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14.02.2006

16:35 Uhr

Weitere Basisflughäfen

Ryanair will in Deutschland expandieren

Europas größter Billigflieger Ryanair will in Deutschland weiter expandieren. Neben der bisherigen Deutschland-Basis am Flughafen Hahn sind weitere zentrale Basisflughäfen hierzulande geplant.

HB FRANKFURT. „Wir wollen mindestens einen unserer bereits angeflogenen sechs anderen Flughäfen zu einem Drehkreuz machen“, sagte Ryanair-Vizechef Michael Cawley am Dienstag in einem Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX in Frankfurt. In Frage kämen die Airports Baden-Baden oder das niederrheinische Weeze. Zusätzlich prüfe Ryanair, den hannoverschen Raum oder Bayern anzusteuern. Im Winterhalbjahr 2006/07 erhalte Ryanair 30 zusätzliche Maschinen. „Von dann 90 bis 100 neuen Strecken werden 15 bis 20 von Deutschland aus sein“, betonte Cawley.

Die früher einmal geplante Aufnahme von innerdeutschen Strecken habe jedoch die kommenden zwei bis drei Jahre keine Priorität. „Es steht auf dem Plan, aber nicht unmittelbar“, sagte der für das Tagesgeschäft zuständige Ryanair-Manager. Wahrscheinlich sei dagegen, dass die nächsten inländischen Routen in Spanien aufgenommen werden. In Irland, Großbritannien und Italien gibt es sie bereits. Mit Blick auf die zunehmende Konkurrenz in Deutschland zeigte sich Cawley gelassen: „Fliegen ist ein Konsumgut, und da zählt neben Sicherheit und Pünktlichkeit der Preis.“

Der anhaltend hohe Ölpreis macht jedoch auch Ryanair zu schaffen. Im Ende Dezember abgeschlossenen dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres stiegen die Treibstoffkosten um 59 Prozent auf 115 Mill. Euro. Kerosin-Aufschläge sind für die Billigfluggesellschaft aber weiter kein Thema. „Das verhindert Wachstum. Unser Geschäft basiert aber auf Wachstum über niedrige Ticketpreise“, sagte Cawley. „Es wäre falsch, Zuschläge zu erheben, ohne unsere Kosten anzugehen.“ Weitere Kostensenkungen seien möglich durch die wachsende Produktivität der Mitarbeiter, neue und sparsame Flugzeuge, günstige Verträge mit Lieferanten und Flughäfen, aber auch durch den weiteren Ausbau von Zusatzgeschäften.

Neben der Vermittlung von Hotels, Mietwagen und Reiseversicherungen sollen künftig etwa auch Glücksspiele an Bord angeboten werden. „Das Zusatzgeschäft hat phänomenal zugenommen. Derzeit macht es 17 Prozent unseres Umsatzes und deutlich mehr als 20 Prozent unseres Gewinns aus“, sagte Cawley. Dieser Anteil solle wachsen. Mit Blick auf die Durchschnittserträge sagte Cawley, im kommenden Geschäftsjahr dürften sie bei einem avisierten Wachstum von 20 Prozent um zwei bis drei Prozent zurückgehen.

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