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02.12.2014

09:04 Uhr

Wettrüsten von Aldi und Lidl

Deutsche Discounter so angriffslustig wie lange nicht

Aldi, Lidl und Co. setzen sich im Kampf um mehr Kundschaft mit immer günstigeren Preisen unter Druck. Lidl will hauptsächlich mit Aktionen punkten und erweitert das Sortiment um Spielwaren.

Im Kampf um Kunden setzen Deutschlands Discounter auf immer günstigere Preise. dpa

Im Kampf um Kunden setzen Deutschlands Discounter auf immer günstigere Preise.

DüsseldorfDeutschlands Discounter zeigen sich in diesem Jahr angriffslustig wie lange nicht mehr. Marktführer Aldi schockte in den vergangenen Monaten die Wettbewerber teilweise im Wochentakt mit Preissenkungen. Konkurrent Lidl griff unter anderem den Weinhandel und den Spielwaren-Fachhandel mit großen Marketingaktionen frontal an.

Das Fachblatt „Lebensmittel Zeitung“ spricht angesichts der aggressiven Attacken bereits von einem „Wettrüsten von Aldi und Lidl“. Und ein Ende ist - zur Freude der Verbraucher - nicht in Sicht.

Egal ob Fruchtsäfte, Milchprodukte oder Wurstwaren: Es gibt kaum ein Produkt bei dem Aldi in diesem Jahr nicht den Rotstift angesetzt hat. Wie die „Lebensmittel Zeitung“ unter Berufung auf den Wirtschaftsinformationsdienst Preiszeiger berichtete, verbilligte der Discounter in den ersten zehn Monaten dieses Jahre mehr als ein Viertel seines Sortiments.

Zwar gab es auch Preiserhöhungen, doch war deren Zahl deutlich niedriger als die der Rotstiftaktionen.

„Letztlich muss sich Aldi seinen nach wie vor guten Ruf immer wieder durch neue Preissenkungen erkaufen“, erklärt Handelsexperte Matthias Queck vom Marktinformationsdienst Planet Retail die Strategie des Marktführers. Und der Rückgang vieler Rohstoffpreise gebe dem Discounter dafür den nötigen Spielraum.

Die größten Discounter der Welt 2014

Nummer eins

Aldi ist die Nummer eins im Ranking von Planet Retail (Juni 2014) im weltweiten Discounter-Markt. 2013 machte das deutsche Unternehmen einen Brutto-Außenumsatz von 61,1 Milliarden Euro.

Nummer zwei

Der Discounter Lidl, der zur Schwarz Gruppe gehört, belegt im Ranking der weltgrößten Discounter den zweiten Platz. 2013 betrug der Brutto-Außenumsatz der Supermarktkette 59 Milliarden Euro.

Nummer drei

Mit großem Abstand folgt der drittgrößter Discounter der Welt: Netto. Die Kette gehört zur Edeka-Gruppe und erwirtschaftete 2013 14,2 Milliarden Euro Umsatz.

Nummer vier

Erst an vierter Stelle ist ein nicht-deutsches Unternehmen zu finden. Die US-Kette Dollar General verkaufte 2013 Waren im Wert von 13,9 Milliarden Euro.

Nummer fünf

Auf dem fünften Platz findet sich wieder ein deutsches Unternehmen: Der Discounter Penny, der zur Rewe-Gruppe gehört. 2013 betrug der Umsatz des Discounters laut Ranking von Planet Retail 12,1 Milliarden Euro.

Nummer sechs

Die sechstgrößte Discountkette der Welt stammt aus Spanien. Das Unternehmen mit dem Namen Dia (zu Deutsch „Tag“) setzte 2013 11,4 Milliarden Euro um.

Nummer sieben

Auch der siebtgrößte Discounter der Welt heißt Biedronka, ist in Polen aktiv, gehört aber der portugiesischen Gruppe JMR Jerónimo Martins Retails. 2013 setzte die Kette 8,3 Milliarden Euro um. Zum Vergleich: Aldi erwirtschaftete im gleichen Zeitraum mehr als den siebenfachen Betrag.

Nummer acht

Auf einen ähnlichen Umsatz wie Biedronka kam 2013 der US-Discounter Family Dollar. Die Kette verkaufte Waren im Wert von 8,2 Milliarden Dollar und belegt damit weltweit den achten Platz unter den größten Discountern.

Nummer neun

Auch aus Skandinavien kommt ein Discounter, der es unter die Top Ten der weltgrößten geschafft hat: Rema 1000 gehört zum Konzern Reitangruppen. 2013 setzte das Unternehmen 6,8 Milliarden Euro um.

Nummer zehn

Dollar Tree belegt den zehnten Platz unter den weltgrößten Discountern. Das US-Unternehmen erwirtschaftete 2013 6,2 Milliarden Euro.

Allerdings zogen die Konkurrenten bei den Aldi-Preissenkungen in den vergangenen Monaten in der Regel rasch nach, um sich keine Blöße zu geben. „Wegen des harten Preiswettbewerbs verdienen selbst die Discounter bei vielen Eckprodukten nicht viel Geld“, meint Queck.

Dafür seien aber die Preise für Randprodukte und saisonale Angebote nach oben gegangen. Da werde dann versucht etwa mit Raclette-Käse im Winter und Erfrischungsstäbchen im Sommer wieder hereinzuholen, was im Preiskampf anderorts verloren ging.

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