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25.06.2014

09:10 Uhr

Wenig Wachstum

Fernsehhersteller hoffen vergeblich auf WM

Fußball-WM oder Olympia – zwei sportliche Großereignisse, die den kriselnden deutschen Herstellern von Fernsehgeräten neuen Schub geben könnten. Doch daraus dürfte für Metz und Loewe nichts werden.

Fußball-Weltmeisterschaften sind schon immer ein klassischer Anlass, um den heimischen Fernseher zu erneuern. Das Wachstum auf dem TV-Gerätemarkt ist aber begrenzt. dpa

Fußball-Weltmeisterschaften sind schon immer ein klassischer Anlass, um den heimischen Fernseher zu erneuern. Das Wachstum auf dem TV-Gerätemarkt ist aber begrenzt.

MünchenDas Public Viewing im eigenen Wohnzimmer beflügelt die TV-Hersteller - aber nur kurz. Zur Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien kauften sich zwar viele Menschen einen neuen Fernseher, doch dafür bleiben die Geräte dann im Weihnachtsgeschäft Ladenhüter. „Insgesamt gibt es kein Wachstum obendrauf“, sagt Roland Stehle von der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationstechnik (gfu). Den nur noch spärlich verbliebenen deutschen TV-Herstellern dürfte die WM demnach nicht den erhofften Aufschwung geben.

Metz und das stark angeschlagene Unternehmen Loewe wollten zum Absatz zur Weltmeisterschaft keine Angaben machen. Ein Loewe-Sprecher verwies auf fehlende Vergleichszahlen wegen der Konzernkrise. „Wir stecken mitten in den Arbeiten, das Unternehmen wieder gut auf die Zukunft auszurichten“, sagte er. Das Unternehmen war nach der Insolvenz von einem Investor gekauft worden. Vor allem dem Preiskampf mit Massenherstellern wie Samsung oder Panasonic hatten die Franken mit ihren teuren Geräten nichts entgegenzusetzen.

Überhaupt ist das Wachstum auf dem TV-Gerätemarkt begrenzt, denn in den meisten Haushalten stehen bereits moderne, flache Fernseher. Luft nach oben gibt es der Branche zufolge nur noch bei Beamern. Bei den Projektionsgeräten gebe es deswegen zu Sportereignissen noch einen spürbaren Effekt: „Sie zeigen noch den Zweijahresrhythmus von Europameisterschaft und Weltmeisterschaft“, sagt Stehle. Im klassischen TV-Gerätemarkt gibt es das nicht mehr. „Wir haben momentan nicht die Stückzahlen, die wir vor zwei Jahren im Absatz von TV-Geräten hatten. Allerdings ist die Prognose für dieses Jahr mit 7,5 Millionen verkauften Exemplaren immer noch höher als bei der Heim-WM vor acht Jahren“, sagt Stehle.

Der Fernseh-Boom zwischen den Weltmeisterschaften 2006 und 2014 war auf die neuen Techniken zurückzuführen. Ein Absatzrückgang sei nach dem starken Jahr 2012 mit Fußball-EM und Olympischen Sommerspielen zwar erwartet worden, inzwischen leidet die Branche aber doch stark unter Überkapazitäten und Preisverfall. „Der Markt sackte im Jahr 2013 um fast 20 Prozent ab“, sagt Michael Schmid, Experte beim Beratungsunternehmen Accenture. Insbesondere die deutschen TV-Hersteller haben im Kampf mit den internationalen Herstellern und deren vergleichsweise übermächtigem Produktionsvolumen zu kämpfen.

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