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02.05.2014

15:21 Uhr

Zentralisierte Planung

Streckennetz wird bei Lufthansa zur Chefsache

In Zukunft soll die gemeinsame Strategie aller Lufthansa-Fluggesellschaften zentralisiert gesteuert werden. Der Airlineverbund soll fortan vom neuen Vorstandschef Carsten Spohr verantwortet werden.

Flieger der Lufthansa-Flotte: Lufthansa hatte in den vergangenen Jahren die Gesellschaften Swiss, Austrian Airlines und Brussels Airlines übernommen sowie die Tochter Germanwings ausgebaut. dpa

Flieger der Lufthansa-Flotte: Lufthansa hatte in den vergangenen Jahren die Gesellschaften Swiss, Austrian Airlines und Brussels Airlines übernommen sowie die Tochter Germanwings ausgebaut.

FrankfurtDer Lufthansa-Konzern macht die gemeinsame Strategie seiner Fluggesellschaften und das Streckennetz stärker als bislang zur Chefsache. Die zentralisierte Netzentwicklung werde fortan vom neuen Vorstandschef Carsten Spohr verantwortet, teilte das Unternehmen am Freitag in Frankfurt einen entsprechenden Beschluss des Aufsichtsrats mit. Die Netzplanung und -steuerung verbleibe aber in der Verantwortung der einzelnen Fluggesellschaften.

Der bislang für das Passagiergeschäft zuständige Spohr hat am Freitag als Nachfolger von Christoph Franz den Chefposten bei Europas größtem Luftverkehrskonzern angetreten. Spohr werde einen stärkeren Fokus auf den Airlineverbund mit seinen vielfältigen Marken und Drehkreuzen legen, kündigte Lufthansa an.

Lufthansa hatte in den vergangenen Jahren die Gesellschaften Swiss, Austrian Airlines und Brussels Airlines übernommen sowie die Tochter Germanwings ausgebaut.

Carsten Spohr: Pilot und Lufthansa-Kenner

Charismatisch, flugbegeistert und erfahren: Mit Carsten Spohr hat sich die Lufthansa für einen Favoriten auf den Chefposen entschieden. Seine steile Karriere bei der Airline findet so ihre Krönung.

Pilot aus dem Ruhrgebiet

Carsten Spohr wurde 1966 in Wanne-Eickel im nördlichen Ruhrgebiet geboren. Nach seinem Studium zum Wirtschaftsingenieur an der Universität Karlsruhe erwarb er die Verkehrspiloten-Lizenz an der Fliegerschule der Lufthansa. Danach absolvierte er das Trainee-Programm bei der Deutschen Aerospace AG.

Steile Karriere bei Lufthansa

Mit 27 Jahren kehrte Spohr zu der Airline zurück und schlug dort eine steile Karriere ein: Zunächst übernahm er die Leitung des zentralen Personalmarketings, später arbeitete er sich über verschiedene Funktionen zur Koordination der Regionaltöchter und dem Airline-Bündnis Star Alliance in die Spitze der Kerngesellschaft Lufthansa Passage empor. Zeitweise war er Assistent von Lufthansa-Legende Jürgen Weber.

Blendende Ergebnisse

Als Chef der Frachttochter Lufthansa Cargo lieferte Spohr bis zur Finanzkrise blendende Ergebnisse und zog schließlich 2011 gemeinsam mit dem scheidenden Lufthansa-Chef Christoph Franz in den Konzernvorstand ein. Gemeinsam setzten sie das harte Sparprogramm „Score“ durch.

Endlich Lufthansa-Chef

Anfang Februar 2014 hat die lange Suche nach einem Nachfolger für Christoph Franz ein Ende: Lufthansa will Carsten Spohr zum neuen Vorstandschef machen. Der 47-Jährige galt im Vorfeld schon als Favorit.

Charismatischer Flieger

Auch wenn seine Beliebtheit in der Belegschaft während der Sanierung abgenommen haben dürfte, gilt der begeisterte Flieger Spohr als charismatischer Gegenpol zu Franz. Dessen kühle, analytische Art verprellte viele Lufthanseaten. Spohr ist verheiratet und hat zwei Töchter.

Neben der Markenvielfalt ist damit ein komplexes System mit mehreren eng beieinanderliegenden Drehkreuzen in Frankfurt, München, Brüssel, Wien und Zürich entstanden, die aufeinander abgestimmt werden müssen.

Auch zentrale Zuständigkeiten für Einkauf, IT und Infrastruktur wurden neu geordnet und weiteren Vorstandsmitgliedern zugewiesen.

Von

dpa

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