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30.07.2015

11:45 Uhr

Whole Foods

Bio-Markt bekommt den Kundenärger zu spüren

VonAxel Postinett

Schwache Zahlen und böse Vorwürfe: Die amerikanische Bio-Kette Whole Foods wird einen Preisskandal nicht los; die Aktien an der Wall Street fallen wie reife Bio-Birnen vom Baum. Der Vorstand sieht sich als Opfer.

Der Preisskandal macht den Biosupermärkten zu schaffen. ap

Filiale von Whole Foods in Ohio

Der Preisskandal macht den Biosupermärkten zu schaffen.

San FranciscoVielleicht fühlten sich ja die Anleger bei Aktienkauf so übervorteilt wie manche Kunden in den Läden. Deshalb machten sie ihrem Ärger Luft und nahmen am Mittwoch mal eine eigenmächtige Korrektur am Preisschild vor. Sie schnitten mal eben 11,26 Prozent vom Schlusskurs der Aktie von Whole Foods, dem größten Bio-Händler der USA, ab. Der Kurs nähert sich mit 36,21 Dollar seinem 52-Wochen-Tief.

Hintergrund ist ein Skandal aus New York. Ende Juni machten Informationen die Runde, dass die Verbraucherschutzbehörde der Ostküsten-Metropole massive Vorwürfe gegen Whole-Foods-Läden in der Stadt vorgebracht hat. Sie sollen Kunden „systematisch“ bei der Preisauszeichnung übervorteilt haben. Das Management wies zunächst jegliche Verantwortung weit von sich und sprach von „Einzelfällen“. Erst später, vielleicht zu spät, gab es eine Entschuldigung. Man habe „Fehler gemacht“ und werde jetzt alle unternehmen, um das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen.

Whole Foods: Bio-Händler entschuldigt sich für falsche Preise

Whole Foods

Bio-Händler entschuldigt sich für falsche Preise

Der Bio-Händler Whole Foods hat Kunden im großen Stil übervorteilt. Der Skandal ramponiert das Image und platzt mitten die Ankündigung einer eigenen Billigkette für Bio-Nahrungsmittel.

Das scheint auch dringend nötig und vor allem noch nicht gelungen zu sein. Der Umsatz auf vergleichbarer Fläche, eine Messzahl, um den „verschönenden“ Effekt von Neueröffnungen auf den Umsatz zu eliminieren, stieg mit nur noch 1,3 Prozent im Quartal zum Ende 5. Juli, das dritte des Geschäftsjahres, so schwach wie lange nicht mehr. Mit 2,9 Prozent hatten Analysten gerechnet, und auch das wäre schon weniger gewesen als in den Quartalen zuvor.

In den Wochen vor dem Skandal lag das Plus bei 2,6 Prozent, danach bei 0,4 Prozent. So sieht ein effektiver Kundenboykott also aus. Im zweiten und ersten Quartal hatten die Vergleichszahlen noch bei 3,6 und 4,5 Prozent gelegen.

Der Vorstand sieht sich jetzt als ein Opfer des Internets und der Medien, die Sache sei so „viral“ gegangen und habe das Vertrauen untergraben, so Co-Vorstandschef John Mackey während des Analystengesprächs. Andere Supermärkte seien nicht anders, aber sie seien an den Pranger gestellt worden.

Die größten Bio-Supermarktketten in Deutschland 2014

Platz 5

Ebl Naturkost betreibt 23 Läden in Deutschland. Das Unternehmen wurde 1994 gegründet.

Platz 4

Mit 25 Filialen ist die Bio-Supermarktkette Basic auf dem vierten Platz.

Platz 3

Den dritten Platz belegt Bio Company mit 44 Läden.

Platz 2

Auf dem zweiten Platz befindet sich Alnatura mit seinen Super Natur Märkten. In Deutschland hat das Unternehmen mehr als 80 Filialen – und will noch weiter expandieren.

Platz 1

Die größte Bio-Supermarktkette Deutschlands heißt Denn's. Hierzulande betreibt das Unternehmen 143 Filialen.

Insgesamt, mit den neueröffneten Läden, kamen 3,63 Milliarden Dollar Umsatz zusammen und ein Nettogewinn von 154 Millionen Dollar, ein Plus von zwei Prozent. Das verpatzte Vierteljahr wird weitreichende Auswirkungen haben. Für das gesamte Geschäftsjahr wird jetzt ein Umsatzplus im „geringen einstelligen“ Bereich erwartet, zuvor war es im „geringen bis mittleren“ einstelligen Bereich. Das laufende Quartal werde ein Plus von sieben Prozent sehen, so die Aussage im Analystengespräch. Zuvor war auf acht Prozent gehofft worden.

Kommentare (1)

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Herr Tom Bauer

30.07.2015, 12:13 Uhr

Der Preisskandal wird langfristig eine Randnotiz bleiben.
Die Wachstumsgeschichte scheint intakt. Sowohl von der Geschäftsidee als auch den Zahlen. Ein Einstieg in WFM scheint sinnvoll.
Jeder der mal in einem dieser Märkte war weiß, dass das keinesfalls nur ein Modetrend ist.

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