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15.04.2014

14:08 Uhr

Werksschließung

Gauloises-Zigaretten bald kaum noch aus Frankreich

Sie sind ein Symbol für Frankreich, die legendären Gauloises-Zigaretten. Doch bald werden sie kaum noch aus Frankreich kommen: Das Werk in Nantes wird geschlossen, die Produktion nach Polen verlagert.

Zigaretten der Marke „Gauloises Blondes“: Die Glimmstängel wurden bisher in Nantes produziert, doch das Werk wird geschlossen. dapd

Zigaretten der Marke „Gauloises Blondes“: Die Glimmstängel wurden bisher in Nantes produziert, doch das Werk wird geschlossen.

ParisDie legendären Gauloises-Zigaretten werden schon bald kaum noch aus Frankreich kommen: Das Tabak-Unternehmen Seita, eine Tochter des Konzerns Imperial Tobacco, gab am Dienstag in Paris die Schließung seiner Fabrik im westfranzösischen Nantes mit 327 Mitarbeitern bekannt. Insgesamt werden nach Gewerkschaftsangaben 366 der 1.150 Stellen in Frankreich abgebaut, während 130 Jobs in Polen geschaffen werden sollen. Auch ein Werk im britischen Nottingham mit 570 Mitarbeitern soll laut Imperial Tobacco geschlossen werden.

Das einstige Staatsunternehmen Seita, der letzte große Zigarettenhersteller Frankreichs, war im Jahr 2008 vom britischen Konzern Imperial Tobacco übernommen worden. Bereits seit 2007 werden die dunklen Gauloises und Gitanes nicht mehr in Frankreich produziert. Im Werk in Nantes werden die Gauloises Blondes hergestellt, ebenso wie in Riom in Zentralfrankreich. Doch auch bei der Zukunft von Riom gibt es Fragezeichen: Dort werden unter anderem Zigaretten mit Aromen und mit Menthol hergestellt – die sind in der EU aber ab 2016 beziehungsweise 2018 verboten.

In Frankreich sind noch drei andere Tabak-Konzerne präsent, die ihre Waren aber importieren: Die Nummer Eins am Markt ist Philip Morris mit Marken wie Marlboro. Zudem sind British American Tobacco (Lucky Strike, Dunhill) und Japan Tobacco International (Camel, Winston) in Frankreich tätig.

Imperial Tobacco, der weltweit viertgrößte Tabak-Konzern, hatte im Februar einen Rückgang des Jahresüberschusses um sechs Prozent und einen Sparplan über umgerechnet 365 Millionen Euro angekündigt. Als Gründe für die nun verkündeten Stellenstreichungen gab der Konzern neben geringeren Verkäufen in Europa auch härtere Anti-Raucher-Gesetze und den zunehmenden Schmuggel von Zigaretten an. Schon bei der Übernahme von Seita 2008 hatte der Konzern rund tausend und damit etwa die Hälfte der Stellen in Frankreich abgebaut.

Die französischen Gewerkschaften werfen der Konzernleitung vor, lediglich die Dividenden der Aktionäre erhöhen zu wollen. Auch wenn Imperial Tobacco Marktanteile verliere, so sei Seita doch „die Melkkuh“ des Konzerns.

Von

afp

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