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21.02.2014

16:52 Uhr

Warenhauskonzern

Karstadt sagt Verhandlungen mit Verdi ab

Mitte Februar hatte Verdi noch von Fortschritten in den Verhandlungen mit Karstadt gesprochen. Nun hat der Warenhauskonzern für kommende Woche geplante Gespräche abgesagt. Management und Besitzer wollen sich beraten.

Karstadt war im Frühjahr 2013 aus den regionalen Tarifverträgen für den Einzelhandel ausgestiegen, um Kosten zu sparen. dpa

Karstadt war im Frühjahr 2013 aus den regionalen Tarifverträgen für den Einzelhandel ausgestiegen, um Kosten zu sparen.

EssenDer Warenhauskonzern Karstadt hat für die kommende Woche geplante Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi abgesagt. Grund sei, dass sich das Management mit Besitzer Nicolas Berggruen auf der Aufsichtsratssitzung am Donnerstag auch über die Tarifverhandlungen beraten wolle, erklärte Arbeitsdirektor Kai-Uwe Weitz am Freitag in Essen. Die Verhandlungen mit Verdi würden aber im März wie geplant fortgesetzt. Geplant war eigentlich ein Treffen am Dienstag.

Bei den Verhandlungen geht es nach Angaben von Verdi vor allem um eine Standort- und Beschäftigungssicherung sowie die Rückkehr des Unternehmens in die Flächentarifverträge des Einzelhandels. Die Gewerkschaft hatte Mitte Februar nach zweitägigen Verhandlungen von ersten Fortschritten gesprochen.

Karstadts Krisen-Chronik (Teil 1)

Keine Wende

Mit seinem früheren Mutterkonzern Arcandor war Karstadt 2009 in die Insolvenz gerutscht. Im Juni 2010 stieg Investor Nicolas Berggruen ein. Von seinem Einspringen wurde die Wende erhofft. Die Chronik der Krise.

1. September 2009

Für die wichtigsten Arcandor-Gesellschaften - darunter die Karstadt Warenhaus GmbH - wird das Insolvenzverfahren eröffnet.

1. Dezember

Zehn Karstadt-Standorte mit teils mehreren Häusern sollen nach Angaben der Insolvenzverwaltung geschlossen werden. Etwa 1200 Mitarbeiter sind betroffen.

15. März 2010

Beim Essener Amtsgericht wird ein Insolvenzplan vorgelegt. Am 12. April stimmen die Gläubiger dem Plan zu.

1. Juni

Von bundesweit 94 Kommunen haben bis auf drei alle einem Verzicht auf Gewerbesteuer zugestimmt. Die im Insolvenzplan geforderte Zustimmungsquote von 98 Prozent gilt damit als sicher.

7. Juni

Die vom Privatinvestor Nicolas Berggruen gesteuerte Berggruen Holding erhält vom Gläubigerausschuss den Zuschlag zur Übernahme. Einen Tag später unterschreibt Berggruen den Kaufvertrag unter Vorbehalt. Berggruen fordert vom Karstadt-Standortvermieter Highstreet deutliche Mietsenkungen.

14. Juni

Eine erste Verhandlungsrunde zu den künftigen Mieten endet ohne Ergebnis. Am 20. Juni lehnt Berggruen ein Angebot von Highstreet über Mietsenkungen von mehr als 400 Millionen Euro ab.

26. August

Berggruen hat sich mit der Essener Valovis-Bank geeinigt. Die Bank hatte Highstreet ein Darlehen über 850 Millionen Euro gewährt und dafür im Gegenzug 53 Waren-, Sport- und Parkhäuser als Sicherheit erhalten. Man habe sich unter anderem darauf verständigt, dass Berggruen dieses Darlehen bis 2014 ablösen könne, heißt es.

2. September

Die Highstreet-Gläubiger stimmen den von Investor Berggruen geforderten Mietsenkungen zu.

30. September

Das Essener Amtsgericht hebt das Insolvenzverfahren auf. Damit erhält Berggruen zum 1. Oktober die Schlüsselgewalt für die Karstadt Warenhaus GmbH. 40.000 Gläubiger verzichten auf zwei Milliarden Euro. Die Belegschaft verzichtet auf 150 Millionen Euro.

Karstadt war im Frühjahr 2013 aus den regionalen Tarifverträgen für den Einzelhandel ausgestiegen, um Kosten zu sparen. Für die rund 20.000 Mitarbeiter des Warenhaus-Konzerns entfallen damit unter anderem bis 2015 Gehaltserhöhungen, die tarifvertraglich vereinbart sind. Berggruen hatte Karstadt im Juni 2010 gekauft, inzwischen hat er Teile des Konzerns weiterveräußert.

Von

afp

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