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20.07.2012

18:22 Uhr

Wettbewerbshüter

Brüssel bremst TNT-Übernahme durch UPS

Der Wettbewerb im Expressdienst könnte Schaden nehmen, wenn UPS den Konkurrenten TNT Express übernehme, so EU-Wettbewerbskommissar Almunia. Ohne grünes Licht aus Brüssel gibt es keine Übernahme.

Scott Davis hatte die Übernahme von TNT Express durch UPS vorbereitet. dapd

Scott Davis hatte die Übernahme von TNT Express durch UPS vorbereitet.

BrüsselDie EU-Kartellwächter bremsen die spektakuläre Übernahme des niederländischen Paketzustellers TNT Express durch den US-Logistikriesen UPS aus. Wegen Vorbehalten gegen den Milliardendeal leitete die Kommission am Freitag zunächst eine eingehende Prüfung ein. "Durch die Übernahme könnte der Wettbewerb im Expressdienst zum Schaden der Verbraucher eingeschränkt werden", begründete EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia.

Ohne grünes Licht aus Brüssel könnte UPS den niederländischen Rivalen nicht wie im März angekündigt für 5,2 Milliarden Euro schlucken. Das wären gute Nachrichten für die Deutsche Post. Denn deren Tochter DHL würde durch den Zusammenschluss ihre Marktführerschaft auf dem europäischen Expressmarkt verlieren.

Nach Einleitung der Prüfung hat die Kommission jetzt 90 Tage Zeit. Bis zum 28. November muss sie entscheiden, ob der Plan den Wettbewerb in der EU erheblich beeinträchtigen würde. Ein Anfangsverdacht ist da. Denn derzeit gibt es nur vier Konkurrenten auf dem Markt für Expresszustellungen: Neben UPS, TNT und DHL bietet noch der US-Konkurrent FedEx solche Dienste an. "Wären es nur noch drei, wäre der Wettbewerbsdruck auf das fusionierte Unternehmen wesentlich geringer", meint die Kommission. "Es würde in vielen Mitgliedsländern zu einer hohen Marktkonzentration führen."

UPS ist schon heute der weltgrößte Paketdienstleister. In Europa liegt der Konzern aber bislang deutlich abgeschlagen hinter der Post zurück. Das würde sich durch die Übernahme ändern. Mit einem Umsatzvolumen von 45 Milliarden Euro wäre der neue Konzern nicht nur unangefochtener Weltmarktführer, sondern auch die Nummer Eins in Europa. Die Deutsche Post sah die Übernahme allerdings schon im März noch längst nicht in trockenen Tüchern, weil sie mit massiven wettbewerbsrechtlichen Bedenken der Kartellbehörden rechnete.

Große Übernahmen haben sich in der Vergangenheit im Expressgeschäft immer wieder als sehr schwierig erwiesen. Das weiß die Post aus eigener Erfahrung. Sie hatte ihren Versuch, im US-Inlandsgeschäft Fuß zu fassen, vor einigen Jahren mit Milliardenverlusten bezahlt und schließlich frustriert den Rückzug angetreten.

Von

dapd

Kommentare (2)

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Nachwuchs

20.07.2012, 19:54 Uhr

Wettbewerb? UPS stand nach meiner Meinung bisher für Pakete (Kleinkram) und TNT für große Sachen ( früher Speditionsgut ). Wo soll da also die Überschneidung sein?

MrKEP

27.07.2012, 20:13 Uhr

Sie entdecken die Überschneidung nicht, weil Sie von falschen Voraussetzungen ausgehen. TNT Express bietet seinen Service im Paketbereich ebenso an, wie UPS, mit dem Unterschied, dass bei UPS bei 70 kg Schluss ist, bei TNT frühestens bei 500 kg. Das ist der Grund, weshalb TNT häufig für schwere Sendungen genutzt wird, bedeutet aber nicht, dass TNT keine kleinen Sendungen transportiert, ganz im Gegenteil. Gerade die großen Sendungen sind DER Kostentreiber im Netzwerk und daher hat sich TNT mit ihrer jüngsten Tarifgeneration für Small- und Midsize-Kunden auf Sendungen im Paketbereich spezialisiert.

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