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26.02.2013

13:41 Uhr

Ziegelhersteller

Wienerberger schreibt rote Zahlen

Teure Werksschließungen und Stilllegungen haben dem Ziegelhersteller aus Österreich hohe Verluste beschert. Analysten lagen mit ihren Schätzungen daneben. Die Aktie des Unternehmens brach um fünf Prozent ein.

Werk der Wienerberger Ziegelindustrie. dpa

Werk der Wienerberger Ziegelindustrie.

WienDie schwächelnde Nachfrage im Kernmarkt Europa hat den österreichische Ziegelhersteller Wienerberger im vergangenen Jahr tief in die Verlustzone gedrückt. Wegen hoher Kosten für die Schließung von Werken und die Stilllegung von Produktionslinien stand unter dem Strich ein Verlust von 40,5 Millionen Euro nach einem Gewinn von 39,4 Millionen Euro im Jahr davor, wie Wienerberger am Dienstag mitteilte. Analysten hatten dagegen mit einem kleinen Gewinn gerechnet. An der Börse sackte die Wienerberger-Aktie um fünf Prozent ab. Selbst der Vorschlag für eine konstante Dividende von zwölf Cent je Anteilsschein konnte die Aktionäre nicht überzeugen.

Ziegel von Wienerberger werden vor allem für den Bau von Ein- und Zweifamilienhäuser in ländlichen Gebieten in Europa verwendet. Viele Häuslebauer bekommen von ihren Banken jedoch wegen der schärferen Kapitalvorschriften für die Geldhäuser und der unsicheren Aussichten angesichts der Schuldenkrise derzeit nur schwer einen Kredit - und schieben ihre Baupläne hinaus. Das bekommt Wienerberger vor allem in wichtigen Märkten Westeuropas zu spüren - etwa in den Niederlanden, Belgien, Frankreich und Polen.

Das sind Europas größte Baukonzerne

Platz 9

NCC AB – 8,42 Milliarden Euro Umsatz

Das schwedische Unternehmen mit seinen knapp 18.000 Mitarbeitern wurde erst 1988 gegründet. Heute besteht es aus vier großen Geschäftsbereichen, unter anderem „NCC Housing“ und „NCC Roads“.

Platz 8

Ferrovial (Spanien) – 9,7 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus Madrid baut und betreibt auch Autobahnen und Flughäfen. Der Konzern errichtete unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao.

Platz 7

Balfour Beatty (Großbritannien) - 11,63 Milliarden Euro Umsatz

Bereits seit 1909 sind die traditionsreichen Briten im Baugeschäft tätig und gehören zu den Platzhirschen in Europa. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

Platz 6

Strabag (Österreich) – 13,12 Milliarden Euro Umsatz

Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben vor allem in Osteuropa expandiert. Seit 2014 konnte der Konzern den zuvor stark abgerutschten Umsatz stabilisieren und zuletzt wieder leicht steigern.

Platz 5

Eiffage (Frankreich) – 14,06 Milliarden Euro Umsatz

Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. In Deutschland sind rund 3.000 Eiffage-Mitarbeiter beschäftigt.

Platz 4

Skanska (Schweden) - 16,36 Milliarden Euro Umsatz

Kaum eine Straße, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus Solna mittlerweile breit aufgestellt.

Platz 3

Bouygues (Frankreich) - 32,43 Milliarden Euro Umsatz

Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. 2015 musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Platz 2

ACS (Spanien) - 34,93 Milliarden Euro Umsatz

Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Allein in den vergangenen drei Jahren stieg der Umsatz um rund zehn Milliarden Euro und ACS klettert das Treppchen weiter hoch. Zum Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Hochtief.

Platz 1

Vinci (Frankreich) – 38,52 Milliarden Euro Umsatz

Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehört unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen. 2015 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von knapp 0,5 Prozent.

Quelle: Deloitte

Auch im laufenden Jahr dürfte sich die Lage nach Einschätzung von Firmenchef Heimo Scheuch nicht bessern. "Wir werden in Europa im Ziegelbereich mit Ausnahme von Deutschland und Russland keinen Wachstumsmarkt vorfinden", sagte Scheuch. Um sich für die schwierigen Zeiten zu rüsten, hat Scheuch das laufende Sparprogramm erneut verschärft. Bis Ende 2014 will der Konzern nun durch die Schließung einiger Werke und den Abbau von Produktionslinien 50 Millionen Euro sparen. Zuletzt waren bis Ende 2013 Kostensenkungen von 40 Millionen Euro geplant.

Auch der Schweizer Zementkonzern Holcim hatte Ende vergangenen Jahres angekündigt, wegen der Krise in Europa seinen Sparkurs zu verschärfen und die Produktionskapazitäten zurückzufahren.


2013 will Wienerberger trotz der schwächelnden Märkte in Europa wieder in die Gewinnzone zurückkehren. Dabei helfen sollen das wieder wachsende Geschäft in Nordamerika sowie die Komplettübernahme der Kunststoffrohrfirma Pipelife. Das operative Ergebnis (Ebitda) will Scheuch auf 280 von 246 Millionen Euro in 2012 steigern. Die Prognose ist etwas zurückhaltender als von Analysten erwartet: Sie hatten für 2013 durchschnittlich mit einem Ebitda von 287 Millionen Euro gerechnet. Weitere Belastungen durch neue Sanierungskosten erwartet der Firmenchef vorerst nicht.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

26.02.2013, 14:23 Uhr

Wienerberger hat in Deutschland ein absolutes Monopol. Mit halblegalen methoden wurden onkurrenten zerstört, als 2003 dieses Ziel erreicht war, explodierten die Preise, verachtfachten sich! (Glücklicherweise hatte ich da alles gekauft)

Der Untergang des Unternehmens wäre den Eignern zu wünschen!

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