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10.03.2011

18:21 Uhr

Wasserversorger

Gelsenwasser legt sich mit Exxon Mobil an

VonMarkus Hennes

ExklusivDer nordrhein-westfälische Wasserversorger Gelsenwasser wehrt sich gegen die Pläne des Energieriese Exxon Mobil, der in NRW neue Gasvorkommen erschließen will. Die Trinkwasserqualität sei in Gefahr.

Gelsenwasser ist Deutschlands größter privater Wasserversorger. Quelle: dpa

Gelsenwasser ist Deutschlands größter privater Wasserversorger.

DüsseldorfDer regionale Wasserversorger Gelsenwasser legt sich mit dem weltgrößten Energiekonzern Exxon Mobil an. Die Amerikaner sowie acht weitere in- und ausländische Unternehmen wollen mit einer Fördermethode, dem Fracking, die bislang unerreichbaren Gasvorkommen erschließen, die in bis zu 1000 Meter Tiefe unter Nordrhein-Westfalen vermutet werden. Sollten diese gefördert werden, könnte Deutschland Schätzungen zufolge 20 Jahre auf Gasimporte verzichten.

„Pro Bohrloch pumpen die Gasförderer 50 Tonnen Gift in die Gesteinsschichten, und auf nur einem Hektar brauchen sie 20 Bohrlöcher“, empört sich Manfred Scholle, der Vorstandsvorsitzende der Gelsenkirchener Gelsenwasser AG. Etwa die Hälfte der Fläche von NRW umfasst das Gebiet, in dem die Gasförderer Bohrungen durchführen können.

Um das von Gesteinssporen eingeschlossene Erdgas freizusetzen, werden riesige Mengen eines Gemischs aus Sand, Wasser und Chemikalien unter hohem Druck in die entsprechenden geologischen Schichten gepresst. Dadurch werden die Poren gesprengt, das Gas entweicht über eine Förderröhre an die Oberfläche. Scholle sieht deshalb „ganz erhebliche Gefahren für das Grund- und Trinkwasser“ im bevölkerungsreichsten Bundesland der Republik.

Gelsenwasser versorgt in NRW 2,7 Millionen Bürger mit Trinkwasser. Scholle verlangt, dass die Gasförderer auf Bohrungen in Trinkwassereinzugsgebieten komplett verzichten sollen. Eine von Exxon Mobil bereits im November versprochene Expertenkommission sei noch nicht gebildet. „Mir scheint, man ist an einer einvernehmlichen Lösung nicht interessiert“, sagte Scholle dem Handelsblatt.

Kommentare (4)

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Revision

10.03.2011, 19:14 Uhr

auch in Kanada und USA ist das Hydraulic Fracturing sehr umstritten, da das Grundwasser schnell verunreinigt werden kann.
Sucht mal unter 'hydraulic fracturing' und 'shale gas'.

EinLeser

10.03.2011, 21:01 Uhr

Wie das TV-Magazin Galileo vor einigen Wochen berichtete, hat das Fracking Verfahren in ländlichen Regionen der USA tatsächlich das Trinkwasser verseucht. Anwohner können ihr inzwischen giftiges Leitungswasser entflammen, da darin entzündliche Gase enthalten sind. Brauchwasser kommt per Tankwagen. Immobilien sind nur noch einen Bruchteil wert. Zu googlen unter galileo brennender wasserhahn.

Account gelöscht!

11.03.2011, 08:09 Uhr

Erdgas kann man nicht trinken! Jagd diese Driller aus dem Land. Unser Land wurde schon genug vergiftet.

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