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12.07.2013

14:17 Uhr

Wettbewerbsbehörde knallhart

Swatch bleibt Zwangslieferant für Uhrenteile

Swatch muss auch weiterhin kleinere Uhrenwerke mit Bauteilen versorgen – zwangsweise. Dazu wurde das Unternehmen jetzt von einem Gericht verdonnert. Das gefällt der Aktie der Schweizer gar nicht.

Der Blick auf eine Swatch-Filiale: dpa

Der Blick auf eine Swatch-Filiale:

ZürichDer Uhren-Gigant Swatch bleibt gegen seinen Willen das Rückgrat der Schweizer Uhrenindustrie. Swatch wollte Lieferverträge für mechanische Uhrwerke und Uhrenteile mit Schweizer Herstellern bis spätestens 2025 auslaufen lassen, doch die Schweizerische Wettbewerbskommission (WEKO) untersagte dieses Vorhaben am Freitag. Kleinere Uhrenhersteller hätten kaum alternative Bezugsquellen und seien auf Swatch angewiesen, erklärten die Wettbewerbshüter. Die Swatch-Tochterfirmen ETA und Nivarox liefern anderen Herstellern bis zu 90 Prozent der für teure Zeitmesser benötigten Schlüsselteile. Nur wenige Uhrenhersteller kommen ohne Teile von Swatch aus.

Swatch möchte aus den Lieferverpflichtungen heraus, weil der Konzern in seinen Werken in Boomzeiten kaum genug Uhrwerke und Teile für den eigenen Bedarf bei Luxus-Marken wie Breguet und Omega produzieren kann. In schlechten Zeiten bleibt die Firma auf Überkapazitäten sitzen. Aus der Sicht von Swatch sei die Entscheidung eine Enttäuschung, erklärte Konzernchef Nick Hayek der Nachrichtenagentur Reuters in einer schriftlichen Stellungnahme.

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Immerhin erlaubten die Wettbewerbshüter dem Konzern, seine Dritt-Lieferungen von ganzen mechanischen Uhrwerken im nächsten Jahr um zehn Prozent zu reduzieren. Bei Schlüsselkomponenten für mechanische Uhren, den sogenannten Assortiments, beurteilte die WEKO eine Lieferreduktion "aufgrund der derzeitigen Marktverhältnisse sowie der unsicheren weiteren Entwicklung in diesem Bereich als verfrüht".

Das sei eine ungünstige Entwicklung für Swatch, sagte Kepler Cheuvreux-Analyst Jon Cox. Nun müssten die Ausstiegsverhandlungen wieder von vor beginnen und es werde dauern bis Swatch die Lieferverpflichtungen los sei. „Für uns ist das eine gute Nachricht“, sagte Miguel Gracia, der Chef des unabhängigen Uhrenherstellers Sellita. Die Firma habe nun mehr Zeit, eine eigene Teile-Produktion aufzubauen. Die Swatch-Aktie verlor an der festeren Schweizer Börse 1,7 Prozent.

Von

rtr

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