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06.03.2013

08:04 Uhr

Waschmittelriese

Henkel schraubt Umsatz und Gewinn auf Rekordwert

Persil, Pattex, Pritt: Der Klebstoff- und Waschmittelriese Henkel präsentiert mit der Bilanz 2012 kräftige Zuwächse. Unterm Strich legt der Nettogewinn um ein Viertel zu. Für 2013 ist Chef Kasper Rorsted optimistisch.

Der Vorstandsvorsitzende des Konsumgüterkonzerns Henkel, Kaspar Rorsted. dpa

Der Vorstandsvorsitzende des Konsumgüterkonzerns Henkel, Kaspar Rorsted.

DüsseldorfHenkel hat 2012 so viel verdient wie noch nie. Der operative Konzerngewinn (EBIT) kletterte um ein Viertel auf das Rekordniveau von knapp 2,2 Milliarden Euro, wie Henkel am Mittwoch in Düsseldorf mitteilte. Der Konzernumsatz stieg um fast sechs Prozent auf die Rekordhöhe von 16,5 Milliarden Euro.

„2012 war für Henkel das bislang erfolgreichste Geschäftsjahr“, erklärte Konzernchef Kasper Rorsted. Alle Unternehmensbereiche seien profitabel gewachsen. Der Traditionskonzern stellt neben Klebstoffen (Pritt, Pattex) und Waschmitteln (Persil, Spee) auch Kosmetik (Syoss, Schwarzkopf) her.

Das sind die größten Chemieunternehmen Deutschlands

Platz 10

Das Ranking der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen eröffnet Beiersdorf. Die Hamburger sind vor allem als Kosmetikhersteller mit Nivea und Co. bekannt. Umsatz 2012: 6,0 Milliarden Euro.

Platz 9

Die Lanxess AG ist ein Ableger von Bayer. Der Spezialchemie-Konzern machte 2012 einen Umsatz von 9,1 Milliarden Euro. Das reicht für den neunten Platz.

Platz 8

Das Chemie- und Pharmaunternehmen Merck KGaA mit Sitz in Darmstadt kommt auf Rang acht der Rangliste. 2012 erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von 11,2 Milliarden Euro.

Platz 7

Der Essener Konzern Evonik hat im Jahr 2012 einen Umsatz von 13,6 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das reicht für Platz sieben.

Platz 6

Boehringer Ingelheim ist das zweitgrößte forschende Pharmaunternehmen in Deutschland. Der Umsatz 2012: 14,7 Milliarden Euro.

Platz 5

Der Spezialgase-Spezialist Linde kommt auf den fünfte Rang der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen. 2012 lag der Umsatz bei 15,3 Milliarden Euro.

Platz 4

Henkel kommt auf den vierten Platz der Rangliste. Der Düsseldorfer Konzern ist vor allem bekannt für Persil-Waschmittel und Pritt-Kleber. Der Umsatz 2012: 16,5 Milliarden Euro.

Platz 3

Das Medizintechnik- und Gesundheitsunternehmen Fresenius ist einer der größten Krankenhausbetreiber Deutschlands. Das Bad Homburger Unternehmen erzielte einen Umsatz von 19,3 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

Platz 2

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer ist die deutsche Nummer zwei. Der Umsatz 2012 betrug 39,8 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

Platz 1

BASF ist das weltweit größte Chemieunternehmen. Die Ludwigshafener haben im Jahr 2012 einen Umsatz von 78,7 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Henkel habe außerdem seine 2008 aufgestellten, längerfristigen Finanzziele erreicht. So stieg die Umsatzrendite, bereinigt um Einmaleffekte und Aufwendungen für den Konzernumbau, 2012 auf 14,1 Prozent. Ziel waren 14 Prozent. Damit winkt den Mitarbeitern eine Sonderprämie.

Die Aktionäre sollen für das Rekordjahr 2012 eine Dividende von 0,95 (Vorjahr: 0,80) Euro je Vorzugsaktie und 0,93 (0,78) Euro je Stammaktie erhalten, teilte Henkel am Mittwoch in Düsseldorf weiter mit - mehr als von Analysten erwartet.

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Auch im vierten Quartal konnte Henkel Zuwächse verbuchen: Der Umsatz kletterte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5,3 Prozent auf vier Milliarden Euro, der Überschuss nach Anteilen Dritter lag bei 343 Millionen Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten für die Zeit von Oktober bis Dezember 2012 einen Umsatz von 3,99 Milliarden Euro und einen Überschuss von 362 Millionen Euro erwartet. Die Gewinnzahlen seien etwas schwach ausgefallen, kritisierten dann auch die Analysten der DZ Bank.

2013 will Rorsted nun den organischen Umsatz um drei bis fünf Prozent steigern. Die bereinigte Ebit-Marge soll auf "etwa 14,5 Prozent" klettern, das bereinigte Ergebnis je Vorzugsaktie um etwa zehn Prozent zulegen. Die Ziele könnten als zu wenig ambitioniert interpretiert werden, erklärten Analysten.

Gehälter ausgewählter Dax-Chefs 2012

Infineon - Reinhard Ploss / Peter Bauer

Zum Ende des Infineon-Geschäftsjahrs (30. September 2012) wechselte auch der Vorstandschef. Reinhard Ploss übernahm von Peter Bauer den Posten.

Bauer hatte 2011/12 insgesamt 2,9 Millionen Euro verdient und damit etwas deutlich weniger als 2011 (3,7 Millionen Euro).

Kurt Bock - BASF

Der Chef des Chemiekonzerns, Kurt Bock, verdiente mit 5,29 Millionen Euro im Jahr 2012 nahezu unverändert im Vergleich zum Vorjahr. Er hatte sein Amt im Mai 2011 angetreten.

Marijn Dekkers - Bayer

Marijn Dekkers, Niederländer an der Spitze des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer, hat im Jahr 2012 insgesamt 5,06 Millionen Euro verdient, nach 4,49 Millionen Euro im Vorjahr.

Stefan Heidenreich - Beiersdorf

Ende April hatte Stefan Heidenreich beim Kosmetikkonzern Beiersdorf das Amt des Vorstandschefs übernommen. Im Jahr 2012 verdiente er 2,6 Millionen Euro.

Herbert Hainer - Adidas

Das Adidas-Ergebnis fiel 2012 vor allem wegen eines schwachen Geschäfts der Marke Reebok nicht so rosig aus. Adidas-Chef Herbert Hainer verdiente 2012 insgesamt 4,18 Millionen Euro und damit 28 Prozent weniger als 2011 (5,14 Millionen Euro).

Heinrich Hiesinger - Thyssen-Krupp

Bei Thyssen-Krupp kämpft Vorstandschef Heinrich Hiesinger mit der Aufarbeitung diverser Skandale und Fehlinvestitionen. Im Geschäftsjahr 2011/2012 (bis 30. September) verdiente er 3,85 Millionen Euro.

Karl-Ludwig Kley - Merck

Der Vorstandschef des Pharmakonzern verdiente 2012 insgesamt 5,52 Millionen Euro und damit fast ein Drittel mehr als 2011 (4,2 Millionen Euro).

Peter Löscher - Siemens

Der Österreicher verdiente im Geschäftsjahr 2011/2012 insgesamt 7,87 Millionen Euro, im Jahr zuvor waren es 8,74 Millionen Euro.

René Obermann - Deutsche Telekom

Ende 2013 gibt René Obermann sein Amt an den jetzigen Finanzvorstand Timotheus Höttges weiter. Obermann verdiente 2012 insgesamt 3,78 Millionen Euro und damit nahezu unverändert so viel wie 2011 (3,85 Millionen Euro).

Wolfgang Reitzle - Linde

Der Linde-Chef hat gesagt, kein Interesse an einer Vertragsverlängerung zu haben. Im Jahr 2012 verdiente er bei dem Industriegase-Spezialisten 6,9 Millionen Euro, fast genau so viel wie ein Jahr zuvor.

Kasper Rorsted - Henkel

Der dänische Chef des Konsumgüter- und Klebstoffkonzerns Henkel, Kasper Rorsted, hat im Jahr 2012 insgesamt 6,18 Millionen Euro verdient, ein sattes Plus von fast 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr (4,79 Millionen Euro).

Peter Terium – RWE

Zur Jahresmitte 2012 hatte Peter Terium den Spitzenposten beim Energiekonzern RWE angetreten. Er verdiente im Jahr 3,8 Millionen Euro, ein sinnvoller Vergleich zum Vorjahr ist nicht möglich.

Martin Winterkorn - Volkswagen

Der VW-Chef erhält rund 14,5 Millionen Euro für das abgelaufene Jahr (2012) und damit 5,5 Millionen weniger, als ihm nach den zuletzt gültigen Kriterien zugestanden hätten.

Damit will VW verhindern, erneut ins Zentrum einer Diskussion um hohe Managementbezüge zu geraten wie 2011, als Winterkorn mehr als 17 Millionen Euro verdiente.

Dieter Zetsche - Daimler

Der Daimler-Vorstandschef hat im vergangenen Jahr inklusive Aktienoptionen 8,15 Millionen Euro verdient. Das war etwas weniger als 2011 (8,65 Millionen Euro).

Quelle

Geschäftsberichte / Hostettler, Kramarsch & Partner

Bis 2016 soll der Umsatz dann auf 20 Milliarden Euro anwachsen, die Hälfte davon soll in Wachstumsmärkten wie Asien oder Lateinamerika eingefahren werden, hatte Henkel bereits angekündigt. Auch die Konkurrenten Procter & Gamble (P&G), Unilever und Colgate-Palmolive sind bislang gut durch die Wirtschaftsflaute gekommen. Der US-Riese P&G hatte zuletzt auch dank eines Sparpakets einen Gewinnsprung verbucht, Unilever schraubte dank verstärkter Präsenz in wachstumsstarken Schwellenländern Umsatz und Gewinn in die Höhe. Und auch der deutsche Henkel-Konkurrent Beiersdorf vermeldete am Dienstag für das Jahr 2012 ein Umsatz- und Gewinnplus. Beiersdorf will sich ebenfalls auf Schwellenländer konzentrieren.

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