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20.12.2012

16:35 Uhr

Wettbewerbsbeschränkung

Lufthansa muss Klauseln streichen

Das Bundeskartellamt hat der Deutschen Lufthansa auf die Finger gehauen: Die Kranich-Linie darf über ihre Firmenkundenverträge keine Daten mehr über Umsätze und Rabattkonditionen der Wettbewerber sammeln.

Die Lufthansa muss sich dem Willen der Kartellwächter beugen. dapd

Die Lufthansa muss sich dem Willen der Kartellwächter beugen.

BonnAuf Druck des Kartellamts ändert die Lufthansa einzelne Klauseln in ihren Verträgen mit Großkunden. Nach Ansicht der Wettbewerbsbehörde hatte sich die Fluggesellschaft über die Kunden wettbewerbsrelevante Daten über Flüge und Preise der Konkurrenz beschafft. Um in den Genuss bestimmter Rabatte zu kommen, hatten die Firmenkunden sämtliche Flugdaten auch bei der Konkurrenz offenlegen müssen.

Das Unternehmen bestätigte am Donnerstag, dass es die angegriffenen Klauseln aus den Verträgen entferne. Schon in diesem Jahr seien die Kunden dazu nicht mehr verpflichtet gewesen, sagte ein Sprecher in Frankfurt. Für das kommende Jahr liege es allein in der Hand der Kunden, die Daten über ihre zu rabattierenden Flüge selbst auszuwählen und zu übermitteln.

In dem von den Kunden angestrengten Kartellverfahren ging es ausschließlich um die Verträge mit rund 800 Firmen, erklärte Lufthansa. Flüge von Privatleuten seien nicht betroffen. Zudem habe sich Lufthansa stets regelkonform verhalten. Die Daten seien zwar an den Konzern gegangen, nicht aber an den Vertrieb weitergegeben worden. Dies sei unter anderem durch „chinesische Mauern“ in den Computersystemen sichergestellt worden.

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Das Kartellamt hat zumindest die Möglichkeit gesehen, dass Lufthansa mit Hilfe der Informationen den Wettbewerb auf bestimmten Strecken hätte verfälschen können. Die Behörde erklärte den Klauselverzicht für bestehende und künftige Verträge als verbindlich.

Der Verband deutsches Reisemanagement (VDR) lobte die Entwicklung als „großen Schritt zu mehr Transparenz“. „Vielen unserer Mitglieder ist erst bewusst geworden, dass sie Lufthansa mit Daten über die Konkurrenz versorgt haben. Daran haben sie aber kein Interesse“, sagte VDR-Hauptgeschäftsführer Hans-Ingo Biehl.


Von

dpa

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