansion von Kaufland gestiegen ist. Wöchentlich werden demnach bundesweit 20 Millionen Werbeprospekte verteilt. Kaufland hat hierzulande 635 Filialen.

Die größten Discounter der Welt 2014

Nummer eins

Aldi ist die Nummer eins im Ranking von Planet Retail (Juni 2014) im weltweiten Discounter-Markt. 2013 machte das deutsche Unternehmen einen Brutto-Außenumsatz von 61,1 Milliarden Euro.

Nummer zwei

Der Discounter Lidl, der zur Schwarz Gruppe gehört, belegt im Ranking der weltgrößten Discounter den zweiten Platz. 2013 betrug der Brutto-Außenumsatz der Supermarktkette 59 Milliarden Euro.

Nummer drei

Mit großem Abstand folgt der drittgrößter Discounter der Welt: Netto. Die Kette gehört zur Edeka-Gruppe und erwirtschaftete 2013 14,2 Milliarden Euro Umsatz.

Nummer vier

Erst an vierter Stelle ist ein nicht-deutsches Unternehmen zu finden. Die US-Kette Dollar General verkaufte 2013 Waren im Wert von 13,9 Milliarden Euro.

Nummer fünf

Auf dem fünften Platz findet sich wieder ein deutsches Unternehmen: Der Discounter Penny, der zur Rewe-Gruppe gehört. 2013 betrug der Umsatz des Discounters laut Ranking von Planet Retail 12,1 Milliarden Euro.

Nummer sechs

Die sechstgrößte Discountkette der Welt stammt aus Spanien. Das Unternehmen mit dem Namen Dia (zu Deutsch „Tag“) setzte 2013 11,4 Milliarden Euro um.

Nummer sieben

Auch der siebtgrößte Discounter der Welt heißt Biedronka, ist in Polen aktiv, gehört aber der portugiesischen Gruppe JMR Jerónimo Martins Retails. 2013 setzte die Kette 8,3 Milliarden Euro um. Zum Vergleich: Aldi erwirtschaftete im gleichen Zeitraum mehr als den siebenfachen Betrag.

Nummer acht

Auf einen ähnlichen Umsatz wie Biedronka kam 2013 der US-Discounter Family Dollar. Die Kette verkaufte Waren im Wert von 8,2 Milliarden Dollar und belegt damit weltweit den achten Platz unter den größten Discountern.

Nummer neun

Auch aus Skandinavien kommt ein Discounter, der es unter die Top Ten der weltgrößten geschafft hat: Rema 1000 gehört zum Konzern Reitangruppen. 2013 setzte das Unternehmen 6,8 Milliarden Euro um.

Nummer zehn

Dollar Tree belegt den zehnten Platz unter den weltgrößten Discountern. Das US-Unternehmen erwirtschaftete 2013 6,2 Milliarden Euro.


Die Gewerkschaft Verdi zeigte sich empört über die Ankündigung. „Es handelt sich um die wahrscheinlich größte Massenentlassung in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“, erklärte Verdi Baden-Württemberg dazu. „Unter den Beschäftigten sind auch zahlreiche Leistungsempfänger, die damit bisher wenigstens ein geringes, nicht anzurechnendes Einkommen erzielten.“ Die Gewerkschaft sieht nach eigenen Angaben Schwierigkeiten beim Erreichen der Umsatzziele als Grund für die Kündigungen.

Neben den 55.000 Minijobbern bekommen auch weitere 100 Mitarbeiter an den Standorten Dortmund, Hamburg, Leipzig und Dallgow bei Berlin die Kündigung. Einen Interessenausgleich zahlt der Verlag nach eigenen Angaben nicht. Anders als bei Kaufland gibt es beim TIP Werbeverlag keinen Betriebsrat.

Von

dpa

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Delete User Delete User

25.09.2014, 17:51 Uhr

Bei uns in der Nachbarschaft ist eine junge allein erziehende Mutter mit einem Baby von der Unternehmenspolitik von Kaufland betroffen.


Aus Solidarität versteht es sich von alleine, nicht mehr bei Kaufland einzukaufen.


Hoffentlich machen viele beim Kaufland-Boykott mit!

Herr Wolfgang Trantow

25.09.2014, 19:15 Uhr

Gewerkschaften sind empört? Warum asind sie dann für Zeit-/Leiharbeit? Warum stimmen die Betriebsräte jeder Entlassung zu? Nur weil Sie Boni erhalten? Warum sind Sie nicht für Managergehälter Kürzungen??

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×