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11.08.2013

10:43 Uhr

Wegen Personalmangels

Bahn-Mitarbeiter sollen aus dem Urlaub geholt werden

Seit Tagen fallen wegen Personalmangels regelmäßig Züge in Mainz aus. FDP-Generalsekretär Patrick Döring fordert nun nach Informationen der „Bild am Sonntag“, Bahn-Mitarbeiter aus dem Urlaub zu holen.

Warten auf die Deutsche Bahn im Mainzer Hauptbahnhof: Die zahlreichen Zugausfälle wegen Mitarbeitermangels haben inzwischen sogar Verkehrsminister Peter Ramsauer auf den Plan gerufen. dpa

Warten auf die Deutsche Bahn im Mainzer Hauptbahnhof: Die zahlreichen Zugausfälle wegen Mitarbeitermangels haben inzwischen sogar Verkehrsminister Peter Ramsauer auf den Plan gerufen.

Stuttgart/FrankfurtZur Überwindung der Zugausfälle in der Region Mainz sollen nach Informationen der "Bild am Sonntag" Stellwerk-Fahrdienstleiter aus dem Urlaub geholt werden. Von den 15 üblicherweise dort arbeitenden Mitarbeitern seien derzeit fünf erkrankt und drei im Urlaub, berichtet das Blatt in seiner jüngsten Ausgabe. Die Bahn hatte am Donnerstag mitgeteilt, den Fahrplan für die Region um Mainz wegen akuten Personalmangels durch Krankmeldungen in der Urlaubszeit deutlich reduziert zu haben.

FDP-Generalsekretär Patrick Döring, zugleich Mitglied des Bahn-Aufsichtsrates, setzte sich dafür ein, die urlaubenden Mitarbeiter "auf Kostenerstattung der Bahn" zurückzurufen und zur Arbeit zu verpflichten. "Die Bahn lebt auch vom Teamgeist der Eisenbahner", sagte Döring. "In Mainz müssen die Züge wieder rollen." Der Ruf der Bahn stehe auf dem Spiel.

Fakten zur Deutschen Bahn

Umsatz

Die Deutsche Bahn verbuchte im ersten Halbjahr 2013 einen Umsatz von 19,4 Milliarden Euro (19,5 Milliarden Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum). Insgesamt kam die Bahn 2012 auf einen Umsatz von 39,30 Milliarden Euro.

Gewinn vor Zinsen und Steuern

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) betrug im ersten Halbjahr 2013 eine Milliarde Euro (1,3 Milliarden Euro im Vorjahr).

Halbjahresergebnis nach Steuern

Halbjahresergebnis nach Steuern: 554 Millionen Euro (Vorjahr: 783 Millionen Euro).

Mitarbeiter

Ende Juni 2013 hatte der Staatskonzern etwa 295.700 Mitarbeiter, fast drei Prozent mehr als zum selben Zeitpunkt 2012.
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Fahrgäste Bahnverkehr pro Tag

Fahrgäste Bahnverkehr im ersten Halbjahr in Deutschland: 991 Millionen (Vorjahr: 981 Millionen). Davon waren 62,5 Millionen im Fernverkehr unterwegs.

Beförderte Güter im Schienenverkehr

Die Logistiksparte der Bahn transportierte Güter mit einem Gesamtgewicht von 196,7 Millionen Tonnen (ein Minus von über fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr).

Schienennetz

Das Schienennetz der Deutschen Bahn ist weiter leicht geschrumpft. Es hat noch einen Länge von 33.492 Kilometer, 13 Kilometer weniger als Ende 2012.

Der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft, Alexander Kirchner, wies die Forderung nach Urlaubsverkürzung zurück. "Unsere Kolleginnen und Kollegen brauchen ihren Erholungsurlaub dringend", erklärte Kirchner am Sonntag. Die Deutsche Bahn wisse schon "seit langem, dass es Personalengpässe gibt", fügte Kirchner hinzu. "Jetzt den Kollegen den schwarzen Peter zuzuschieben, die ihren Erholungsurlaub dringend brauchen, ist einfach nur schäbig."

Bereits seit dem vergangenen Wochenende fallen regelmäßig Züge am Hauptbahnhof in Mainz aus, der Regionalverkehr läuft abends und nachts nur eingeschränkt. Vom Fernverkehr ist der Hauptbahnhof in dieser Zeit komplett abgeschnitten. Von Montag an sollen auch wochentags zu den Hauptverkehrszeiten viele Züge im Regionalverkehr ausfallen, wie die Bahn mitteilte. Zahlreiche Fernverkehrszüge würden außerdem umgeleitet.

Am Freitag hatte sich sogar Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) eingeschaltet. Wegen der andauernden Zugausfälle und Personalmangels telefonierte er mit Bahnchef Rüdiger Grube. Beide schätzten das Problem gleich ein, hieß es in Ministeriumskreisen. Es müsse sichergestellt werden, dass die Situation in Mainz ein Einzelfall bleibe.

Von

afp

Kommentare (12)

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Charly

11.08.2013, 11:25 Uhr

Wenn die betroffenen Mitarbeiter jetzt Zeitung lesen, dann schalten sie einfach ihr Handy aus :-)

Im Übrigen bin ich der Meinung, dieser Fall ist keine höhere Gewalt, sondern vorsätzliche Inkaufnahme auf Kosten der Bahnkunden und somit vorsätzlicher Betrug des Bahnmanagements.

Das ist eigentlich ein Fall für den Staatsanwalt !

Account gelöscht!

11.08.2013, 11:27 Uhr

Die Personalengpässe sind seit 2011 bekannt. Die Verantwortlichen, allen voran unser Verkehrsminister, reagieren leider erst, wenn der "Karren im Dreck" hängt. Jetzt die Verantwortung für den GAU den Mitarbeitern zuzuschieben ist wirklich bezeichnend für die heutige Politiker- und Managerkaste. Ein Arbeitgeber hat für seine Mitarbeiter auch eine Fürsorgepflicht.

Charly

11.08.2013, 11:29 Uhr

Nachtrag: warum sind Grube, ex-Mehdorn, Ramsauer & Co. noch nicht in Untersuchungshaft ????

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