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16.01.2013

17:16 Uhr

Weihnachtsgeschäft

Metro beendet Media-Markt-Ausflug nach China

Für Media Markt erweist sich der Traum vom großen Glück in China als Illusion. Haupteigner Metro bläst zum Rückzug. Der Handelsriese hat schon genügend Baustellen und scheut ein kostspieliges Abenteuer.

Media-Saturn zieht sich aus China zurück. dpa

Media-Saturn zieht sich aus China zurück.

DüsseldorfAußer Spesen nichts gewesen: Der Handelsriese Metro zieht bei der verlustreichen Expansion seiner Elektroniktochter Media-Saturn in China den Stecker. Zwei Jahre erlebte Media Markt eine schneller wachsende Konkurrenz. Metro-Chef Olaf Koch leitet nun den bitteren Rückzug von Europas führendem Elektronikhändler ein. Deutschlands größter Handelskonzern ist nicht in der Verfassung, gewaltige Sprünge zu machen und hohe Anlaufverluste über viele Jahre hinweg einfach wegzustecken. Der Düsseldorfer Konzern ist seit Jahren eine Baustelle. Die Schuldenkrise bekam Metro in Südeuropa auch im wichtigen Weihnachtsgeschäft zu spüren. Mit dem Rückzug von Media-Saturn müssen große Hoffnungen begraben werden.

Die Vermarktungstricks von Media Markt

Regalplatz für hochauflösende Fernsehgeräte

Regalplatz für hochauflösende Fernsehgeräte: Hersteller zahlen Pauschalen von bis zu 60.000 Euro*, damit Media Markt sie ins Sortiment aufnimmt

* eigene Recherchen und Schätzungen auf Basis von Zahlenangaben aus mindestens einer Media-Markt-Filiale

Werbelogos von Elektronikmarken an den Wänden

Werbelogos von Top- Elektronikmarken an den Wänden: Unternehmen zahlen bis zu 5000 Euro* pro Fläche

* eigene Recherchen und Schätzungen auf Basis von Zahlenangaben aus mindestens einer Media-Markt-Filiale

Internetecke

Promotionsagentur MV Group steht im Verdacht auf Schmiergeldzahlungen an Media-Markt-Manager in Höhe von 3,6 Millionen Euro

Promotionsinsel für Mobilfunk

Geheime, möglicherweise wettbewerbswidrige Vertragsklausel mit Debitel sicherte Media Markt offenbar eine Erfolgsbeteiligung in Millionenhöhe zu

Palettenplätze für Lockangebote an von Kunden stark frequentierten Durchgängen

Für solche Sonderaktionen zahlen Hersteller bis zu 40.000 Euro*

* eigene Recherchen und Schätzungen auf Basis von Zahlenangaben aus mindestens einer Media-Markt-Filiale

Trittspuren auf dem Fußboden, die zu einem Produkt mit einem „guten Preis“ führen

Hersteller dürften dafür bis zu 20.000 Euro* als Werbekostenzuschuss zahlen.

* eigene Recherchen und Schätzungen auf Basis von Zahlenangaben aus mindestens einer Media-Markt-Filiale

Bei der Eröffnung des ersten chinesischen Ladens von Media Markt im Herbst 2010 war von einer rasant steigenden Kaufkraft die Rede. Mittelfristig wurde Potenzial für mehr als 100 Läden gesehen. Mittlerweile scheut Metro aber das Risiko - zur Freude der Börse. „Im Geschäft mit Unterhaltungselektronik werden die Langsamen nicht nur von den Schnellen überholt, sondern gefressen“, stellte Koch bereits im November in einem Interview fest. Media Markt treffe in China auf die schnell expandieren Ketten Suning und Gome. Beim Ausloten von Übernahmemöglichkeiten wurde die Metro nicht fündig. Jetzt geht es darum, mit möglichst geringem Verlust das Abenteuer von Media-Saturn zu beenden.

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