Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.07.2016

10:29 Uhr

Whitewave

Danone startet Milliarden-Offerte für Bio-Hersteller

Danone kauft Whitewave, einen US-Hersteller von Bioprodukten. Die Offensive in den USA lässt sich der Lebensmittelriese rund 12,5 Milliarden Dollar kosten. Es ist die größte Übernahme für Danone seit knapp zehn Jahren

Der Lebensmittelkonzern will den US-Bioproduktehersteller Whitewave schlucken. Reuters

Danone

Der Lebensmittelkonzern will den US-Bioproduktehersteller Whitewave schlucken.

ParisDanone verdoppelt mit einem milliardenschweren Zukauf seine Geschäfte in den USA. Für den Biolebensmittel-Hersteller Whitewave legt der weltgrößte Joghurt-Hersteller 12,5 Milliarden Dollar auf den Tisch, einschließlich der Schulden, wie der französische Rivale des Schweizer Weltmarktführers Nestlé am Donnerstag bekanntgab. Mit dem Geschäft will Danone nach eigenen Angaben „besser auf neue Entwicklungen“ beim Konsumentenverhalten reagieren und eine „Ernährungsrevolution“ vorantreiben.

Es ist die größte Übernahme für den Anbieter von Produkten wie Actimel, Activia, Volvic und Evian seit knapp zehn Jahren und auch die erste größere Transaktion für Emmanuel Faber, seitdem ihm Ende 2014 die Führung des Konzerns übertragen wurde. An der Börse kamen seine Pläne gut an. Danone-Aktien stiegen knapp sechs Prozent auf den höchsten Stand seit 14 Monaten.

Fünf Dinge, die man über Zucker wissen sollte

WHO-Empfehlung

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, dass weniger als 10 Prozent der Nahrung freier Zucker sein sollen. Damit sind nicht nur zugesetzte Zucker gemeint, sondern auch die natürlich in Honig, Sirup und Fruchtsäften enthaltenen. Wer mehr isst, erhöht das Risiko für Karies, Übergewicht und Fettleibigkeit.

Deutscher Durchschnittskonsum

Im Durchschnitt nehmen Deutsche knapp über 100 Gramm Zucker pro Tag zu sich, pro Jahr ergibt das etwa 36 Kilogramm. Das entspricht rund 22 Prozent der Nahrung – das Doppelte von dem, was die WHO und auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung raten.

Auch in Salaten ist Zucker

Nicht jedes Lebensmittel, das viel Zucker enthält, ist eine Süßigkeit. Die Verbraucherzentralen fanden in einer Studie Fleischsalat mit 6,5 Gramm Zucker pro 100 Gramm, Krautsalat mit 12,3 Gramm und Soßenbinder mit 31 Gramm. Gut 200 Gramm des Krautsalats würden also den Tagesbedarf an Zucker decken.

Weltweite Produktion

Rund 175 Millionen Tonnen Zucker werden pro Jahr weltweit produziert. Mit Abstand größter Produzent und Exporteur der letzten Jahre ist das Land, in dem der Zuckerhut steht: Brasilien. Dort wird auch am meisten Zucker pro Kopf konsumiert.

Etymologie

Das Wort „Zucker“ stammt vom Sanskrit-Wort „sarkara“, das Geröll oder Kiesel bedeutet. Araber brachten das Zuckerrohr aus Indien in den Mittelmeerraum, von dort aus gelangte es über Italien nach Deutschland. Rüben werden erst seit dem 19. Jahrhundert für die industrielle Zuckergewinnung genutzt.

Danone macht derzeit ein anhaltend schwieriges Umfeld in Schwellenländern wie Brasilien und Russland zu schaffen. Das könnte der Ausbau des US-Geschäfts ausgleichen. Mit Marken wie Alpro-Soyamilch und Provamel setzte Whitewave im vergangenen weltweit vier Milliarden Dollar um. Sie ziehen insbesondere kaufkräftigere Kunden an. Mit dem Zukauf macht das Nordamerika-Geschäft künftig 22 Prozent im Portfolio von Danone aus. Bislang sind es zwölf Prozent. Die Erlöse von Danone beliefen sich im letzten Jahr auf mehr als 22 Milliarden Euro.

Der Übernahme stimmten den Angaben zufolge die Vorstände beider Unternehmen zu. Sie soll bis Jahresende abgeschlossen sein. Danone zahlt für Whitewave 56,25 Dollar je Aktie in bar. Der Kaufpreis entspricht einem Aufschlag von 24 Prozent auf den 30-Tages-Kursdurchschnitt der Whitewave-Aktien.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×