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12.04.2013

13:33 Uhr

Wette gegen Franken

Drogerie-König Müller legt Millionen zur Seite

Erwin Müller soll mit Hilfe von Derivaten gegen den Schweizer Franken gewettet haben. Das führte zu dreistelligen Millionenverlusten. Die Nummer drei im deutsche Drogeriemarkt schafft sich deshalb einen Puffer.

Müller hat sich offenbar beim Schweizer Franken verzockt, das Unternehmen schafft sich einen Puffer gegen Verluste. picture-alliance / dpa

Müller hat sich offenbar beim Schweizer Franken verzockt, das Unternehmen schafft sich einen Puffer gegen Verluste.

UlmDie Drogeriekette Müller hat ihre Finanzen neu geordnet. Um sich gegen Verluste aus Währungsspekulationen zu wappnen, hat das Ulmer Unternehmen Anfang des Jahres 290 Millionen Euro als Sicherheit zur Seite gelegt. Das geht aus dem im März veröffentlichten Geschäftsbericht hervor. Laut einem Bericht der „Lebensmittelzeitung“ reagiert Gründer Erwin Müller, das 2011/12 Gewinne erwirtschaftete, damit auf den Druck seiner Gläubiger.

Von dem Unternehmen war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Die Ulmer Drogeriemarkt-Kette gilt als ähnlich verschwiegen wie die Einzelhändler Lidl und Aldi. Müller wettete der „Lebensmittelzeitung“ zufolge insbesondere zur Immobilienfinanzierung mit Hilfe von Derivaten gegen den Schweizer Franken. Der Buchverlust aus den Währungsspekulationen gegen die Schweizer Währung belief sich laut Geschäftsbericht Mitte 2012 auf 235 Millionen Euro.

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Wie es in dem Firmenbericht weiter heißt, hatte Müller erst im Dezember mit seinen Hausbanken einen neuen Konsortialkredit über fünf Jahre geschlossen. Kurz darauf legte die Firma den Puffer für die Währungsgeschäfte an. „Hierdurch wurde die Finanzierung der Unternehmensgruppe Müller für die nächsten Jahre sichergestellt“, heißt es. Dafür steht Müller bei seinen Banken mit 896 Millionen Euro in der Kreide. Darüber hinaus spülte der Verkauf von Anteilen an dem Handelskonzern Douglas 162 Millionen Euro in die Kassen von Müller.

Die in- und ausländischen Gesellschaften von Müller waren zum 1. März 2012 unter dem Dach der Müller Holding Ltd. neu geordnet worden. Müller ist nach der Schlecker-Pleite die Nummer drei unter den deutschen Drogeriemärkten hinter dm und Rossmann.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte Müller seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 8,1 Prozent auf 2,94 Milliarden Euro gesteigert, bei einem Jahresüberschuss von 112,2 Millionen Euro. Die Handelsumsätze auf vergleichbarer Fläche stiegen um 4,1 Prozent. Im laufenden Geschäftsjahr rechnet Müller mit einem Umsatzplus von acht Prozent im Handel, auch das operative Ergebnis soll sich trotz der geplanten Expansion positiv entwickeln. Müller hatte im Geschäftsjahr 2011/12 insgesamt 28 neue Filialen eröffnet, 16 davon im Ausland.

Von

dpa

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