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12.11.2015

10:24 Uhr

Zalando sucht Standort für Modemesse

Wohin mit Brot & Butter?

VonGeorg Weishaupt

Zalando schreibt erneut rote Zahlen. Doch der Online-Modehändler hat noch andere Sorgen: Das Berliner Unternehmen kann sein großes Modeevent Bread & Butter wohl nicht im legendären Flughafen Tempelhof veranstalten.

Wo findet die Modemesse 2016 statt? picture alliance/dpa

Bread & Butter Berlin im Flughafen Tempelhof

Wo findet die Modemesse 2016 statt?

BerlinDie Nachfolgeveranstaltung für die bekannte Modemesse Bread & Butter wird voraussichtlich nicht mehr im Flughafen Tempelhof in Berlin stattfinden. „Wir müssen uns wohl eine andere Location für die Veranstaltung suchen“, räumte ein Sprecher von Zalando gegenüber dem Handelsblatt ein. Die Berliner Online-Plattform befinde sich dazu in Gesprächen mit der Stadt.

Zalando wollte bereits im Januar mit einem neuen Konzept im legendären Flughafen Tempelhof starten. Doch im September kam die Absage. Denn der Berliner Senat kündigte an, die riesigen Gebäude des Flughafens für die Registrierung und die Unterbringung von Flüchtlingen zu nutzen.

Der Online-Modehändler unterstützt dies, plant ein Wohltätigkeitsfestival für die Flüchtlinge und hatte den Start seiner neuen Veranstaltung auf kommenden Sommer verschoben. Angesichts des wachsenden Flüchtlingsstroms dürfte der Flughafen Tempelhof aber auch dann noch nicht zur Verfügung stehen.

Zalando hatte die Messe im Herbst übernommen. Die von Karl-Heinz Müller gegründete Bread & Butter musste Insolvenz anmelden. Die einst sehr erfolgreiche Messe für Freizeitmode hatte im Laufe der Jahre durch den Wechsel des Veranstaltungsorts von Berlin nach Barcelona und zurück für Irritationen in der Branche gesorgt. Außerdem waren immer weniger Modemarken bereit, die hohen Messekosten zu zahlen. Sie investieren lieber in soziale Netzwerke und ihre Flagshipstores.

An dem genauen Konzept für den Nachfolger der Bread & Butter arbeitet Zalando noch. Der Sprecher geht davon aus, dass „die Pläne nicht mehr dieses Jahr vorgestellt werden“. Klar ist aber, dass Zalando nicht an die Zukunft von Modemessen glaubt. „Wir wollen keine Messe, sondern eine Veranstaltung, auf der unsere Kunden Mode kaufen können“, sagte der Sprecher.

Das passt zur Strategie von Zalando, die digitale Welt der Online-Plattform erlebbar zu machen. Außerdem will Vorstand Rubin Ritter mit dem neuen Veranstaltungsformat die Marke Zalando stärken. „Wir arbeiten daran, Zalando selbst als Modemarke zu etablieren“, sagte Rubin in einer Telefonkonferenz zu den Neunmonatszahlen des Berliner Unternehmens.

Im dritten Quartal ist Zalando wieder in die roten Zahlen gerutscht. Der bereinigte Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag bei 23,5 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Im Vorjahreszeitraum lag das Ergebnis mit fast vier Millionen Euro noch im Plus. Zalando kam das Marketing sowie Investitionen in die App für Smartphones und Tablets teuer zu stehen. Allerdings legte der Umsatz deutlich zu und kletterte von Juli bis September um etwa 42 Prozent auf rund 713 Millionen Euro. Die Zahl der Kunden stieg zum Vorquartal um 800.000 auf 17,2 Millionen.

Für das Gesamtjahr hält das 2008 gegründete Unternehmen an der im Oktober angepassten Prognose fest. Demnach sollen die Erlöse um 33 bis 35 Prozent zulegen.

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