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13.11.2015

12:06 Uhr

Weihnachten und Konsumfreude

Glückliche Deutsche lassen Kassen klingeln

VonElena Brenk-Lücke

Die Angst der Deutschen vor Terrorismus und den Folgen der Flüchtlingskrise steigt. Doch die Kauflaune verdirbt ihnen das trotzdem nicht. Eine aktuelle Studie zeigt: Die Deutschen sind konsumfreudig wie lange nicht.

Die Deutschen sind laut einer aktuellen Studie so konsumfreudig wie lange nicht mehr. dpa

Weihnachtseinkäufe

Die Deutschen sind laut einer aktuellen Studie so konsumfreudig wie lange nicht mehr.

DüsseldorfBeim Blick aufs Thermometer mag man es kaum glauben: Weihnachten steht vor der Tür. In den Innenstädten werden die ersten Weihnachtsmärkte aufgebaut, immer mehr Geschäfte erstrahlen in festlichem Rot, Grün, Gold. Für den Einzelhandel ist Weihnachten die schönste Zeit des Jahres: Fast 20 Prozent seines Umsatzes setzt er allein im November und Dezember um. In diesem Jahr könnte das sogar noch ein bisschen mehr werden.

Das zumindest zeigt der aktuelle Verbrauchervertrauensindex. Das Marktforschungsunternehmen Nielsen hat vom 10. August bis zum 4. September 30.000 regelmäßige Internetnutzer in 61 Ländern nach ihren Job-Aussichten, ihrer finanziellen Situation und ihrer Kauflust befragt. Das Ergebnis: Die Deutschen sind so konsumfreudig wie lange nicht mehr. Ihr Verbrauchervertrauen liegt im dritten Quartal 2015 auf einem Zehn-Jahres-Hoch. Keine Spur also von Verunsicherungen durch die Flüchtlingskrise – wie sie das Marktforschungsunternehmen GfK jüngst noch annahm?

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Laut Verbrauchervertrauensindex gehören Terrorismus und die zunehmende Einwanderung im dritten Quartal zwar zu den Hauptsorgen der Deutschen. Doch die Stimmung trübe das bisher nicht. Ganz im Gegenteil: Laut Ingo Schier, Vorsitzender der Geschäftsführung von Nielsen Deutschland, blicken die meisten Deutschen besonders positiv in die Zukunft.

Ein Grund dafür: Die aktuell günstigen Rahmenbedingungen. So steigt die Beschäftigung, und auch die Reallöhne legen dank hoher Tarifabschlüsse und niedriger Inflation ebenfalls deutlich zu. Bereits im dritten Quartal waren es vor allem die Konsumausgaben, die der deutschen Wirtschaft zu einem Wachstum von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal verhalfen. „Wieder einmal ist der Konsum eine wesentliche Stütze für die deutsche Wirtschaft“, sagt Ökonomin Ulrike Kastens von der Privatbank Sal. Oppenheim.

Dementsprechend schätzen auch 59 Prozent der Befragten ihre Job-Aussichten und 54 Prozent ihre finanzielle Situation aktuell sehr gut ein. Das macht nicht nur glücklich, sondern lockert auch das Portemonnaie – vor allem an Weihnachten. „Der Verbrauchervertrauensindex zeigt, dass sich die Deutschen gerne etwas gönnen. Bei gleichbleibender Entwicklung gehen wir davon aus, dass sich diese Einstellung auch im diesjährigen Weihnachtsgeschäft widerspiegeln wird“, sagt Schier.

Davon ist auch der Deutsche Handelsverband (HDE) überzeugt: Laut seiner aktuellen Umsatzprognose werden die Deutschen in diesem Jahr rund 460 Euro für ihre Geschenke ausgeben. Das sind fast drei Prozent mehr als noch 2014. Insgesamt rechnet der HDE im Weihnachtsgeschäft mit einem Umsatzplus von rund 2 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr. Der Weihnachtsumsatz belaufe sich damit auf 80,7 Milliarden Euro. Das ist der höchste Wert seit zehn Jahren.

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