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16.03.2004

07:34 Uhr

Werkstattkette wächst schneller als der Markt

Auto-Teile-Unger feilt weiter am Börsengang

VonMartin-W. Buchenau

Die Vorbereitung für den Börsengang der ATU Auto-Teile-Unger GmbH laufen auf vollen Touren. Der Aufsichtsrat mit neun Mitgliedern ist bereits seit Ende der vergangenen Woche komplett. „Am 22. März wird die Umwandlung in eine AG erfolgen“, sagt ATU-Chef Werner Aichinger dem Handelsblatt. Der Börsengang soll noch in diesem Jahr über die Bühne gehen.

MÜNCHEN. Aichinger wollte sich aber nicht festlegen, ob es bereits im zweiten Quartal so weit sein wird. „Wir beobachten den Markt genau“, sagt Aichinger vorsichtig. Credit Suisse First Boston und HSBC Trinkaus & Burkhardt werden die Emission begleiten.

Nach dem Halbleiter-Zulieferer Siltronic könnte ATU aber bereits der nächste große Börsengang in diesem Jahr werden. Anders als das zyklische Halbleiterbusiness bei Siltronic gilt das Geschäft des größten deutschen konzernunabhängigen Autoteile-Verkäufers zwar nicht als besonders spannend, aber dafür als stetig wachsend und profitabel. In den vergangenen 19 Jahren baute Firmengründer Peter Unger den Betrieb zu einer Kette mit 450 Filialen mit 12 000 Mitarbeitern auf. Jährlich kommen derzeit bis zu 40 Filialen hinzu. Eine Marktsättigung sieht Aichinger erst bei 800 Stützpunkten. ATU wuchs 2003 um 8 % auf 1,12 Mrd. Euro Umsatz, bei einer Rendite vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen von 14 %, wie Aichinger bestätigt. In diesem Jahr rechnet er mit einem vergleichbaren Wachstum.

Am Gesamtmarkt der Autowerkstätten in Deutschland mit einem Volumen von 26 Mrd. Euro entfallen knapp 60 % auf Autohäuser. ATU hat sich mit einem Marktanteil von 4 % die Spitzenposition unter den konzernunabhängigen Häusern erkämpft. Nach eigenen Angaben liegen die Reparatur- und Autoteilepreise um ein Fünftel unter denen der Vertragswerkstätten. ATU gilt in der Branche als einziger Komplettanbieter unter den konzernunabhängigen Unternehmen. Die größere Kette Pit-Stop bietet nur einen Teil der Leistungen an, wie Bremsen oder Stoßfängerreperaturen. ATU ist mit 3,7 Mill. verkauften Reifen zum größten deutschen Reifenlieferanten aufgestiegen. Demnächst will Aichinger auch das Auswechseln von Autoscheiben ins Programm nehmen. ATU macht alle Wartungsarbeiten an Verschleißteilen, nicht aber Karosseriearbeiten.

Hintergrund für den Börsengang ist vor allem, dass Firmengründer Unger ein Nachfolger fehlt. Deshalb verkaufte Unger vor eineinhalb Jahren rund 75 % der Anteile an den britischen Finanzinvestor Doughty Hanson. Er selbst hält noch 20 %, die restlichen 5 % liegen beim Management. Unger wird mit dem Börsengang in den Aufsichtsrat wechseln. Aichinger wird das Unternehmen mit zwei weiteren Vorständen führen. Mit dem Geld der Anleger will ATU die weitere Expansion finanzieren und die Verschuldung verringern. Auch Akquisitionen im Ausland seien dann möglich. Bislang hat ATU nur einige Niederlassungen in Österreich und eine in Prag.

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