Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.08.2014

16:55 Uhr

„Zeit für Neuanfang“

Berggruen hält Standortschließungen für nötig

Der bisherige Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen wollte die Warenhauskette sanieren ohne Standorte schließen zu müssen. Dieses Konzept sei so nicht aufrechtzuerhalten, rät er seinem Nachfolger René Benko.

Wirkliche Probleme könne man auch mit Geld nicht lösen, erklärt der bisherige Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen. Reuters

Wirkliche Probleme könne man auch mit Geld nicht lösen, erklärt der bisherige Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen.

BerlinDer US-deutsche Investor Nicolas Berggruen, der die Warenhauskette Karstadt nach vier Jahren an den österreichischen Immobilienunternehmer René Benko weiterreicht, hält Standortschließungen offenbar für nötig. „Unser Konzept war: Sanierung ohne Standortschließung. Alle wissen, dass es so nicht weitergehen kann“, sagte er der Bild-Zeitung (Samstagsausgabe).

Niemand könne ein Unternehmen auf Dauer gegen die Gesetze der Ökonomie führen. Nach der Zeit in seinem Besitz sei es nun „Zeit für einen neuen Anfang mit neuen Ideen“ bei Karstadt, sagte Berggruen weiter. Dabei gehe es nicht nur um Investitionen, sondern auch um Restrukturierung und um eine Konsolidierung der Branche.

Den Vorwurf, er habe kein Geld in Karstadt gesteckt, wies Berggruen zurück. Karstadt habe bei seinem Einstieg 65 Millionen Euro als Kredit für ein Jahr bekommen. Seit 2010 habe das Unternehmen rund 400 Millionen Euro investiert. „Geld war also genug da.“ Die Diskussion um fehlende Investitionen oder die Entnahme von Lizenzgebühren in Millionenhöhe sei aber „völlig falsch“, fügte Berggruen hinzu.

„Karstadt ginge es mit diesem Geld keinen Deut besser, kein wirkliches Problem wäre damit gelöst.“ Mit Emotionen komme Karstadt nicht weiter, nur mit dem nüchternen Blick auf die Lage und die Fakten. Berggruen wiederholte, er habe die Lage unterschätzt. Er habe erst nach der Übernahme festgestellt, dass Karstadt „in einem noch viel schlechteren Zustand war, als wir geglaubt hatten“.

Karstadt steht vor der Übergabe an Benko: Berggruen sagt  leise „Auf Wiedersehen“

Karstadt steht vor der Übergabe an Benko

Berggruen sagt leise „Auf Wiedersehen“

Karstadt und Nicolas Berggruen: Diese unglückliche Liaison steht vor dem Aus. Die angeschlagene Warenhauskette steht unmittelbar vor einer Übernahme – durch den umstrittenen Immobilien-Investor René Benko.

Die Kunden hätten das Konzept nicht so angenommen wie erwartet. Der ab 2011 neu verpflichtete Chef Andrew Jennings habe zu wenig die deutsche Kultur und Einkaufsgewohnheiten berücksichtigt. Berggruen sagte der "Bild"-Zeitung, er habe für einen Neuanfang nicht mehr die notwendige Unterstützung gehabt.

Er wünsche Karstadt von Herzen, dass es bald wieder ein profitables Unternehmen sei. Er habe in den vergangenen Jahren gespürt, dass viel Kraft und Substanz in Karstadt stecke. „Ich bin überzeugt: Karstadt ist eine gute Chance“, schloss Berggruen.

Von

afp

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Wolfgang Trantow

15.08.2014, 18:34 Uhr

Kaufpreis war wohl wieder 1 Euro. Ich muss für ein Blechhaufen(PKW) erheblich mehr zahlen. Wie kann ein so großer Konzern billigst verschleudert werden? Ein Multimillionär sollte doch eine Portokasse haben und den Konzern endlich zum Laufen, Gewinne erwirtschaften ohne Sklavenlöhne, bringen!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×