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19.01.2005

17:44 Uhr

Wettbewerbszentrale: Krasse Form der Irreführung der Verbraucher

Praktiker hat mit Rabattaktionen juristischen Ärger

Die Praktiker Bau- und Heimwerkermärkte haben sich mit ihrer aktuellen Rabattaktion juristischen Ärger eingehandelt: Nach Angaben der Wettbewerbszentrale darf Praktiker nicht mehr mit Rabatten von 20 Prozent für zuvor verteuerte Produkte werben.

HB BAD HOMBURG/KIRKEL. Dies gehe aus einem Beschluss des Landgerichts Saarbrücken hervor. Bei Stichproben sei festgestellt worden, dass die Preise für bestimmte Akkuschrauber, Bohrmaschinen und Raufasertapeten zu Beginn der Rabattaktion deutlich erhöht worden seien. „Es handelt sich um eine krasse Form der Irreführung der Verbraucher“, kritisierte Reiner Münker von der Wettbewerbszentrale.

Die Praktiker AG mit Sitz im saarländischen Kirkel bezeichnete die einstweilige Verfügung des Landgerichts Saarbrücken als „in der Sache haltlos und nicht nachvollziehbar“. Praktiker habe im Vorfeld der seit Freitag laufenden bundesweiten Rabattaktion die betreffenden drei Artikel im Rahmen einer Werbeaktion vorübergehend im Preis gesenkt, um damit auf aktuelle Werbepreise von Wettbewerbern zu reagieren. Danach seien die Preise wieder auf den vorher über viele Monate geltenden Sortimentspreis gesetzt worden. Dies sei eine im Handelsbereich „übliche und anerkannte Form der Absatzförderung“.

Nach dem Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb ist es verboten, mit Preisherabsetzungen zu werben, die nicht zutreffen. Das vorherige Heraufsetzen des Preises vor einer angekündigten Rabattierung stellt eine unzulässige Täuschung der Verbraucher dar, die auch die Wettbewerber benachteilige. „Die Glaubwürdigkeit von Rabatten und Preisaktionen wird zu Lasten des gesamten Handels einmal mehr in Frage gestellt“, sagte Münker. Bei der Aktion vom 14. bis 22. Januar will Praktiker 20 Prozent Rabatt auf alle Produkte außer Tiernahrung geben.

Um die Aktion fortsetzen zu können, hat Praktiker sich dazu entschlossen, die betreffenden Artikel auf den vor der Rabattaktion geltenden Werbepreis zu setzen und für diese Artikel den angebotenen Rabatt in Höhe von 20 Prozent zu gewähren. Das Unternehmen werde darüber hinaus die Vorwürfe sehr sorgfältig prüfen und sich auf juristischem Weg dagegen zur Wehr setzen.

(Beschluss des Landgerichts Saarbrücken Az.: 7II O 5/05 vom 18.1.)

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