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06.11.2013

20:59 Uhr

Zuggeschäft

Bombardier sucht Einigung im Streit mit der Bahn

Bombardier will seine Auseinandersetzung mit der Deutschen Bahn beenden. Die Bahn hat wegen Qualitätsmängeln mehrere Gerichtsverfahren gegen Bombardier angestrengt. Nun soll sich außergerichtlich geeinigt werden.

Eine S-Bahn vom Typ Talent 2 des Herstellers Bombardier. Zwei Jahre musste die Bahn auf die bei Bombardier bestellten Regionalzüge des Typs „Talent 2“ wegen diverse Mängel und Probleme warten. dpa

Eine S-Bahn vom Typ Talent 2 des Herstellers Bombardier. Zwei Jahre musste die Bahn auf die bei Bombardier bestellten Regionalzüge des Typs „Talent 2“ wegen diverse Mängel und Probleme warten.

FrankfurtBombardier will seine Auseinandersetzung mit der Deutschen Bahn wegen Problemen bei Regional- und S-Bahn-Zügen beenden. „Wir werden versuchen, den Streit zu bereinigen und uns außergerichtlich zu einigen“, sagte der neue Chef der Bombardier-Zuggeschäfts, Lutz Bertling, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstagausgabe) laut Vorabbericht. Die Bahn hat wegen Qualitäts- und Liefermängeln mehrere Gerichtsverfahren gegen Bombardier angestrengt, allein wegen Mängeln an Berliner S-Bahn-Zügen fordert der Staatskonzern 350 Millionen Euro Schadenersatz. Der Versuch einer außergerichtlichen Einigung war unter Bertlings Vorgänger Andre Navarri gescheitert.

Der seit Juni amtierende Bertling will nun einen neuen Versuch starten. „Beide Seiten haben sich zu sehr ineinander verkeilt.“ Er wies den Vorwurf der Bahn zurück, die Züge, etwa die Baureihe 481 der S-Bahn Berlin, seien von minderer Qualität. Vielmehr habe die Bahn die Wartung von Fahrzeugen und Infrastruktur vernachlässigt.

Fakten zur Deutschen Bahn

Umsatz

Die Deutsche Bahn verbuchte im ersten Halbjahr 2013 einen Umsatz von 19,4 Milliarden Euro (19,5 Milliarden Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum). Insgesamt kam die Bahn 2012 auf einen Umsatz von 39,30 Milliarden Euro.

Gewinn vor Zinsen und Steuern

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) betrug im ersten Halbjahr 2013 eine Milliarde Euro (1,3 Milliarden Euro im Vorjahr).

Halbjahresergebnis nach Steuern

Halbjahresergebnis nach Steuern: 554 Millionen Euro (Vorjahr: 783 Millionen Euro).

Mitarbeiter

Ende Juni 2013 hatte der Staatskonzern etwa 295.700 Mitarbeiter, fast drei Prozent mehr als zum selben Zeitpunkt 2012.
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Fahrgäste Bahnverkehr pro Tag

Fahrgäste Bahnverkehr im ersten Halbjahr in Deutschland: 991 Millionen (Vorjahr: 981 Millionen). Davon waren 62,5 Millionen im Fernverkehr unterwegs.

Beförderte Güter im Schienenverkehr

Die Logistiksparte der Bahn transportierte Güter mit einem Gesamtgewicht von 196,7 Millionen Tonnen (ein Minus von über fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr).

Schienennetz

Das Schienennetz der Deutschen Bahn ist weiter leicht geschrumpft. Es hat noch einen Länge von 33.492 Kilometer, 13 Kilometer weniger als Ende 2012.

„Die Bahnindustrie leidet an einem zu geringen Maß an Standardisierung“, beklagte Bertling. Bombardier wie auch Konkurrent Siemens kämpfen immer wieder mit Problemen bei der Zulassung ihrer Züge. So musste die Bahn wegen Produktions- und Zulassungsproblemen zwei Jahre auf die bei Bombardier bestellten Regionalzüge des Typs „Talent 2“ warten. Inzwischen seien 246 der 295 bestellten Züge ausgeliefert.„"Dieser Zug hatte Scharlach, Masern und Windpocken. Leider gehen diese Kinderkrankheiten ins Ergebnis ein“, sagte Bertling.

Um solche Probleme zu vermeiden und die Züge stärker zu standardisieren, will Bombardier interne und externe Lieferanten für Komponenten unter einem Dach führen. Künftig sollen mehr der weltweit 36.000 Beschäftigten im Projektmanagement arbeiten. "Entlassungen und Werkschließungen haben wir nach dem Verkauf unseres Werks in Aachen nicht auf dem Zettel", sagte Bertling. Die Auftragsbücher seien gut gefüllt.

Von

rtr

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