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02.01.2017

16:58 Uhr

Zerschlagung 2017?

Air Berlin wird filetiert

VonJens Koenen

Für Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin wird 2017 ein Schicksalsjahr. Die schwer angeschlagene Airline wird zerschlagen. Offen ist nur noch, wie schnell das geschehen wird – und welches Ziel Etihad hat.

Ihre Zukunft ist ungewiss – ebenso die der Fluglinie. 2017 wird das Schicksalsjahr für Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft. dpa

Schokoherzen von Air Berlin

Ihre Zukunft ist ungewiss – ebenso die der Fluglinie. 2017 wird das Schicksalsjahr für Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft.

FrankfurtDruck aushalten – das kennt man am Saatwinkler Damm in der Nähe des Flughafens Berlin-Tegel. Seit Jahren ächzt Air Berlin unter diversen Schwerlasten. Mehr als eine Milliarde Euro Schulden, ein negatives Eigenkapital, immer stärker werdende Konkurrenz selbst auf den viele Jahre lukrativen Mallorca-Verbindungen – in der schmucklosen Zentrale von Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft weiß man nur zu gut, wie schwer das Geschäft mit dem Fliegen ist.

Mittlerweile, gut zehn Jahre nach dem Börsengang, ist aber klar: Air Berlin hat diesen Kampf endgültig verloren. Die Airline mit den rot-weißen Flugzeugen steht vor der Zerschlagung. Die kommenden Monate werden für Air Berlin zu einem Schicksalsjahr. Die beliebten Schokoherzen, die jeder Passagier nach dem Flug bekommt und die trotz aller Krisen niemals abgeschafft wurden, könnten bald Vergangenheit sein. Wie schnell das gehen wird, ist allerdings unklar.

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Fest steht bis jetzt: Lufthansa wird 38 Flugzeuge von Air Berlin mieten. Den entsprechenden Vertrag haben die beiden Unternehmen kurz vor Weihnachten unterzeichnet. Er hat eine Laufzeit von sechs Jahren. Danach werden 33 Maschinen vom Typ A319 und A320 ab Februar sukzessive in die Lufthansa-Billigtochter Eurowings integriert. Sie sollen außen wie innen im Design von Eurowings umgestaltet werden. Weitere fünf Flugzeuge gehen zur österreichischen Lufthansa-Tochter AUA.

Ein zweiter Teil, der Touristikverkehr mitsamt Flugzeugen und Crews, wird in ein Gemeinschaftsunternehmen mit der Ferienfluggesellschaft Tuifly eingebracht. An der neuen Gesellschaft mit dem Arbeitsnamen Blue Sky soll der Air Berlin-Großaktionär Etihad mit rund 25 Prozent beteiligt sein. Auch dieser Vertrag steht mittlerweile.


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Offen ist hingegen, was mit der verbleibenden Air Berlin geschehen wird. Geplant ist, die auf dann 75 Flugzeuge geschrumpfte Fluggesellschaft auf Langstrecken etwa nach Nordamerika zu konzentrieren. Air Berlin wäre damit ein so genannter Netzwerk-Carrier, der seine Verkehre über Drehkreuze – in diesem Fall Düsseldorf und Berlin – steuert. Damit würde die Airline noch stärker als bisher gegen eine Lufthansa antreten. Luftfahrt-Experten halten das deshalb für einen kaum zu realisierenden Plan. „Deutschland braucht einfach keinen zweiten Netzwerkcarrier. Zudem hat Air Berlin nicht die erforderlichen finanziellen Mittel, um in diesem Wettbewerb bestehen zu können", sagt Gerald Wissel vom Beratungsunternehmen Airborne Consulting in Hamburg.

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Wahrscheinlicher ist deshalb ein anderes Szenario: Auch der verbleibende Teil von Air Berlin landet bei Lufthansa. Schon länger wird in Lufthansa-Kreisen berichtet, dass Konzern-Chef Carsten Spohr Gefallen auch an der Langstreckenflotte von Air Berlin hat. Flugzeuge wie etwa der A330 würden zum Beispiel gut zu Eurowings passen. Spätestens seit der Berufung des Lufthansa-Managers Thomas Winkelmann an die Spitze von Air Berlin ist klar, dass die Beteiligten bereits emsig an der Realisation des Szenarios arbeiten. Lufthansa-Chef Spohr soll, so wird berichtet, die Personalie mit James Hogan, Chef der Etihad-Airline-Gruppe, ausgehandelt haben.

Kommentare (2)

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Herr Max Marx

02.01.2017, 14:14 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette 

Herr Fabian Fischer

02.01.2017, 16:45 Uhr

Sicher das Herr Dirks Vodafone Deutschland Chef war? :)

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