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12.11.2013

12:59 Uhr

Weitere Kontrollen

Möglicher Fleischskandal in Niedersachsen

Von einem Betrieb in Umlauf gebrachtes Fleisch soll nicht für die Verarbeitung als Lebensmittel geeignet gewesen sein. Jetzt werden auch die Geschäftspartner der Firma kontrolliert.

Der niederländische Betrieb Trinity an der Grenze in Bad Bentheim: Hier war Fleisch falsch gekennzeichnet worden. dpa

Der niederländische Betrieb Trinity an der Grenze in Bad Bentheim: Hier war Fleisch falsch gekennzeichnet worden.

HannoverWegen des Fleischskandal-Verdachts bei einem Bad Bentheimer Betrieb in Niedersachsen werden dessen Geschäftspartner überprüft. Die Daten von Zulieferern und Kunden in dem Bundesland würden an die Landkreise weitergegeben, die für die Kontrollen zuständig seien, sagte ein Sprecher des Verbraucherschutzministeriums am Dienstag. Auch Erkenntnisse über Geschäftspartner in anderen Bundesländern würden weitergeleitet. Zuvor hatte die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ (Dienstag) berichtet, dass dem Ministerium entsprechende Listen vorliegen.

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt seit Sommer wegen des Verdachts von Kennzeichnungsverstößen und Urkundsdelikten. Sie prüft, ob das Unternehmen sogenanntes Separatorenfleisch nicht als solches ausgezeichnet hat. Dieses wird maschinell von den Knochen gelöst und darf nur verwendet werden, wenn die Produkte entsprechend gekennzeichnet sind. Eine Untersuchung von Proben hatte ergeben, dass das Fleisch nicht für die Verarbeitung als Lebensmittel geeignet war.

Bio - öko - fair

Ein Wirrwarr an Siegeln

Fair, bio, öko – und dazu mehrere Dutzend Gütesiegel: Viele Verbraucher verlieren da den Überblick. Dabei gibt es zwischen den Begriffen durchaus Unterschiede.

Fair

Eine faire Produktion soll gewährleisten, dass die Produzenten angemessene Löhne zahlen und die Mitarbeiter nicht unter gesundheitsgefährlichen Bedingungen arbeiten. Der gemeinnützige Verein Transfair verleiht sein Siegel beispielsweise für Produkte wie Kaffee, Bananen oder Blumen, aber auch Kleidung und Fußbälle. Inzwischen berücksichtigt die Organisation allerdings nicht nur ökonomische und soziale, sondern auch ökologische Kriterien – das sei im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung.

Bio

Bio-Siegel garantieren die ökologische Produktion von Lebensmitteln und anderen Produkten. Dabei dürfen beispielsweise weder Gentechnik noch chemische Pflanzenschutzmittel zum Einsatz kommen. Die Anforderungen der Siegel unterscheiden sich allerdings zum Teil erheblich. Besonders streng sind Demeter, Naturland und Bioland.

Öko

Bio ist jedoch nicht automatisch öko: Auch die Umweltbilanz von Bioprodukten kann schlecht sein, etwa wenn Äpfel aus Südafrika nach Deutschland transportiert werden. Weniger CO2 fällt an, wenn Verbraucher Produkte aus der Region kaufen.

Ehemalige Mitarbeiter werfen dem Betrieb vor, tonnenweise schlechtes Fleisch mit gutem vermischt und verkauft zu haben. Das Unternehmen lehnte eine Stellungnahme am Dienstag ab. Laut Webseite stellt es in Bad Bentheim wöchentlich rund 2000 Tonnen Geflügelfleisch für Kunden weltweit her.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Karma

12.11.2013, 13:22 Uhr

Irgendwie ist die Welt doch gerecht.

Warum muss man sich auch an (Tier-) Leichen vergreifen. Ist voll eklig und mega unethisch, wenn man Tiere schlachtet, nur damit Menschen mit kaum vorhandenem Bewusstsein und Ethik etwas zu essen bekommen.

Account gelöscht!

12.11.2013, 15:11 Uhr

Danach werden wir auch alle Raubtiere zu veganem Futter umerziehen.

"Schöne neue Welt."

N_K

12.11.2013, 15:55 Uhr

"Möglicher Fleischskandal in Niedersachsen"

Ach ja – immer das gleiche Gejammere und immer die dicken Krokodilstränen! DAS ist wirklich zum Jammern und zum Heulen.

Die Fleischskandale gingen nämlich schlagartig auf ein Minimum zurück, würden die »Verkaufsferkel« benannt und nicht noch gedeckt und dadurch ermuntert und gefördert.

Nachstehendes Erlebnis spricht für sich und bedarf keiner weiteren Erläuterung:
»Aus den lecker marinierten Grillsteaks wurde nichts – das Fleisch war verdorben. Bei der Ursachensuche fand ich mich schließlich beim Veterinäramt wieder, und ein Ausschnitt des dort geführten Gesprächs war bezeichnend:
Frage: „Wenn ich Ihnen die Firmendaten, Name, Betriebsnummer usw., gäbe und Sie fragen würde, ob diese Firma auf der Liste der »Gammelfleischlieferanten« steht, …“
Antwort: „… DÜRFTE ICH IHNEN KEINE ANTWORT GEBEN.“
Toll !!!«

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