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20.09.2016

13:52 Uhr

Zara und H&M als Vorbild

Wie der Esprit-Chef wieder junge Kunden locken will

VonFlorian Kolf

Nach harten Jahren hat der Modehändler Esprit wieder einen kleinen Gewinn ausgewiesen. Mit einer aufregende Kooperation will Konzernchef Martínez nun das Image verjüngen. Doch die Sanierung ist noch lange nicht zu Ende.

Der Manager hat bei der Esprit-Sanierung noch viel Arbeit vor sich. Esprit

José Manuel Martínez

Der Manager hat bei der Esprit-Sanierung noch viel Arbeit vor sich.

DüsseldorfJosé Manuel Martínez wählt drastische Worte um die Situation von Esprit zu beschreiben: „Wir haben die Blutung gestoppt und eine Basis gelegt für die Zukunft“, sagt der Vorstandschef des Modehändlers. „Jetzt beginnt eine langsame Erholung.“

Auch wenn Martínez noch vorsichtig bei Prognosen ist – Esprit scheint die Wende zu schaffen. Die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr sind sogar etwas besser als ursprünglich geplant. So konnte das in Hongkong notierte Unternehmen unter dem Strich sogar wieder einen kleinen Gewinn in Höhe von 21 Millionen Hongkong-Dollar (2,4 Millionen Euro) ausweisen.

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Von echter Profitabilität aber ist die Modegruppe noch weit entfernt. Denn selbst der kleine Gewinn kam nur durch außerordentliche Erträge wie den Verkauf des Hongkonger Bürogebäudes und Steuererstattungen zustande. Operativ stand immer noch ein Verlust von umgerechnet knapp 69 Millionen Euro für das Ende abgeschlossene Geschäftsjahr zu Buche.

Der Umsatz ging leicht zurück auf umgerechnet 2,05 Milliarden Euro. Dabei muss man aber auch berücksichtigen, dass Esprit die Verkaufsfläche im gleichen Zeitraum um 13 Prozent verringert hat. So wurden erneut 66 unrentable Läden geschlossen, davon zehn in Deutschland.

Der Weg, den Martínez mit Esprit gehen musste, war hart. Bevor er 2012 übernahm, hatten seine Vorgänger durch unkontrollierte Expansion aus einer profitablen Premiummarke ein Mittelklasse-Label gemacht, das in Kaufhäusern verramscht wurde. Im Zuge der Sanierung mussten hunderte Mitarbeiter gehen, dutzende Läden wurden geschlossen.

Das Zauberwort für die Wende ist bei Martínez „Vertikalisierung“. Nach dem Vorbild der erfolgreichen Konkurrenten Zara und H&M organisiert er die gesamte Fertigungskette vom Entwurf bis zum Verkauf der Kleidungsstücke komplett neu. Das Know-how dazu hat er – war Martinez doch zuvor schließlich bei der Zara-Mutter Inditex für Vertrieb und Logistik zuständig.

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