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30.03.2006

16:30 Uhr

Wettbewerbsdruck durch Konkurrenten

Lufthansa Cargo verlängert Sparprogramm

Die Lufthansa-Frachttochter Cargo liegt hinter den eigenen Wachstumsplänen zurück und verlängert deshalb ihr Sparprogramm bis Ende 2007.

HB FRANKFURT. Ziel bleibe es, das Ergebnis durch Kostensenkungen und zusätzliches Frachtgeschäft um insgesamt 233 Mill. Euro zu verbessern, wie der Vorstand von Lufthansa Cargo am Donnerstag in Frankfurt ankündigte. Ursprünglich war diese Zielmarke bereits für dieses Jahres angepeilt worden. Bis Ende 2005 waren allerdings erst gut 90 Mill. Euro Ergebnisverbesserung erreicht. In diesem Jahr seien 60 Mill. Euro zusätzlich avisiert, sagte Finanzvorstand Stephan Gemkow.

Der Wettbewerbsdruck durch Konkurrenten und die Treibstoffpreise seien unverändert hoch, sagte Vorstandschef Jean-Peter Jansen. Lufthansa Cargo habe seine Wachstumsziele im vorigen Jahr nicht erreicht. Angesichts eines verdreifachten operativen Ergebnisses von 108 (Vorjahr: 34) Mill. Euro sei 2005 trotzdem ein erfolgreiches Jahr gewesen, sagten Jansen und Gemkow, die beide in Kürze aus dem Unternehmen ausscheiden. Jansen geht in den Ruhestand, Gemkow wechselt als Finanzvorstand zur Konzernmutter Lufthamsa.

Im Personalbereich seien die Ziele übertroffen worden, betonte Jansen. Mit einer Beschäftigtenzahl von 4 700 Ende 2005 seien deutlich mehr als zehn Prozent der Stellen binnen zwei Jahren abgebaut worden. Weiterer Personalabbau sei nicht geplant, ergänzte Gemkow. Es gehe um zusätzliche Maßnahmen zur Kostensenkung, etwa bei Arbeitsabläufen im Frachtgeschäft.

Das Umsatzwachstum 2005 um gut elf Prozent auf 2,75 Mrd. Euro sei vor allem auf die Einnahmen aus den Kerosinzuschlägen zurückzuführen. Lufthansa Cargo sehe gute Wachstumsperspektiven in Asien, wo für Indien und China mit zweistelligen Zuwachsraten gerechnet werde. Dennoch werde das Geschäft durch ein Überangebot an Frachtkapazität und die steigenden Ölkosten weiter belastet, sagte Jansen.

Zentral bleibe aber für die Frachttochter von Europas zweitgrößter Fluggesellschaft der Heimatmarkt und damit auch der Flughafen Frankfurt. Deshalb sei das geplante Nachtflugverbot in Frankfurt nach dem für Ende 2009 geplanten Bau einer neuen Landebahn nicht akzeptabel. Ein Drittel aller Flüge von Lufthansa Cargo wären dadurch betroffen. Flughafenbetreiber Fraport und auch die hessische Landesregierung haben ein weitgehendes Nachtflugverbot als Ausgleich für die Anlieger des Flughafens zugesagt und mit dem Bauantrag eingereicht. Lufthansa Cargo hatte bereits im vorigen Jahr mit einem Abzug aus Frankfurt gedroht.

Zum neuen Finanzvorstand bei Cargo wurde bereits der bisherige Leiter der Lufthansa-Konzernfinanzen Roland Busch berufen. Den Vorsitz bei der Frachttochter hat übergangsweise Konzern-Personalvorstand Stefan Lauer inne.

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