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30.01.2015

17:29 Uhr

Warenhauskonzern

Karstadt will Personal ausdünnen

Karstadt wird sein Personal in seinen 83 Filialen wohl kräftig reduzieren. Auch nach dem Einstieg des österreichischen Immobilieninvestors René Benko kämpft die Warenhauskette weiterhin mit sinkenden Umsätzen.

1.270 Angestellte verlieren Job

Karstadt streicht fast jede vierte Stelle

1.270 Angestellte verlieren Job: Karstadt streicht fast jede vierte Stelle

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Bayreuth/EssenDer angeschlagene Warenhauskonzern Karstadt will nach einem Medienbericht das Personal in seinen 83 Warenhäusern kräftig ausdünnen. Insgesamt solle die Zahl der Vollzeitstellen in den Filialen bis zum kommenden Jahr um 1271 auf 8170 reduziert werden, berichtete der „Nordbayerische Kurier“ (Samstag) unter Berufung auf ein vertrauliches Strategiepapier des Konzerns. Dies entspreche einem Personalabbau von rund 14 Prozent. In einigen Filialen solle sogar mehr als ein Viertel des Personals abgebaut werden. Karstadt-Sprecher Stefan Hartwig wollte den Bericht nicht kommentieren.

Nach früheren Angaben der Gewerkschaft Verdi plant die Unternehmensführung neben der bereits beschlossenen Schließung von sechs Häusern den Abbau von insgesamt rund 2000 Stellen. Auch Hunderte von Stellen in der Essener Zentrale sollen demnach wegfallen.

Karstadts Krisen-Chronik (Teil 1)

Keine Wende

Mit seinem früheren Mutterkonzern Arcandor war Karstadt 2009 in die Insolvenz gerutscht. Im Juni 2010 stieg Investor Nicolas Berggruen ein. Von seinem Einspringen wurde die Wende erhofft. Die Chronik der Krise.

1. September 2009

Für die wichtigsten Arcandor-Gesellschaften - darunter die Karstadt Warenhaus GmbH - wird das Insolvenzverfahren eröffnet.

1. Dezember

Zehn Karstadt-Standorte mit teils mehreren Häusern sollen nach Angaben der Insolvenzverwaltung geschlossen werden. Etwa 1200 Mitarbeiter sind betroffen.

15. März 2010

Beim Essener Amtsgericht wird ein Insolvenzplan vorgelegt. Am 12. April stimmen die Gläubiger dem Plan zu.

1. Juni

Von bundesweit 94 Kommunen haben bis auf drei alle einem Verzicht auf Gewerbesteuer zugestimmt. Die im Insolvenzplan geforderte Zustimmungsquote von 98 Prozent gilt damit als sicher.

7. Juni

Die vom Privatinvestor Nicolas Berggruen gesteuerte Berggruen Holding erhält vom Gläubigerausschuss den Zuschlag zur Übernahme. Einen Tag später unterschreibt Berggruen den Kaufvertrag unter Vorbehalt. Berggruen fordert vom Karstadt-Standortvermieter Highstreet deutliche Mietsenkungen.

14. Juni

Eine erste Verhandlungsrunde zu den künftigen Mieten endet ohne Ergebnis. Am 20. Juni lehnt Berggruen ein Angebot von Highstreet über Mietsenkungen von mehr als 400 Millionen Euro ab.

26. August

Berggruen hat sich mit der Essener Valovis-Bank geeinigt. Die Bank hatte Highstreet ein Darlehen über 850 Millionen Euro gewährt und dafür im Gegenzug 53 Waren-, Sport- und Parkhäuser als Sicherheit erhalten. Man habe sich unter anderem darauf verständigt, dass Berggruen dieses Darlehen bis 2014 ablösen könne, heißt es.

2. September

Die Highstreet-Gläubiger stimmen den von Investor Berggruen geforderten Mietsenkungen zu.

30. September

Das Essener Amtsgericht hebt das Insolvenzverfahren auf. Damit erhält Berggruen zum 1. Oktober die Schlüsselgewalt für die Karstadt Warenhaus GmbH. 40.000 Gläubiger verzichten auf zwei Milliarden Euro. Die Belegschaft verzichtet auf 150 Millionen Euro.

Der Hintergrund: Auch nach dem Einstieg des österreichischen Immobilieninvestors René Benko kämpft die Warenhauskette weiterhin mit sinkenden Umsätzen. Im wichtigen Weihnachtsgeschäft blieben die Umsätze deutlich unter dem Vorjahresniveau. Finanzvorstand Miguel Müllenbach hatte deshalb in einem Mitarbeiterbrief Anfang Januar die Notwendigkeit einer harten Sanierung des Essener Traditionsunternehmens bekräftigt. „Es besteht kein Zweifel daran, dass einschneidende personelle Veränderungen auf der Fläche in den Filialen und insbesondere auch im Service Center in Essen unausweichlich sind“, betonte er.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Wolfgang Trantow

02.02.2015, 17:45 Uhr

Je entlassenen Mitarbeiter = min. 10.000 Euro Prämie für die Manager?

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