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07.11.2014

16:52 Uhr

Weinhändler

Übernahmeangebot für Hawesko beflügelt Aktionäre

Der Weinhändler Hawesko, vor allem bekannt durch die Kette „Jaques' Weindepot“, soll übernommen werden. Der Aktienkurs übersprang daraufhin locker den Angebotspreis von 40 Euro.

Zu der im SDax notierten Hawesko Holding AG gehören über 280 Filialen von „Jaques' Weindepot“. dpa

Zu der im SDax notierten Hawesko Holding AG gehören über 280 Filialen von „Jaques' Weindepot“.

HamburgBeim größten deutschen Weinversender Hawesko droht ein Machtkampf. Der Hamburger Textilunternehmer Detlev Meyer will Vorstandschef Alexander Margaritoff als größten Anteilseigner verdrängen und den Kurs des Unternehmens künftig selbst bestimmen. Meyer, der bisher 29,5 Prozent an Hawesko („Jacques Weindepot“) hält und dort im Aufsichtsrat sitzt, legte über seine Beteiligungsfirma Tocos am Freitag ein Übernahmeangebot vor. „Tocos will größter Ankeraktionär werden“, sagte ein Sprecher Meyers. Das ist bisher der Vorstandschef mit 30 Prozent. Das Unternehmen und Margaritoff seien von der Offerte überrascht worden, sagte ein Hawesko-Sprecher. Der Vorstand werde sie prüfen und sich erst dann dazu äußern.

Meyer, der Gründer der Textil-Holding CBR (Cecil, Street One) bietet 40 Euro je Hawesko-Aktie, fünf Prozent mehr als den Schlusskurs vom Donnerstag. Mittelfristig stehe im Vorstand auch ein Generationswechsel an, schrieb Meyer. Damit stünde offenbar auch der 1952 geborene Margaritoff zur Disposition. Der 61 Jahre alte Meyer wolle aber nicht selbst Hawesko-Chef werden, betonte sein Sprecher.

Meyer war 2005 über Tocos bei Hawesko eingestiegen. Privat gehört ihm auch das Weingut "St. Antony" in Nierstein. Würden Meyer alle Anteile angeboten, müsste er 253 Millionen Euro locker machen. Sein heutiger Anteil ist gut 100 Millionen Euro wert. Anleger spekulieren wohl auf einen Gegenschlag von Margaritoff: Die Aktie legte bis zu 11,7 Prozent auf 42,50 Euro zu.

Meyer hat offenbar strategisch andere Vorstellungen für Hawesko. Das Unternehmen solle nicht mehr so hohe Dividenden zahlen wie in den vergangenen Jahren, forderte er. 40 bis 50 Prozent des Nettogewinns reichten auch. Zuletzt habe Hawesko bis zu 95 Prozent ausgeschüttet. Mit dem eingesparten Geld gelte es, „die starke Marktposition von Hawesko im Kernmarkt Deutschland weiter zu festigen sowie die internationalen Aktivitäten des Unternehmens gezielt auszubauen“, erklärte Meyer. Margaritoff hatte im Sommer einen größeren Zukauf angekündigt. Das Objekt der Begierde habe möglicherweise einen dreistelligen Millionen-Euro-Umsatz. Hawesko setzte im vergangenen Jahr 465 Millionen Euro um.

Von

rtr

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