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30.07.2013

14:16 Uhr

Wegen der Euro-Krise

Deutsche Flughäfen mit größtem Passagier-Rückgang seit 2009

94 Millionen Passagiere sind im ersten Halbjahr dieses Jahres von den deutschen Flughäfen abgehoben – damit ist das Aufkommen so stark gesunken wie seit vier Jahren nicht mehr. Die Euro-Krise ist auch hier spürbar.

Die Euro-Krise lässt auch das Passagier-Aufkommen in Deutschland sinken. dpa/picture alliance

Die Euro-Krise lässt auch das Passagier-Aufkommen in Deutschland sinken.

BerlinDie deutschen Flughäfen haben im ersten Halbjahr den stärksten Rückgang an Passagieren seit der Finanzkrise 2009 verzeichnet. Auf den 22 internationalen Flughäfen wurden zwischen Januar und Juni rund 94 Millionen Passagiere gezählt, was einem Minus von 0,4 Prozent entspricht, wie der Flughafenverband ADV am Dienstag in Berlin mitteilte. „Die schwache Wirtschaftsentwicklung in vielen europäischen Ländern ist nach wie vor spürbar“, sagte Verbandspräsident Michael Kerkloh. Dazu kämen Sondereffekte wie Flugausfälle wegen schlechten Wetters sowie Streiks.

Vor allem aber mache sich die Luftverkehrssteuer in Deutschland bemerkbar, die zu einer Verlagerung auf grenznahe Flughäfen im Ausland führe. Die Zahl der Starts und Landungen sei sogar um 5,6 Prozent geschrumpft, was auf den Sparkurs der Fluglinien sowie den Einsatz von größeren Flugzeugen zurückzuführen sei.

Dennoch zeigt sich der Verband überzeugt, dass der langfristige Trend zu mehr Wachstum ungebrochen sei. So seien in Deutschland im Jahr 2001 noch 140 Millionen Passagiere gezählt worden, zuletzt seien es etwa 200 Millionen im Jahr gewesen. Bis 2025 rechne man mit einem weiteren Anstieg auf 300 Millionen. Daher lasse der Zwang zum Ausbau vor allem der Groß-Flughäfen nicht nach: „Da wo es brummt, fehlt es zumeist an Kapazitäten“, sagte Kerkloh. Da die Flughäfen anders als Straße oder Schiene im Wesentlichen ohne Steuergeld aus eigener Kraft ausgebaut würden, müsse die Politik zumindest akzeptable Rahmenbedingungen schaffen.

Der ADV nannte Nachtflugzeiten für den Frachtverkehr sowie ein Sicherheitsbestimmungen mit Augenmaß. Ein Drittel der Betriebskosten eines Flughafens entfielen inzwischen auf Kontrollen, im Jahr 2000 waren es dem Verband zufolge nur acht Prozent. Der ADV forderte zudem ein langfristiges deutsches Flughafenkonzept und die Abschaffung der Flugsteuer. Diese benachteilige Deutschland im Wettbewerb mit anderen Ländern deutlich.

Von

rtr

Kommentare (1)

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finfan

31.07.2013, 10:43 Uhr

Ist doch nicht möglich, die Deutschen fliegen nicht mehr so
viel ? Kann doch nicht sein, denn Merkel, Schäuble und fast
alle Medien auch dieses Blatt sagen uns immer wieder uns
geht es gut, wir profitieren vom Euro und müssen alles tun,
ihn zu behalten, den Guten. Nein, die Wahrheit ist eine an-
dere. Unser Wohlstand hier in Deutschland ist mit dem Euro
mindestens halbiert worden, um diesen in Südeuropa zu ver-
doppeln (siehe den letzten Vermögensbericht). Niemand, der regelmäßig einkaufen geht glaubt die veröffentlichten Infla-
tionszahlen (1,6% bzw. 1,8%), die real zwischen 5% und 8%
liegen. Dazu kommt, das man uns mit der Niedrigzinspolitik
unser Erspartes ebenso wegnimmt wie Erträge aus Lebensver-
sicherungen, die für viele Bürger die Vorsorge war,um nicht
in die Altersarmut zu müssen.
Heute lese ich, Spaniens Wirtschaft schrumpft das achte
Quartal hintereinander - Schäuble erzählt uns, die sind auf
einem guten Weg. Es ist unerhört, mit welcher Frechheit uns
Politiker und Medien verdummen. Ich finde es reicht!

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