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05.04.2014

09:50 Uhr

Wegen Chrom-VI-Belastung

Zalando ruft toxische Schuhe zurück

Rückruf statt Glücksschrei: Zalando nimmt 1500 verkaufte Schuhpaare wieder zurück, weil sie erhöhte Werte einer allergieauslösenden Chemikalie beinhalten. Dabei handelt es sich um Eigenmarken des Online-Modehändlers.

Schuhe der Zalando-Eigenmarken „Zign“, „Pier One“, „Taupage“ und „Zalando Collection“ waren mit Chrom-VI belastet. dpa

Schuhe der Zalando-Eigenmarken „Zign“, „Pier One“, „Taupage“ und „Zalando Collection“ waren mit Chrom-VI belastet.

DüsseldorfDer Berliner Online-Modehändler Zalando hat am Freitagnachmittag den Rückruf mehrerer Schuhmodelle gestartet, die mit der Chemikalie Chrom VI belastet sind. Das bestätigte ein Unternehmenssprecher der WirtschaftsWoche.

Nach Informationen des Magazins waren bei einer amtlichen Analyse der Schuhe durch das Landeslabor Berlin-Brandenburg teilweise deutlich erhöhte Chrom-VI-Werte festgestellt worden. Der Stoff kann lebenslange Allergien auslösen. Bei den überprüften Schuhen wurde die zulässige Höchstgrenze teilweise um mehr als das 13-Fache überschritten. Betroffen sind einzelne Damenschuhmodelle der Zalando-Eigenmarken „Zign“, „Pier One“, „Taupage“ und „Zalando Collection“. Sie sollen von Herstellern aus Italien, Spanien und Taiwan stammen.

Das zuständige Veterinär- und Lebensmittelamt Teltow-Fläming hatte Zalando in einem Schreiben vom 24. März mitgeteilt, dass die beanstandeten „Artikel nicht in den Verkehr gebracht werden“ dürfen. Insgesamt wurden von Zalando rund 1500 Schuhpaare der beanstandeten Modelle verkauft.

Nach Recherchen der WirtschaftsWoche wurden die amtlichen Proben bereits vor einem halben Jahr im Zalando-Outlet in Berlin entnommen. In der Regel lassen Bekleidungshändler und -hersteller bereits parallel zu amtlichen Untersuchungen Gegenproben der Waren testen, um ihre Kunden möglichst rasch informieren zu können.

Bei Zalando lief es in diesem Fall anders, räumte das Unternehmen ein. Informationen über die Kontrollen sollen weder von den Outlet-Mitarbeitern noch vom Lager, aus dem das Outlet beliefert wird, an die Zentrale in Berlin weitergeleitet worden sein. Darum hätten im Vorfeld keine eigenen Untersuchungen stattgefunden, so der Zalando-Sprecher. „Das ist eine interne Angelegenheit, die wir bereits gelöst haben“. In Zukunft „wird das Führungspersonal im Outlet und im Logistikzentrum auf die korrekte Weiterleitung sensibilisiert.“

Die WirtschaftsWoche hatte Zalando bereits am vergangenen Mittwoch zu einer möglichen Rückrufaktion befragt. Zu diesem Zeitpunkt wollte das Unternehmen vor einem Rückruf noch eine toxikologische Analyse abwarten.

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