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18.06.2013

01:56 Uhr

Wegen Korruption

Deutsche Bahn stoppt Griechenland-Geschäft

Die Deutsche Bahn kämpft gegen Bestechung. Die Auslandstochter hat in mehreren Staaten Schmiergeld gezahlt. Das Management entschied sich für einen Schnitt: Die Bahn zieht sich aus korruptionsanfälligen Ländern zurück.

Von über dreißig Mitarbeitern der Bahn-Tochter DBI habe sich das Unternehmen getrennt, darunter auch Manager. Reuters

Von über dreißig Mitarbeitern der Bahn-Tochter DBI habe sich das Unternehmen getrennt, darunter auch Manager.

BerlinDie Deutsche Bahn (DB) hat sich nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ aus Griechenland und anderen korruptionsanfälligen Staaten wie Algerien, Libyen, Ruanda und Thailand zurückgezogen. Grund dafür seien Erkenntnisse aus einem Ermittlungsverfahren der Frankfurter Staatsanwaltschaft. Die Bahn-Tochter DB International (DBI) habe im vergangenen Jahrzehnt in mehreren Staaten Schmiergeld gezahlt, um Beratungs- und Planungsaufträge für Eisenbahnprojekte zu bekommen.

So beispielsweise in Griechenland bei der Metro, die den Flughafen mit der Stadt, dem Hafen und Korinth verbinde. 315.000 Euro seien laut Ermittlungsergebnissen aus den Bahn-Kassen abgezweigt worden, um griechische Auftraggeber zu bestechen.

Man habe Konsequenzen gezogen und sich „aus Geschäften in vielen Ländern mit bekannt hohen Korruptionsrisiken zurückgezogen“, sagte Vorstand Gerd Becht, zuständig für Compliance und Recht, der Zeitung. „Es waren tiefgreifende Einschnitte und ein genereller Neuanfang nötig.“ Von mehr als 30 DBI-Beschäftigten habe sich die Bahn getrennt, darunter Geschäftsführer und Projektleiter. Dazu habe auch der damalige Niederlassungschef in Griechenland gehört.

Die Auslandsbüros dürfen dem Bericht zufolge maximal nur noch umgerechnet 500 Euro in der jeweiligen Landeswährung in der Bargeldkasse haben. Barzahlungen über 100 Euro seien verboten. Die Bahn verklagt rund zehn ehemalige DBI-Verantwortliche auf Schadensersatz.

Von

rtr

Kommentare (7)

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Mazi

18.06.2013, 09:00 Uhr

" Die Bahn zieht sich aus korruptionsanfälligen Ländern zurück."

?
Wie ist es mit Deutschland?

mini-me

18.06.2013, 09:12 Uhr

Wäre es nicht besser, korrupte Beamte auf dem Marktplatz zu köpfen ?

milo

18.06.2013, 10:34 Uhr

Wie putzig, die Bahn als Kaempfer gegen die Korruption. Das ist Satire pur. Lebe selbst im Ausland und amuesiere mich immer ueber die deutschen Wirtschaftsleute oder Politiker, wenn sie das Land besuchen (Indonesien) und ueber die dortige Korruption sich beschweren. Ich sage meinen indonesischen Kollegen dann immer, das wir in Deutschland eine ganze Parteispitze hatten, inclusive eines Bundeskanzlers, die hochkorrupt waren, einige sicher auch noch sind. Unser derzeitiger Finanzminister sich nicht mehr an 100,000 DM Schwarzgeld erinnern kann. Meine indonesischen Freunde finden dann auf einmal die Gespraeche mit den Deutschen richtig lustig.

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