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27.11.2013

10:04 Uhr

Zu hohe Nutzungspreise

Bahn muss Privatbahnen entschädigen

Die Deutsche Bahn hat für die Nutzung ihrer Bahnhöfe über Jahre zu hohe Preise verlangt, so das Urteil des Bundesgerichtshofs. Das Unternehmen muss nun einen zweistelligen Millionenbeitrag zurückzahlen.

Rangierbahnhof Hannover-Linden: Über Jahre zu hohe Preise verlangt. obs

Rangierbahnhof Hannover-Linden: Über Jahre zu hohe Preise verlangt.

MünchenDie Deutsche Bahn hat Konkurrenten und eigenen Konzerntöchtern einem Bericht zufolge über Jahre zu hohe Preise für die Nutzung ihrer Bahnhöfe berechnet. Das Staatsunternehmen müsse den Wettbewerbern und Konzerntöchtern deshalb zu viel verlangte Entgelte zurückzahlen, wie die „Süddeutsche Zeitung" vom Mittwoch unter Berufung auf einen bislang noch unveröffentlichten Beschluss des Bundesgerichtshofs (BGH) in Karlsruhe berichtete.

Das niedersächsische Bahnunternehmen Metronom war in der Angelegenheit gegen die Deutsche Bahn juristisch vorgegangen, nachdem diese ab 2005 das Preissystem für ihre 5400 Personenbahnhöfe umgestellt hatte.

Metronom hatte kritisiert, dass der Halt an einzelnen Stationen mit Umstellung des Preissystems von einem auf den anderen Tag deutlich mehr gekostet habe - zum Teil sogar das Zehnfache, berichtete die Zeitung unter Berufung auf den Anwalt Holger Schröder von der Nürnberger Kanzlei Rödl & Partner. Schröder hatte das Verfahren für das niedersächsische Bahnunternehmen geführt.

Fakten zur Deutschen Bahn

Umsatz

Die Deutsche Bahn verbuchte im ersten Halbjahr 2013 einen Umsatz von 19,4 Milliarden Euro (19,5 Milliarden Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum). Insgesamt kam die Bahn 2012 auf einen Umsatz von 39,30 Milliarden Euro.

Gewinn vor Zinsen und Steuern

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) betrug im ersten Halbjahr 2013 eine Milliarde Euro (1,3 Milliarden Euro im Vorjahr).

Halbjahresergebnis nach Steuern

Halbjahresergebnis nach Steuern: 554 Millionen Euro (Vorjahr: 783 Millionen Euro).

Mitarbeiter

Ende Juni 2013 hatte der Staatskonzern etwa 295.700 Mitarbeiter, fast drei Prozent mehr als zum selben Zeitpunkt 2012.
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Fahrgäste Bahnverkehr pro Tag

Fahrgäste Bahnverkehr im ersten Halbjahr in Deutschland: 991 Millionen (Vorjahr: 981 Millionen). Davon waren 62,5 Millionen im Fernverkehr unterwegs.

Beförderte Güter im Schienenverkehr

Die Logistiksparte der Bahn transportierte Güter mit einem Gesamtgewicht von 196,7 Millionen Tonnen (ein Minus von über fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr).

Schienennetz

Das Schienennetz der Deutschen Bahn ist weiter leicht geschrumpft. Es hat noch einen Länge von 33.492 Kilometer, 13 Kilometer weniger als Ende 2012.

„Metronom war nicht das einzige Unternehmen, das sich dagegen wehrte“, sagte Anwalt Schröder der Zeitung. Er schätze, dass insgesamt etwa sechs bis acht Kläger gegen die Deutsche Bahn vorgingen und es insgesamt um einen zweistelligen Millionenbetrag gehe, den die Verkehrsunternehmen zu viel bezahlt hätten.

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