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09.11.2013

11:19 Uhr

Wegen Tarifstreit

Einzelhandel bangt ums Weihnachtgeschäft

Die Weihnachtszeit ist für den Einzelhandel die wichtigste im Jahr – und die Deutschen sind in Konsumlaune. Doch der schwelende Tarifstreit in der Branche könnte das Geschäft stören. Auch Streiks scheinen möglich.

Müssen die Deutschen ihre Weihnachtsgeschenke dieses Jahr selbst verpacken? Einzelhandel und Beschäftigen streiten um höhere Löhne. dpa

Müssen die Deutschen ihre Weihnachtsgeschenke dieses Jahr selbst verpacken? Einzelhandel und Beschäftigen streiten um höhere Löhne.

StuttgartTatenlose Kassierer im Supermarkt, fehlende Verkäufer im Modehaus: Gerade zur Weihnachtszeit ist das im Einzelhandel undenkbar. In diesem Jahr könnte genau dieses Szenario allerdings Realität werden. Der Tarifkonflikt in der Branche schwelt bereits seit Jahresbeginn - und die Fronten scheinen so verhärtet, dass er auch in der für den Handel so wichtigen Adventszeit zu Streiks führen könnte. Für die Gewerkschaft wäre es ein weiteres Druckmittel.

„Wenn sich überhaupt nichts bewegt, dann wird die Konsequenz natürlich sein, dass die Beschäftigten zur Weihnachtszeit streiken“, sagt Verdi-Sprecherin Christiane Scheller.

Die Tarifverhandlungen, die sich neben Lohnerhöhungen auch um den Manteltarifvertrag von bundesweit 2,7 Millionen Beschäftigten drehen, ziehen sich mittlerweile bereits über ein halbes Jahr. An diesem Dienstag (12.11.) gehen sie in Baden-Württemberg in die sechste Runde. Scheller: „Das ist über ein reines Vorspiel längst hinaus.“

Wegen des bevorstehenden Weihnachtsgeschäfts steigt nun der Druck, in den regional geführten Verhandlungen endlich zu ersten Ergebnissen zu kommen. Nach Angaben des Handelsverbands HDE machen allein die Monate November und Dezember ein Fünftel des gesamten Jahresumsatzes aus. Bereits 2005 und 2007 hatte es zu dieser Zeit Streiks im Einzelhandel gegeben.

„Das Weihnachtsgeschäft ist für die Branche der absolute Höhepunkt eines Geschäftsjahres“, betonte HDE-Präsident Josef Sanktjohanser jüngst. In diesem Jahr rechnet der Verband dafür lediglich mit einem Umsatzplus von 1,2 Prozent. Angesichts dessen zähle „jeder Einkauf und jeder Kunde“, erklärte Sanktjohanser. „Daher hat jedes Störfeuer empfindliche Auswirkungen.“

In Baden-Württemberg ist Verdi sich dessen durchaus bewusst - und macht es sich zunutze. „Das ist natürlich ein Druck, der auf den Arbeitgebern lastet“, sagt Verdi-Verhandlungsführer Wolfgang Krüger. Bereits am Tag vor der nächsten Verhandlungsrunde will die Gewerkschaft allein im Ländle 1500 Streikende mobilisieren.

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