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08.09.2016

17:00 Uhr

Werbestrategie gegen Supermärkte

Aldi Nord und Süd machen gemeinsame Sache

VonChristoph Kapalschinski

Im Kampf gegen die Supermärkte starten Aldi Nord und Süd gemeinsam eine große Imagekampagne. Ein neuer Kino-Spot soll die Marke der Discounter auffrischen. Dafür holt sich Aldi sogar einen Berliner Rapper ins Boot.

Bislang ging Aldi nur im Ausland ins Fernsehen. Das ändert sich künftig. Screenshot: Aldi

Neuer Spot

Bislang ging Aldi nur im Ausland ins Fernsehen. Das ändert sich künftig.

Essen, HamburgDie griechischen Götter tunken Hähnchenkeulen in einen Schokoladenbrunnen, lassen Skelette zum Tanz aufspielen, feuern spaßeshalber Blitze auf die Sterblichen. Plötzlich macht ein Controller im grauen Anzug dem Treiben ein Ende: Das Gelage sei schlichtweg zu teuer. Schließlich gebe es auf dem Olymp keinen Aldi.

Der Kino-Spot steht für eine gänzlich neue Werbestrategie, für die Aldi Nord und Aldi Süd erstmals beim Marketing im großen Stil zusammenarbeiten. Ab Sonntag dröhnt eine Botschaft per TV-Spot, im Radio und auf Plakaten auf die Deutschen ein: „Einfach ist mehr.“ „Das ist ein ganz neuer Angang für die Marke Aldi. Erstmals redet sie über ihre Haltung“, sagte Ulrich Klenke, Chef der Werbeagentur Ogilvy & Mather, am Donnerstag in den Essener Aldi-Nord-Büros. Er ist zusammen mit den Werbern von Oliver Voss für die Umsetzung verantwortlich.

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Tatsächlich kam Aldi bislang mit Sonderangeboten auf Werbezetteln aus. Anzeigenblätter im ganzen Land verdanken ihre Existenz zu einem guten Teil dieser flächendeckenden Print-Werbung. Doch die Zeiten, in denen der Preis für sich sprechen sollte, sind vorbei. Nachdem Aldi Brotbackautomaten in die Läden und Markenprodukte ins Sortiment geholt, ja sogar einen Nachhaltigkeitsbericht vorgelegt hat, startet nun die nächste Stufe der Mission Marken-Auffrischung.

Aldi ging bislang nur im Ausland ins TV, wenn das Prinzip Discount erst bekanntgemacht werden musste. In Deutschland dagegen sind die Discounter an ihrer Wachstumsgrenze angelangt und gewinnen keine Marktanteile mehr gegen die klassischen Supermärkte.

Die größten Discounter der Welt

Platz 10

Dollar Tree belegt den zehnten Platz unter den weltgrößten Discountern. Das US-Unternehmen erwirtschaftete 2014 6,8 Milliarden Euro.

Quelle: Planet Retail/Statista

Platz 9

Auch aus Skandinavien kommt ein Discounter, der es unter die Top Ten der weltgrößten geschafft hat: Rema 1000 gehört zum Konzern Reitangruppen. 2014 setzte das Unternehmen sieben Milliarden Euro um.

Platz 8

2014 generierte der US-Discounter Family Dollar einen Umsatz von 8,3 Milliarden Euro.

Platz 7

Der siebtgrößte Discounter der Welt heißt Biedronka, ist in Polen aktiv, gehört aber der portugiesischen Gruppe JMR Jerónimo Martins Retails. 2014 setzte die Kette 9,3 Milliarden Euro um.

Platz 6

Die sechstgrößte Discountkette der Welt stammt aus Spanien. Das Unternehmen mit dem Namen Dia (zu Deutsch „Tag“) setzte 2014 10,3 Milliarden Euro um.

Platz 5

Auf dem fünften Platz findet sich ein deutsches Unternehmen: Der Discounter Penny, der zur Rewe-Gruppe gehört. 2014 betrug der Umsatz des Discounters 12,1 Milliarden Euro.

Platz 4

Der viertgrößte Discounter der Welt ist Netto. Die Kette gehört zur Edeka-Gruppe und erwirtschaftete 2014 einen Umsatz von 14,5 Milliarden Euro.

Platz 3

Die US-Kette Dollar General verkaufte 2014 Waren im Wert von 15,0 Milliarden Euro.

Platz 2

Der Discounter Lidl, der zur Schwarz Gruppe gehört, belegt im Ranking der weltgrößten Discounter mit großem Abstand zum Drittplatzierten den zweiten Platz. 2014 betrug der Umsatz der Supermarktkette 62,7 Milliarden Euro.

Platz 1

Aldi Nord und Süd sind gemeinsam auf Platz eins im Ranking der weltweit größten Discounter. 2014 verkauften die beiden deutschen Unternehmen Artikel im Wert von 65,9 Milliarden Euro.

Entsprechend richtet sich die Aldi-Werbung weniger gegen direkte Konkurrenten wie Lidl, Penny und Netto als gegen die sogenannten Vollsortimenter wie Edeka und Rewe. Der Vorstoß hat Gewicht: Zusammen sind Aldi Nord und Süd Deutschlands größter Discounter. Süd kommt in Deutschland auf einen Nettoumsatz von 14,2 Milliarden Euro, Nord auf etwa 11,1 Milliarden.

Aldi verfolgt in der TV-Werbung eine andere Strategie als Lidl. Dem Versuch der Neckarsulmer Konkurrenz, sich hochwertiger zu positionieren, setzt Aldi den Aspekt Einfachheit entgegen. „Wir fühlen uns wohl als Discounter“, sagte Aldi-Nord-Marketingchef Kay Rüschoff. Die Botschaft der Werbekampagne ist denn auch, dass der Einkauf bei Aldi schneller und unkomplizierter ist als im Supermarkt.

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