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27.08.2015

09:31 Uhr

Wegen Trockenheit

Hopfenbauern erwarten schwächste Ernte seit 2003

Der heiße Sommer macht deutschen Hopfenbauern zu schaffen. Experten befürchten das schlechteste Hopfenjahr seit 2003. Bietrinker müssen jedoch nicht in Panik verfallen. Denn mit höheren Preisen müssen sie nicht rechnen.

Der heiße Sommer dürfte Experten zufolge zur schlechtesten Ernte seit 2003 führen. dpa

Schwache Hopfenernte

Der heiße Sommer dürfte Experten zufolge zur schlechtesten Ernte seit 2003 führen.

WolnzachDie deutschen Hopfenbauern stellen sich angesichts der Trockenheit und Hitze der vergangenen Wochen auf eine besonders schlechte Ernte ein. Am Donnerstag (13 Uhr) will der Verband deutscher Hopfenpflanzer im bayerischen Wolnzach seine Prognose für das Jahr vorstellen. Viel Hoffnung gibt es nach den ersten Schätzungen nicht. „Es steht aber bereits fest, dass 2015 ein Ausnahmejahr für die Hopfenbauern ist“, sagte Verbandsvertreter Otmar Weingarten der Deutschen Presse-Agentur. Die Hallertau rund um Wolznach ist das weltweit größte zusammenhängende Hopfenanbaugebiet.

Bereits im Juli hatte der Verband mögliche Einbußen von bis zu 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ermittelt. Höhere Bierpreise sind jedoch nicht zu befürchten: „Eine schlechte Hopfenernte hatte bisher keine Auswirkungen auf den Bierpreis“, so Weingarten vom Verband deutscher Hopfenpflanzer. Auch der Deutsche Brauer-Bund geht nicht davon aus, dass höhere Preise beim Hopfen den Bierpreis in die Höhe treiben. „Aufgrund der Lagerhaltung sind die Brauer in der Regel nicht von Ernteeinbußen beim Hopfen abhängig“, sagte Marc-Oliver Huhnholz, Sprecher des Brauer-Bundes in Berlin.

Das sind die beliebtesten Biere Deutschlands

1. Oettinger

Der Absatz sank im Jahr 2014 um 2,8 Prozent auf 5,62 Millionen Hektoliter.

2. Krombacher

Die Marke verlor 2014 um 0,6 Prozent auf 5,47 Millionen Hektoliter.

3. Bitburger

Auch das Bier aus der Eifel verkaufte sich 2014 etwas schlechter. Das Absatz sank um 2 Prozent auf 3,94 Millionen Hektoliter.

4. Veltins

Die Marke legte um 2,6 Prozent auf 2,77 Millionen Hektoliter zu.

5. Beck's

2014 verzeichnete das Bremer Bier ein Plus von 1 Prozent auf 2,53 Millionen Hektoliter.

6. Warsteiner

Bei der Marke aus dem Sauerland brach 2014 der Absatz um 8,4 Prozent auf 2,53 Millionen Hektoliter ein.

7. Paulaner

Das Bier aus Bayern verkaufte sich 2014 besser. Der Absatz stieg um 4,5 Prozent auf 2,45 Millionen Hektoliter.

8. Hasseröder

Hier sank der Absatz um 6,9 Prozent auf 1,87 Millionen Hektoliter.

9. Radeberger

Von der Marke wurden 1,87 Millionen Hektoliter abgesetzt, 4,5 Prozent weniger als im Vorjahr.

10. Erdinger

Das Bier aus Bayern steigert den Absatz um 3,5 Prozent auf 1,82 Millionen Hektoliter

Quelle

INSIDE-Marken-Hitliste 2014.

Für die Landwirte aber dürfte die geringere Ernte spürbare Folgen haben. Auch deswegen sind beim Verband auch Entschädigungszahlungen im Gespräch. Diese seien vor allem auch deshalb nötig, weil sich die Bauern nicht gegen Trockenheit versichern könnten, so der Verband. Seit Juni hat es in der Hallertau kaum geregnet. Zudem wird nicht einmal ein Viertel der Anbaufläche in Deutschland bewässert. „Bei einzelnen Hopfensorten kann es daher sogar zu Engpässen kommen“, vermutet Weingarten.

Neben der Hallertau wird in Deutschland vor allem in den Regionen Elbe-Saale (Sachsen-Anhalt/Sachsen/Thüringen), Tettnang (Baden-Württemberg) und im mittelfränkischen Spalt (Bayern) Hopfen angebaut.

Von

dpa

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