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05.12.2014

13:25 Uhr

Wegen Betriebsversammlungen

Post-Chef kritisiert Lahmlegung der Paketzentren

In den Paketzentren der Post werden am Freitag deutschlandweit Betriebsversammlungen abgehalten – damit wird die Paketauslieferung für Stunden unterbrochen. Post-Chef Frank Appell hat für die Aktion kein Verständnis.

Im Paketzentrum Rostock in Groß Schwaß (Mecklenburg-Vorpommern) werden Pakete sortiert. Der Post-Chef kritisiert die Betriebsversammlungen in den Postzentren. ZB

Im Paketzentrum Rostock in Groß Schwaß (Mecklenburg-Vorpommern) werden Pakete sortiert. Der Post-Chef kritisiert die Betriebsversammlungen in den Postzentren.

BonnDie Post hat die am Freitag nahezu flächendeckend geplanten Betriebsversammlungen in mehr als 30 Paketzentren scharf kritisiert. Durch die Aktion soll die Paketabfertigung der Post über Stunden hinweg lahmgelegt werden. In der Folge rechnet die Gewerkschaft Verdi mit massiven Beeinträchtigungen der Paketzustellung am Nikolaustag. Mit den Betriebsversammlungen will die Gewerkschaft gegen die aus ihrer Sicht zu hohe Zahl von befristeten Arbeitsverträgen protestieren.

„Mich wundert schon, dass man ausgerechnet vor dem Nikolaustag, an dem alle Kinder auf ihre Geschenke warten, eine Betriebsversammlung abhält“, sagte Vorstandschef Frank Appel der Zeitung „Tagesspiegel“. „Man könnte das auch zu einem beliebigen anderen Zeitpunkt machen.“ Er sei aber zuversichtlich, dass die Post-Mitarbeiter alles geben würden, um die Folgen abzumildern.

Der Aufruf zur Unterbrechung der Arbeit in den Paketzentren schade dem Unternehmen, hatte die Post zuvor mitgeteilt. Das Unternehmen kündigte an, die Auswirkungen für die Kunden möglichst gering halten zu wollen.

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Die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Andrea Kocsis wies die Kritik zurück: „Die Demokratie hört auch bei der Post nicht vor dem Werkstor auf. Es ist das Recht der Beschäftigten, zu Betriebsversammlungen zu gehen“, so Kocsis. Seit dem Frühsommer mache die Gewerkschaft auf die zu hohe Befristungsquote aufmerksam. Hier solle der Vorstand seine Hausaufgaben machen, statt mit dem Finger auf andere zu zeigen. Kocsis hatte dem Unternehmen zuvor vorgeworfen, dass der Beschäftigungsaufbau im wachsenden Paketgeschäft „praktisch ausschließlich über befristete und damit prekäre Arbeitsverhältnisse“ erfolge.

Nach Angaben der Gewerkschaft sind von bundesweit 131 000 Beschäftigten im Brief- und Paketbereich rund 24 000 Mitarbeiter mit befristeten Arbeitsverträgen eingestellt. Die Post sprach dagegen von 14 700 befristeten Kräften und rund 9000 saisonalen Aushilfskräften. Für das Unternehmen seien Befristungen ein notwendiges Mittel für einen flexiblen Personaleinsatz, hieß es.

Von

dpa

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