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15.01.2014

10:42 Uhr

Wohnungskonzern

Gagfah erwartet viel von 2014

Die erste Dividende seit vier Jahren: Der Immobilienkonzern Gagfah möchte seine Aktionäre an den guten Geschäftszahlen teilhaben lassen. Das operative Ergebnis soll 2014 nun sogar um ein Drittel steigen.

Hoch hinaus: Das Immobilienunternehmen Gagfah in Dresden setzt sich neue Ziele für 2014. picture alliance / dpa

Hoch hinaus: Das Immobilienunternehmen Gagfah in Dresden setzt sich neue Ziele für 2014.

FrankfurtBeim Wohnungskonzern Gagfah soll es mit dem Gewinn in diesem Jahr kräftig aufwärts gehen. Davon werden auch die Aktionäre profitieren: Sie sollen – erstmals nach vier Jahren – für 2014 wieder eine Dividende bekommen: 20 bis 25 Cent je Aktie stellte Vorstandschef Thomas Zinnöcker am Mittwoch in Aussicht.

2013 stieg das operative Ergebnis (FFO) um rund acht Prozent auf 122 bis 124 (2012: 114) Millionen Euro, für das laufende Jahr verspricht Zinnöcker einen Gewinnsprung um 35 Prozent. Bisher hatte er ein Plus von 25 Prozent vorhergesagt. „Das basiert auf dem Erfolg der Refinanzierung“, sagte der Gagfah-Chef der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch.

Gagfah zahlt nach der überraschend reibungslosen Erneuerung der Kreditverträge im Schnitt nur noch 3,1 statt 4,35 Prozent Zinsen auf seine mehr als vier Milliarden Euro Schulden. Das erspare ihr 40 Millionen Euro im Jahr, rechnete Zinnöcker vor.

Das sind Deutschlands Immobilienriesen

Platz 6: GAG

Die GAG Immobilien AG bewirtschaftet rund 42.000 Wohnungen. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben der größte Vermieter in Köln. Die GAG verwalte damit 2,8 Millionen Quadratmeter Wohnfläche.

Platz 5: GSW

Die GSW Immobilien kommt auf 60.000 Wohnungen. Das Unternehmen ist börsennotiert und wurde im Jahr 1924 gegründet. Schwerpunkt der Arbeit ist Berlin, die GSW ist dort nach eigenen Angaben „ein führendes privates Wohnimmobilienunternehmen“.

Platz 4: TAG

Die TAG Immobilien AG kommt auf Platz vier der deutschen Wohnungsriesen. Das Unternehmen verwaltet 68.781 Wohnungen. Hauptstandorte sind nach eigenen Angaben die Großräume Hamburg und Berlin, die Region Salzgitter, Thüringen/Sachsen sowie Nordrhein-Westfalen. Sitz der TAG ist Hamburg.

Platz 3: Deutsche Wohnen

Die Deutsche Wohnen mit Sitz in Berlin bewirtschaftete im April 2013 insgesamt 82.500 Wohnungen. Aktuell gibt das börsennotierte Unternehmen die Zahl der Wohnimmobilien mit rund 89.500 an. Schwerpunkt ist der Großraum Berlin sowie das Rhein-Main-Gebiet, Rheinland, Hannover, Braunschweig, Magdeburg.

Platz 2: Gagfah

Die Gagfah Gruppe mit Sitz in Essen ist die Nummer zwei der Wohnimmobilien-Unternehmen in Deutschland. Im April bewirtschaftete das Unternehmen 145.000 eigene Mietwohnungen und 13.000 für Dritte verwaltete Wohnungen. Aktuell gibt das Unternehmen sogar 35.000 für Dritte verwaltete Wohnungen an.

Platz 1: Deutsche Annington

Die Deutsche Annington erregte mit dem Börsengang im Juli 2013 zuletzt großes Aufsehen. Das Bochumer Immobilienunternehmen bewirtschaftet 210.000 Wohnungen - davon 180.000 eigene. Die Deutsche Annington stieg im Jahr 2005 auf, als sie die Viterra AG mit 138.000 Wohnungen von Eon erwarb.

172 bis 177 Millionen Euro FFO will Gagfah in diesem Jahr mit der Bewirtschaftung der Wohnungen verdienen. Für 2015 ist ein weiterer FFO-Zuwachs um zehn Prozent geplant. 70 Millionen Euro sollen allein 2014 in die Modernisierung des Bestandes fließen, zwei (2013: ein) Prozent Mietsteigerungen erhofft sich Zinnöcker dadurch. Der Leerstand soll bis zum Jahresende auf weniger als vier (Ende 2013: knapp 4,5) Prozent sinken.

Der neue Gagfah-Chef steht für das unerwartete Comeback des vom US-Finanzinvestor Fortress an die Börse gebrachten Unternehmens. Die auslaufenden Kredite und die Strategie der Amerikaner hatten das Unternehmen jahrelang gelähmt, während die Konkurrenz zugekauft hatte. Nun sieht Zinnöcker das Unternehmen bald wieder im Angriffsmodus: „In den nächsten Jahren ist mit Gagfah auf jeden Fall zu rechnen.“ Ein größerer Wohnungskonzern könne neue Investoren anziehen. „Da gibt es kaum einen Weg um Gagfah herum. Wir wollen Muskeln ansetzen, um aus einer Position der Stärke heraus handeln zu können.“

In diesem Jahr sollen aber zunächst 4000 bis 4500 Wohnungen in Randlagen verkauft werden – von 144.000 insgesamt. „Akquisitionen machen wir nur, wenn etwas Günstiges auf dem Weg liegt“, sagte Zinnöcker. Der ehemalige Mehrheitsaktionär Fortress hatte den steigenden Kurs der Gagfah-Aktie genutzt und im vergangenen Jahr insgesamt 35 Millionen Papiere auf den Markt geworfen und seine Beteiligung auf 41 Prozent abgebaut. „Ich würde einen nächsten Schritt nicht ausschließen, wenn der Kurs weiter steigt“, sagte der Gagfah-Chef. Am Mittwoch gab die Aktie allerdings nach einer Herabstufung von JPMorgan leicht nach auf 10,80 Euro.

Von

rtr

Kommentare (1)

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15.01.2014, 15:11 Uhr

Mögen taten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht gertaut! Frei nach Karl Valentin.

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