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16.11.2015

07:31 Uhr

Wlan Barbie von Matell

Lauschangriff im Kinderzimmer

In den USA sorgt eine sprechende Barbie mit direktem Draht in die Cloud für Diskussionen. Matell hofft bei der Puppe mit Spracherkennung auf den großen Coup. Datenschützer sehen in ihr ein bizarres Überwachungsgerät.

Eine neue Hightech-Version des blonden Püppchens sorgt in den USA für Aufregung. ap

Barbie im Zwielicht

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El SegundoEine interaktive Barbie, mit der man sich unterhalten kann: Für viele Fans wird damit ein Traum wahr. Für andere aber bedeutet das vernetzte Spielzeug einen Lauschangriff im Kinderzimmer.

Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft kommt die sprechende „Hello Barbie“, mit Mikrofon und Wlan-Schnittstelle versehen, jetzt in die US-Läden - für stattliche 75 Dollar (68 Euro). Sie soll für den seit Jahren schwächelnden Puppen-Klassiker des Spielzeugriesen Mattel Marktanteile zurückerobern. Denn derzeit haben Königin Elsa und Prinzessin Anna aus „Frozen“ der Barbie deutlich den Rang abgelaufen.

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Seit Mattel die „Hello Barbie“ vor einem halben Jahr in New York auf der Spielzeugmesse vorstellte, reißt die Kritik von besorgten Eltern und Datenschützern nicht ab: Von einer „Abhör-Barbie“ ist die Rede und vom Missbrauch kindlicher Privatsphäre, auch eine Online-Petition läuft.

Doch ebenso wie in Deutschland ist der allgemeine Trend hin zu mehr High Tech im Kinderzimmer stark. Auch mit dem Sprachassistenten steht „Hello Barbie“ nicht allein: Das US-Startup Elemental Path nimmt derzeit Vorbestellungen für einen sprechenden und lernfähigen Mini-Dino entgegen – mit IBMs Supercomputer-Technologie Watson versehen.

„Hello Barbie“ funktioniert ähnlich wie die Spracherkennung in vielen Smartphones: Ein Mikrofon, das im Nacken der Puppe sitzt, nimmt alles auf, was Barbies Gesprächspartner sagt. Die Daten werden via WLAN in die Cloud geschickt, wo die passende Antwort aus rund 8000 bereitgestellten Dialogsätzen ausgewählt wird. Den gewonnenen Input behält „Hello Barbie“ dann für künftige Antworten „im Hinterkopf“.

Doch was passiert mit den aufgenommenen Daten? Laut Mattel werden sie nicht zu Werbezwecken gespeichert, sondern nur um das Gesprächserlebnis zu verbessern, und nach zwei Jahren wieder vom Server gelöscht. Außerdem müssten die Eltern zu Beginn auch ihre Zustimmung geben.

Doch ähnlich wie bei einigen anderen elektronischen Geräten mit Sprachsteuerung, die den Umgebungsgeräuschen lauschen, um ein für sie gedachtes Schlüsselwort nicht zu verpassen, hält sich Skepsis. Von den Datenschützern bei „Digitalcourage“ bekam die Barbie in diesem Jahr prompt den „Big Brother Award“ verliehen

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